Text-Bild-Ansicht Band 316

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Fällen durch Regulierung der Stromstärke mittels regulierbarer Widerstände für die ganze Dauer gleich erhalten und betrug die Entladungsstromstärke in dem einen Falle 42,5, im anderen Falle 75 Ampère. Wie sich nun aus den beiden Kurven ergibt, sinkt die Klemmenspannung zu Beginn ziemlich rasch, um sodann durch längere Zeit in nahezu einer Geraden abzufallen, und erst ziemlich nahe beim Schlusse der Entladung rascher auf die unterste Grenze überzugehen.

Textabbildung Bd. 316, S. 473

Bemerkenswert ist, wenn man Kurve Fig. 8 und Fig. 9 vergleicht, dass sich das Nutzergebnis bei Entladung mit grösserer Stromstärke bedeutend günstiger stellt, als bei der Entladung mit der geringeren Stromstärke, was den bisherigen Erfahrungen, wonach dasselbe bei Vergrösserung der Entladestromstärke stetig sinkt, im Widerspruche zu stehen scheint.

Ueber die Ladestromstärke und Ladespannung sind ebensowenig Angaben zu finden, wie über den Wirkungsgrad oder das Verhältnis zwischen eingelieferter und wiedergegebener Energiemenge.

Ob die Aufgabe, die sich Edison bei Konstruktion dieser Zelle gestellt hat, nämlich eine Zelle zu schaffen, welche folgende Eigenschaften besitzt: 1. Nichtabnutzung durch den Gebrauch, 2. grosse Sammelkapazität pro Gewichtseinheit, 3. Fähigkeit rasch entladen und geladen zu werden, 4. Widerstandsfähigkeit gegen fahrlässige Behandlung und 5. Billigkeit, hiermit jedoch gelöst erscheint, bleibt mehr als fraglich, wenn auch zugestanden werden muss, dass wenn die Angaben auf Thatsächlichem fussen, hierdurch ein weiterer wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiete des Akkumulatorenbaues zu verzeichnen ist.

Betrachtet man diese Punkte einzeln und für sich, so zeigt sich bei näherem Eingehen auf die Vorgänge 5 im Innern des Elementes bei Ladung und Entladung, dass eine fortwährende Ausdehnung und Zusammenziehung der aktiven Massen stattfinden muss, indem dieselben einesteils Sauerstoff aufnehmen, andernteils abgeben und hierdurch ihr Volumen verändern. Der wechselnde Druck dieser Massen auf die umgebende Umhüllung wird, wenn dieselbe auch eine grosse Elastizität besitzt, doch im Laufe der Zeit deformierend auf dieselbe einwirken und deren endliche Zerstörung bedingen. Desgleichen scheint sich der Graphit nicht, wie angenommen wird, vollkommen inaktiv zu verhalten, indem nachgewiesen erscheint, dass an den Elektroden Kohlenoxydgas auftritt, welches doch nur von einer Oxydation des Graphites herrühren kann. Durch diese Zerstörung des Graphites muss nun der Akkumulator in seiner Leistung zurückgehen, um endlich ganz unwirksam zu werden. Auch dürfte an den Berührungspunkten zwischen den Stahlplatten des Rahmens und den nickelplattierten Trögen ebenso eine Zerstörung auftreten wie bei den Bleiträgern im Akkumulator. Sind daher auch alle Bedingungen so günstig als möglich, so kann doch von einer absoluten Nichtabnutzung durch den Gebrauch nicht die Rede sein.

Was nun die Sammelkapazität pro Gewichtseinheitbetrifft, so ist dieselbe jedenfalls als günstig zu betrachten. Die bisherigen Erfahrungen sind jedoch nur an neuen derartigen Zellen gesammelt. Findet jedoch die Zerstörung des Graphites wirklich statt, so wird ein Sinken der Kapazität und ein Steigen des inneren Widerstandes hiermit Hand in Hand gehen, wodurch die anfänglich günstigen Ergebnisse nicht für die Dauer aufrecht zu erhalten sind.

Wie lange dieser Umwandlungsprozess währt, lässt sich nur auf Grund länger währender Erfahrungen ermitteln.

Die Fähigkeit, rasch geladen oder entladen zu werden, welche hier durch viele und dünne Platten erreicht wird, ist zwar vorhanden, doch muss dieselbe mit fortschreitender Zerstörung des Graphites, welche die Leistungsfähigkeit beeinflusst, ebenfalls nach und nach zurückgehen.

Die Widerstandsfähigkeit gegen fahrlässige Behandlung ist zwar in grösserem Masse vorhanden, allein auch dieser sind durch die Vorgänge im Innern des Akkumulators gewisse Grenzen gesetzt und wird zu häufiges Ueberschreiten der zulässigen Stromstärke sowohl beim Laden als Entladen das erwähnte Zerstörungswerk nur befördern.

In Bezug auf den Preis hofft Edison zwar durch geeignete rationelle Fabrikation mit dem Bleiakkumulator konkurrieren zu können; allein es ist auch, wenn dies zutrifft, der Erfolg kein sehr grosser, da der Bleiakkumulator einmal untauglich geworden, noch immer einen gewissen Wert beibehält, indem das Material desselben immer wieder verwertet werden kann. Ein untauglich gewordener Edison-Akkumulator dürfte hingegen kaum mehr eintragen als den Preis von altem Eisen, da ein Rückgewinn der Nickelpräparate mit grösseren Auslagen verbunden sein dürfte, als deren Wert beträgt.

Textabbildung Bd. 316, S. 473

Als schwerwiegendster Nachteil dieses Akkumulators dürfte jedoch dessen geringer Nutzeffekt zu bezeichnen sein, welcher kaum mit 50%, bei rascher Ladung aber noch viel geringer anzunehmen ist. Es ergibt sich dies aus der Erwägung, dass die chemische Verwandtschaft des Eisens zum Sauerstoff eine viel innigere ist, als die des Bleies, somit zum Zerlegen der Eisen-Sauerstoffverbindung eine viel grössere Energiemenge erforderlich sein wird, wobei die Verluste durch Erwärmung relativ grössere werden müssen als bei einer Verbindung, die ihren Sauerstoff leichter abzugeben vermag.

Auch in Bezug auf die elektrolytische Wirkung des