Text-Bild-Ansicht Band 316

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ihre Gesamtlänge 1500 mm überschreitet. Das aus Fest- und Losscheibe von 300 mm Durchmesser und 240 mm Gesamtbreite für 115 mm breiten Antriebriemen zusammengesetzte Deckenvorgelege geht mit 350 Minutenumläufen und besitzt auf seiner parallelen Nebenwelle eine Trommel, deren Länge dem Tischhube angemessen ist. Bei Schleifmaschinen dieser Grösse kann die selbstthätige Nachstellung des Schleif Werkes auch in Wegfall kommen, was eine Vereinfachung und eine demgemässe Verbilligung der Maschine bedingt.

Eine zweite kleinere Ausführung Nr. 1 dieser Maschinengattung enthält ebenfalls die durch D. R. P. Nr. 74159 und Nr. 77100 gedeckten Einrichtungen der vorbeschriebenen grösseren Maschine Nr. 2, ist aber nur für Gegenstände bis 320 mm Durchmesser und 750 bezw. 1000 mm Spitzenweite bemessen und wird mit Antriebriemen von 95 mm Breite auf 250 mm grosse Fest-Losscheibe getrieben. Diese Maschine von allgemeinster und vielseitigster Verwendungsfähigkeit leistet in allen Fällen, wo grosse Genauigkeit gehärteter Maschinenteile, wie Zapfen, Büchsen, Ventilspindeln, Schieber, Kolbenstangen u. dgl. verlangt wird, bei geringeren Ansprüchen an die Geschicklichkeit des Arbeiters, eine vollkommene Arbeit, gegenüber der älteren, mangelhaften Schleifdrehbank. In besonderen. Betrieben, wie im Werkzeugbau, in Gewehr- und Geschossfabriken, im Nähmaschinenbau u.s.w. sind solche Rundschleifmaschinen geradezu unentbehrliche Hilfsmittel geworden. Eine noch kleinere Maschine Nr. 0 ist nur für das Trockenschleifen von Vollkörpern eingerichtet, es entfallen daher am Bett und Tischwerk die sonst üblichen Wasserrinnen und die Schutzränder.

Textabbildung Bd. 316, S. 480

Während zum Schleifen langer konischer Werkstücke die obere Tischplatte im Winkel verstellt wird, erhält der Bundlaufspindelstock beim Schleifen kurzer Kreise Winkelverstellungen von 0 bis 90°. Solange Vollkörper geschliffen werden, erhält das Schleifwerk die in Fig. 70 und 76 gezeigte Lage. Sobald aber Büchsen oder sonstige Ringkörperhohlgeschliffen werden sollen, muss dem um 90° verdrehten Schleifwerk eine Winkellage gegeben werden, sofern konisch hohlgeschliffen werden soll. In der Regel erhält aber der Rundschleifspindelstock die entsprechende Winkelstellung.

Zum Genauschleifen langer Maschinenteile wie Kolbenstangen von Kompressoren u. dgl. baut J. E. Reinecker Rundschleifmaschinen von 3000 bis 5000 mm Spitzenweite, bei welchen aber die Schlittenbewegung dem Schleifwerk zugewiesen ist, während der Rundlaufbetrieb konischer Werkstücke bei Schräglage der oberen ruhenden Tischplatte durch Spindel- und Reitstock gewöhnlicher Bauart vermittelt wird. Die grössere Maschine von 5000 mm Spitzenweite besitzt zwei selbständige Schleifwerke, um das lange Werkstück an zwei Stellen gleichzeitig in Angriff nehmen zu können. Durch eine besondere Tischeinrichtung kann diese Maschine auch zum Formschleifen mittels Schablonen auf Längen bis 600 mm verwendet werden.

J. E. Reinecker's stehende Hohlschleifmaschine.

Werden schwere Gegenstände auf freiliegender Planscheibe an liegender Spindel hohl geschliffen, so bedingt das unvermeidliche Ueberhängen der Planscheibe eine nicht gering zu schätzende Fehlerquelle. Diese wird bei Maschinen mit horizontaler Planscheibe auf stehender Spindel, also freier Achse, selbst dann wesentlich gemildert, wenn die Werkstücke einseitig ausladen. Bei ringförmigen Werkstücken verschwindet der Fehler um so eher, als die lange, freiliegende Schleifradspindel selbst keinen Biegungen durch das Eigengewicht ausgesetzt ist. Es wird daher in solchen Fällen mit stehenden Schleifmaschinen eine grössere Genauigkeit der Hohlschleifarbeit zu erzielen möglich sein, als mit solchen liegender Anordnung.

Die nach Originalzeichnungen in Fig. 77 bis 82 dargestellte Schleifmaschine zeigt in der Hauptanordnung sowohl, als auch in der baulichen Ausführung der Einzelheiten