Text-Bild-Ansicht Band 316

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Textabbildung Bd. 316, S. 441

welche das Fliessen verschiedener Stoffgattungen unter gewissen Bedingungen verursacht, so mussten sie entsprechend hervorgerufen und beobachtet werden. Für den Stoff wurde mittels eines Schopper'schen Apparates genau der Trockengehalt des jeweilig verwendeten Stoffes bestimmt, dann eine genau abgemessene Wassermenge hinzugethan, so dass der Stoffgehalt mit genügender Sicherheit angegeben werden konnte. Um Unsicherheiten in der Trockengehaltsbestimmung nach Möglichkeit auszuschliessen, wurden die Stoffteile, welche getrocknet werden sollten, aus den verschiedensten Gegenden eines Stoffpaketes entnommen und gemeinsam getrocknet. Um durch Absetzen des Stoffes im Troge nicht in Gefahr zu kommen, merkliche Fehler zu machen, wurde nahezu fortwährend gerührt.

Längere oder kürzere Wegstücke konnten leicht durch entsprechendes Auswechseln der Rohre und beliebiges Gruppieren derselben erzielt werden.

Die Feststellung des Höhenunterschieds h (Fig. 4) erfolgte durch Nivellieren, hin und zurück, wobei sich meist nur Unterschiede von 1 mm, oft vollkommene Uebereinstimmungen ergaben. Also auch hier waren Fehler merklicherer Art eigentlich ausgeschlossen.

Etwas anderes war es aber mit der Veränderung desGefälles während der Versuchsausführung. Ursprünglich sollte durch vorsichtiges Nachgiessen in den Trog die Ausflussmenge möglichst genau ersetzt werden. Doch bot die Ausführung dieses Gedankens zu viel Widerwärtigkeiten, so dass davon abgesehen und das Sinken des Flüssigkeitsspiegels im Troge um so eher zugelassen wurde, als innerhalb gewisser Grenzen der Fehler, welcher dadurch begangen wird, so klein ausfällt, dass man mit Rücksicht auf die übrigen unvermeidlichen Versuchsungenauigkeiten darüber hinwegsehen kann. Der Beweis ist unschwer zu erbringen.

Bedeutet Q die Ausflussmenge für die Zeit t, so lässt sich das Differential von Q für einen bestimmten Augenblick und für den unendlich kleinen Zeitraum dt bei konstant zu denkendem Gefälle h (während dt) leicht doppelt ausdrücken und solcherart eine Differentialgleichung gewinnen. Es ist nämlich für den Ausflussquerschnitt f : dQ = μ . f . v. dt, wenn μ den Ausflusskoeffizienten und v die Ausflussgeschwindigkeit bedeutet, die veränderlich, während dt aber als konstant anzusehen ist. Andererseits muss aber die ausgeflossene Menge gleich dem Abgange im grossen Gefäss sein, dessen wagerechter Querschnitt F sein möge, d.h. es ist auch: dQ = F . dh. Weil dies