Text-Bild-Ansicht Band 316

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also

Aus der Gleichung 5 erhält man

Dies eingesetzt

.

Da

wegen dem sehr grossen Werte von Einnerhalb der Fehlergrenzen liegt, kann man auch nehmen

und dies ist unsere Gleichung 7.

Nur genaue Versuche können entscheiden, ob sich die Querschnitte des krummen Trägers bei der Belastung krümmen oder nicht, ob somit unsere erstere oder letztere Darstellung und Anschauung richtig ist; so viel steht aber schon jetzt fest, die Gleichung 1 mitsamt ihrer Ableitung ist unhaltbar, weil sie auf zu augenscheinliche Widersprüche führt.

Die auf den Nebenbahnlinien der französischen Staatsbahnen angewendete Zugstabeinrichtung.

Unter den auf der vorigjährigen Pariser Weltausstellung seitens der Französischen Staatsbahnen zur Ansicht gebrachten Betriebseinrichtungen zählte auch eine auf einigen ihrer Nebenlinien in Verwendung stehende Zugstabanordnung, welche es ermöglicht, von einer Station mehrere Züge – im äussersten Falle vier – hintereinander in gleicher Richtung abgehen zu lassen. Die elektrische Gesamteinrichtung der in Frage kommenden Stationen der französischen Staatsbahnen besteht aus einer für sich abgeschlossenen gewöhnlichen Fernsprechanlage und der Zugstabsicherung S1 und S2, wie sie in Fig. 1 ersichtlich gemacht ist.

Bei der Durchführung des Zugverkehrs auf eingeleisigen Bahnen mit Hilfe des „Zugstabes“ gilt bekanntlich der Grundsatz, dass für jede einzelne Strecke von Station zu Station ein besonderer Gegenstand – in der Regel ein Stab oder ein Fähnchen von bestimmter Form und Farbe, der „Zugstab“ (Trainstaff) – festgesetzt, und nur jenem Zuge die Fahrt, gleichgültig in welcher Richtung, erlaubt ist, dessen Führer sich im Besitze des gedachten Zugstabes befindet. Auf diesem einfachen Wege sind sowohl Begegnungen durch Gegenzüge als Einholungen durch Folgezüge auf den Strecken durchaus unmöglich gemacht; allein die Anwendung des einfachen Zugstabes besitzt dafür die Schattenseite, dass sie Folgezüge überhaupt ganz ausschliesst, aus welcher Beschränkung stets grosse Schwerfälligkeiten in der Abwickelung des Verkehrs erwachsen, sobald in den gewöhnlichen Fahrplan Sonderzüge eingelegt werden sollen, oder wenn die regelmässigen Kreuzungen aus irgend einer Ursache nicht eingehalten werden können. Zu den mancherlei Auskunftsmitteln, welche zur Bekämpfung dieser Schwierigkeit erdacht und eingeführt worden sind (vgl. D. p. J. 1893 288 197), gehört nun auch die in Rede stehende Zugstabsicherung der französischen Staatsbahnen.

Die Aufgabe dieser von Charrin angegebenen Vorrichtung besteht darin, die Nachfolge von drei oder selbst vier Zügen in derselben Fahrtrichtung zu ermöglichen und dabei doch auch die Einhaltung des Stationsabstandes zuverbürgen, sowie die Absendung von Gegenzügen hintanzuhalten. Zu diesem Ende sind für jede Strecke statt nur eines Zugstabes deren vier vorhanden, von denen jedoch vermöge der zugehörigen elektrischen Einrichtung stets nur ein einziger in Benutzung genommen werden kann. In den beiden die zu sichernde Strecke abschliessenden Stationen I und II befindet sich je ein mit einer polierten Holzverschalung umgebener Eisenblechkasten K1 bezw. K2, der in Fig. 1 – um daselbst gleich auch den Lauf der elektrischen Drahtleitungen ersichtlich machen zu können – sowohl in der Ansicht als im Querschnitte dargestellt erscheint. Jeder dieser Kasten hat in seiner Mitte, senkrecht übereinander, vier Schlüssellöcher, in welche die vier nach Art von Schlüsseln gestalteten Zugstäbe c, d, e und f, von denen ein jeder einen von den übrigen abweichend geformten Bart besitzt, hineinpassen, derart, dass sich in das oberste Loch J1 in K1 wie in K2 nur der Zugstab f, in das nächsttiefere nur c, in das dritte nur d und ins unterste nur c einführen lässt.

Textabbildung Bd. 316, S. 409

Hinter jedem Schlüsselloche befindet sich ein Federnkontakt, nach Art der Umschalter an Fernsprechstellen, der für gewöhnlich geschlossen ist, beim Einstecken des betreffenden Zugstabes jedoch durch das kegelförmige, aus Hörn oder Elfenbein bestehende Stabende i auseinandergepresst, d.h. unterbrochen wird. Gleich vor diesen Kontakten c1, c2, c3 und c4, die auf einer Ebonitleiste befestigt sind, befindet sich ein senkrechtes, dünnes