Text-Bild-Ansicht Band 316

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Textabbildung Bd. 316, S. 443

Wenn wir 4 mit 3 vergleichen, so sehen wir als Unterschied nur den letzten Faktor in 4. Dieser Faktor ist aber nahe gleich der Einheit, wenn (h1 – h2) gegenüber h nicht zu gross ist. Denn es ist:

Ist nun

kleiner als die Einheit, so folgt, nach dem binomischen Lehrsatze die beiden letztgeschriebenen Wurzelausdrücke in eine unendliche Reihe aufgelöst gedacht:

Würde nun im grossen Gefässe die Flüssigkeit selbst so weit sinken, dass

, so wäre der Fehler in 4 gegen den richtigen Wert in 3 kaum ⅓ %, so dass also für unsere Versuche ohne weiteres der Vorgang eingehalten werden kann, die Versuche so auszuwerten, als ob sie bei unveränderlicher Ausflussgeschwindigkeit, entsprechend der mittleren Gefüllshöhe, stattgefunden hätten. Zweifellos wird dadurch die Arbeit wesentlich vereinfacht, ohne merkliche Fehler zu veranlassen.

Zu beobachten war dann noch die Zeit für jeden Versuch. Dabei wurde so vorgegangen, dass nach der Bestimmung von Gefälle u. dgl., kurz allem, was nach dem Vorausgeschickten früher gemessen werden konnte, ein Mann auf ein Zeichen hin den verschlossen gewesenen Ausflussquerschnitt frei gab, während ein zweiter Mann auf dasselbe Zeichen hin einen Chronographen laufen liess, der Sekundenfünftel unmittelbar abzulesen gestattete. Auf ein zweites Zeichen schloss der eine Mann die Ausflussöffnung und der andere setzte den Chronographen still. Während des Versuches floss der Stoff in ein geeignetes Gefäss, in welchem die thatsächliche Ausflussmenge sehr gut bestimmt werden konnte.

Diese durch die gemessene Ausflusszeit und den mittleren Rohrquerschnitt dividiert, ergab dann die Geschwindigkeit