Text-Bild-Ansicht Band 316

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der Gegenhalter c ausser Wirksamkeit gesetzt werden. Zum Hubwechsel des Schlittentisches dienen regelbare Anschlagknöpfe s (Fig. 73 und 74), welche auf den Schwinghebel t treffen, der mittels Gabel die Zahnmuffe g fasst. Damit nun diese Muffe g von einer Einrücklage durch die freie Mittellage in die entgegengesetzte Stellung ohne Stillstand gebracht werde, ist eine Hilfskraft erforderlich, welche den Schwinghebel t durch die Totlage hinüberzwingt. Diese Kraft wird durch die Feder u geliefert, welche die Hebelschwinge v hochzieht, die vermöge ihrer Keilschneide v1 den Hebel t seitwärts drückt. Dagegen wird durch die Anschlagkraft des Tisches o die Schwinge v niedergezwungen und die Feder u gespannt, wozu ein Gabelschenkel des Hebels t mit einer entsprechenden Keilschneide t1 ausgerüstet ist. – Soll nun bei abgestelltem Selbstgang der Schlittentisch durch Hand bewegt werden, so wird die Reibungskuppelung w mittels Griffmutter x gelöst und durch das angeschlossene Griffrad y der Handbetrieb eingeleitet, wobei der federgespannte Anschlag z im Hebel t vorher zurückgezogen sein muss.

Textabbildung Bd. 316, S. 479

Besonders bemerkenswert ist die selbstthätige Vorschiebung des Schleifradschlittens a. Von der Triebwelle h wird bei eingerückter Zahnkuppelung a1 durch Winkelräder b1 die Welle c1 und damit eine federgespannte Zahnscheibe d1 (Fig. 71 und 75) im Sinne der Tischschlittenbewegung rechts- und linksumlaufend bethätigt. Zwischen dieser Zahnscheibe d1 und der federnden Stirnscheibe an der Welle c1 ist ein Reibungsring e1 eingeschlossen, welcher einen flachen Hebel f1 mitnimmt, der die Zahnklinke g1 zum Schwingen veranlasst. Da nun diese Klinke dadurch in Eingriff mit der Zahnscheibe d1 gelangt, so wird bei jedem Tischhube die Klinke samt dem Gehäuse h1 je zu einer einzigen Umdrehung gezwungen, welche durch den festen Anschlagzahn i1 begrenzt wird. Weil nun damit gleichzeitig die obere Nase der Klinke g1 an den festen Anschlagstift h1 trifft, so wird dadurch auch die Klinke aus der Zahnscheibe d1 gehoben, so dass bei fortlaufender Zahnscheibe d1 das Gehäuse h1 zur Ruhe kommt. – An die vordere Stirnseite dieses Gehäuses ist ein Kurbeltriebwerk l1 mit stellbarem Stirnzapfen angeschraubt, dessen Schubstange m1 eine Hebelschwinge n1 treibt, deren federnde Doppelklinke o1 in die mit Sägezähnen versehene Steuerscheibe p1 einsetzen. Um aber den wirksamen Schaltbogen vom Kurbeltriebwerk unabhängig und dabei die Schaltgrösse bei gleichbleibendem Kurbelhub veränderlich zu machen, ist auf einen Teil des Umfangs der Steuerscheibe p1 ein Verdeck, ein Blendrahmen oder ein maskierendes Segmentstück q1 stellbar, über welches die Doppelklinke o1 im Rücklauf gleitet und im Vorlauf vom Eingriff in die Steuerscheibe p1 zurückgehalten wird. Damit ist man in die Lage gesetzt, selbst bei voll ausholendem Schwinghebel n1 nur einige Zähne der Steuerscheibe p1 schalten zu können.

Um aber selbst die ganze Vorschaltung des Schleifwerkes a endgültig zu begrenzen, ist eine Einrichtung getroffen, durch welche der Blendrahmen q1 in den vollen Wirkungsbogen des Kurbeltriebwerkes geschoben wird, wodurch jede Schaltung aufhört. Dies geschieht durch Anschlag der Nase r1 (Fig. 71) an den in der festen Ringnutscheibe s1 stellbaren Stift u1.

Durch die Steuerwelle w1 wird ferner vermöge einer stehenden, in Fig. 70 nicht sichtbaren Zwischenwelle, welche im Lagerbock x1 geht, das Rad y1 bethätigt, welches als Mutter zur festgestellten Schraubenspindel z1 wirkt und dadurch den Schleifradlagerschlitten zur Vorbewegung zwingt. Wenn dagegen, gleichgültig ob im Ruhestand oder im Arbeitsgang, die auf z1 wirkende Druckschraube z2 gelüftet wird, so kann vermöge des Griffrades die Rückstellung des Schleifwerkes unverzüglich besorgt oder während des Arbeitsganges die selbstthätige Schaltung abgestellt werden. Dies erfolgt an der vorderen Maschinenseite ebenfalls durch Ausheben der Doppelklinke o1, wobei das vordere Handrad w2 Einstellungen des Schleifrades durch Hand ermöglicht.

Sollen auf einer Rundschleifmaschine auch Gegenstände nach Schablonen geschliffen werden, so erfährt die vorbeschriebene Maschine einige konstruktive Aenderungen, die in Fig. 76 besonders hervorgehoben werden.

Die Deckplatte a2, an welcher das Lagerböckchen x1 für die stehende Zwischenwelle angegossen ist, steht nicht fest, wie in Fig. 70, sondern ist schlittenartig ausgebildet, und wird durch ein Hängegewicht b2 beständig nach rechts gedrängt, wobei eine Kopfschraube c2 die Hubbegrenzung sichert. Entsprechend dieser Verschiebungsgrösse ist die sonst für die selbstthätige Schleifradschaltung vorgesehene Steuerwelle w1 mit Längsnut ausgestaltet, so dass sich diese in das untere Schraubenrad y2 einschieben kann.

Textabbildung Bd. 316, S. 479

Weil nun während des Schleifbetriebes mit Schablonenführung die selbstthätige Schaltung abgestellt sein muss, so werden die Schraubenräder y1 und y2 sperrend wirken. Es kann daher bei gelüfteter Klemmschraube z2 durch das Handrad d2 eine Nachstellung des Schleifradlagers a vorgenommen werden, wobei die im Drehteil f2 sitzende Spannfeder u2 den Oberschlitten g2 nach links zieht. Auf diesem Oberschlitten ist die Kopfplatte h2 wieder dreh verstellbar, so dass das Schleifradspindellager a Schräglage zur Bettkante erhalten kann. Am Drehteil f2 ist nun der gehärtete Leitstift i2 eingesetzt, welcher gegen die in einem Halter k2 eingesetzte Schablone l2 drückt.

Die vorbeschriebene Rundschleifmaschine Nr. 2 mit 215 mm Spitzenhöhe und 1500 mm grösste Länge zwischen Spitzen, ist zum Rundschleifen von Gegenständen von 400 bezw. 500 mm Durchmesser geeignet. Walzen, Riffelcylinder, deren Ballenlänge unter 1500 mm beträgt, können mit Hilfe von Setzlagern auch geschliffen werden, sofern