Text-Bild-Ansicht Band 316

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Um beim Heben des Fräsebalkens das lästige Kanten zu vermeiden, sind zwei Spindel- und Schneckenradwerke von gemeinschaftlicher Kurbelgriffwelle gleichzeitig zu bethätigen. Dagegen wird das am rechtsseitigen Ständer angeordnete Lagerführungsböckchen der Ausbohrwelle einfach durch Tragspindel mittels Winkelräder gehoben und gesenkt.

Sämtliche Kurbelgriffe für die Stellbewegung der drei Schlitten sind an der rechten Stand- und Arbeitsseite der Maschine untergebracht.

Von der stehenden Winkelwelle wird die obere wagerechte Antriebwelle der Fräsespindel durch Vermittelung eines vermöge Zahnkuppelung ausrückbaren Stirnradpaares erreicht, wobei die Hauptfräsespindel durch ein Schneckenrad bethätigt wird. Durch eine weitere Vermittelung von Stirnrädern wird in rascherer Gangart eine schwächere Nebenspindel betrieben, wobei zur Aus- und Einrückung ein auf Exzenterbolzen laufendes Zwischenrad vorgesehen ist.

Während die grobe Höheneinstellung der Fräsespindel durch den Querbalken in der bereits beschriebenen Weise vorgenommen wird, findet die feine Einstellung durch Verschiebung des unteren Fräsespindellagers mittels Griffkurbel, Schneckenrad und Hängespindel statt. Ein senkrechter Schaltbetrieb ist nicht vorgesehen und auch nicht erforderlich.

Ebenfalls von der seitlichen, stehenden Winkelwelle wird mit doppelter Räderumsetzung die Hohlspindel für das Ausbohrwerk betrieben. Zu diesem Zwecke sind ein grosses als Planscheibe wirkendes Stirnrad für den langsamen Gang und zwischen den Lagern ein kleineres Rad für den Schnellgang auf die stählerne Hohlspindel gekeilt. Zum Betrieb dieses Schnellganges ist auf der ersten Zwischenwelle ein mit Zahnkuppelung ausgestattes Getriebe vorgesehen, während die zweite Vorgelegewelle samt dem darauf befindlichen Planscheibengetriebe zum Zurückschieben eingerichtet ist. Die Verbindung zwischen der ersten und zweiten Vorgelegewelle ist durch ein ins Langsame übersetzendes Stirnradpaar hergestellt.

Von der Hauptspindel wird ferner in bekannter Weise durch zwei ins Langsame übersetzende Räderpaare eine Zwischenwelle getrieben, mit welcher die lange parallele Steuerwelle durch einen Satz von fünf Stufenrädern in Zusammenhang gebracht wird, wobei noch ein Winkelrad-Wendetriebwerk eingeschaltet ist. Mittels der beiden achsialen Stabkeile wird nicht nur eine Umkehrung oder Abstellung des Schaltganges, sondern noch ein Geschwindigkeitswechsel in einfachster Weise erreicht, während bei ausgelöstem Schneckenradtriebwerk eine rasche Handeinstellung der Bohrwelle zu ermöglichen geht. – Diese wird am freien Hinterende von einem Lagerschlitten an beliebig gewählter Stelle gefasst und dieses Lager vermöge Druckspindel oder Zahnstangenzunge geschaltet, wobei ein Konsollager zur Führung dient.

Beachtenswert ist die konstruktive Ausbildung des Schaltbetriebes für den Langtisch, dessen Einstellung bei ausgerücktem Selbstgang durch Handgriffrad leicht möglich ist. – Für die Ausrückung, sowie für den Gangwechsel ist ein Winkelrad-Wendetriebwerk mit Zahnkuppelung, durch Handhebelstange stellbar, nebst den beiden Reinecker'schen Lagerschwingen vorgesehen, die während des Schaltganges durch Stellknaggen des Tisches selbstthätig ausgerückt werden.

Wie eingangs erwähnt worden ist, findet der Schaltbetrieb für das Langfräsen unmittelbar von einem Deckenvorgelege aus statt, wobei ausrückbare Rädersätze gewöhnlicher Bauart die Anzahl der Schaltungsgrössen verdoppeln und den langsamen Schaltbetrieb liefern. Von dieser Stufen-scheibenwelle wird eine kurze Querwelle und von dieserdurch Einschaltung des vorerwähnten Winkelrad-Wendetriebwerkes eine annähernd im Bettmittel längsseits lagernde Steuerwelle bethätigt, an welcher zwei Lagerschwingen ihren Drehpunkt finden. In einer derselben ist eine Schneckenspindel geführt, in der zweiten sind zwei Stirnräder gehalten, welche als Triebräder für den Schnellgang wirken. Damit wird eine erste Zwischenwelle bethätigt, mit welcher durch ein ins Langsame treibendes Räderpaar eine zweite Zwischenwelle und von dieser erst die Schraubenwelle in Bewegung gebracht, welche ihren Eingriff längsseits in der langen, mit Muttergewinde versehenen Mulde findet, welche, als Zahnstange verglichen, die Fortschiebung des Tisches besorgt.

Textabbildung Bd. 316, S. 396

Diese Ausbohr- und Fräsemaschine ist nach Originalzeichnungen in Fig. 27 und 28 in der Front- und Seitenansicht in der Gesamtzusammenstellung gezeigt, während in Fig. 29 die Einzelheiten des Fräsewerkes, in Fig. 30 und 31 jene des Ausbohrwerkes dargestellt sind. Die besonderen Einzelheiten des Schaltbetriebes für den Tisch zeigen die Fig. 32 bis 35.

Es stellen vor im Fräsewerk Fig. 27 und 28 in knapper Andeutung: a grosse Stufenscheibe, b Winkelwelle, c Stirnrad mit Ausrückkuppelung, für d Schneckenwelle für den Betrieb von Hauptfräsespindel f; ferner sind g Stirnräder für den Betrieb der Nebenspindel h, i Ausrückhebel für diesen Nebenbetrieb, k Schneckenrad für die feine Hochstellung des Fräsewerkzeuges. Es sind ferner ll Stufenscheiben für die Querschaltung, m Schneckentriebwerk mit Ausrückkuppelung zum Handstellbetrieb des Fräseschlittens f durch Kurbelgriff n auf Spindel o, endlich ist p Stabkeil zur Kuppelung bezw. zum Leergang der getriebenen Stufenscheibe l. Eine Auslösung des Schneckeneingriffes scheint nicht vorgesehen zu sein, dafür tritt der Stabkeil p in Thätigkeit.

Am Ausbohr werk bedeuten: q Räder an der ersten, r Räder an der zweiten Triebwelle, s Rad auf der Hauptspindel für den Schnellgang, t Planscheibenrad für schweren Gang der Ausbohrwelle u. Ferner ist v der Druckkopf, welcher in Fig. 27 mit Zahnstangenzunge durch das Schneckentriebwerk w, vermöge Stufenräder x und Wendetriebwerk y, durch Zahnräder z von der Hauptspindel aus geschaltet wird.

Endlich ist a1 (bei s) Ausrückhebel für die Schnellgangkuppelung, b1 Ausrückrädchen für das auf der zweiten Zwischenwelle sitzende Planscheibengetriebe r, c1 Stabkeil für Geschwindigkeitwechsel, d1 Stabkeil für das Wendetriebwerk, f1 Griffrädchen für die Reibungskuppelung am