Text-Bild-Ansicht Band 316

Bild:
<< vorherige Seite

kleinen Kessel bildet, in dem Wasser durch die Heizgase erwärmt wird; mittels eines Ablasshahnes kann der Kessel unabhängig von dem Hauptkessel entleert werden.

Textabbildung Bd. 316, S. 495
Textabbildung Bd. 316, S. 495

Diese Einrichtung konnte bei Wagen mit durchgehendem Gang wegen der grossen Länge des Umlaufes nicht beibehalten werden. Der Umlauf ist hier ein fortwährender, d.h. das aus dem Kessel austretende warme Wasser durchläuft sämtliche Heizkörper, ehe es in den Kessel zurückkommt. Der Kessel befindet sich in einer Ecke an dem einen Ende des Wagens, hat ein einziges Schlangenrohr und innere Feuerung mit drehbarem Rost, welcher nicht geschaukelt, sondern mittels eines Handgriffes hin und her geschoben wird. Mittels einer praktischen Einrichtung kann der Rost gereinigt werden, ohne Feuer aus demselben herausfallen zu lassen. Diese besteht aus einem kleinen Gewindeträger im unteren Teil des Feuerraumes, mittels dessen Schlacken oder Steine entfernt werden können, ohne das Feuer zu beeinträchtigen. Das Rauchabzugsrohr geht durch den hinteren Teil des Kessels und endet in einem behufs Reinigung des Rohres aufklappbaren Ventilator. Das warme Wasser steigt aus dem Schlangenrohr etwas in die Höhe und mündet in den Druckregler, welcher sich über den Leitungen der Heizkörper befindet; ein Schwimmer zeigt den Wasserstand in dem Regler an. Aus diesem austretend teilt sich das Ausflussrohrin zwei Arme, deren einer in den oberen, der andere in den unteren Teil des Wagens führt. Mittels dieser wird der Gang erwärmt, an dessen Ende sich die Arme wieder in ein Rohr vereinigen, welches durch die Heizkörper geht und von dort in den unteren Teil des Kessels zurückführt. In den Luxuszügen sowohl der Nord- wie der Ostbahn werden noch andere Heizungsanlagen gebraucht, welche jedoch nur Abänderungen der vorbeschriebenen sind, und daher hier nicht besonders berücksichtigt werden.

Heizungsanlage der Westbahn. Der in Fig. 12 dargestellte, auf der Westbahn gebräuchliche Ofen hat, wie der der Ostbahn, nur ein Schlangenrohr und ist gewöhnlich an der hinteren Seite des Wagens nahe den Buffern, seltener an der Längsseite untergebracht. Die Ausgangsleitung des warmen Wassers geht direkt in den Druckregler, welcher sich direkt unter der Bank des nächstgelegenen Abteiles befindet, und von hier zweigen sich die Speiseröhren für die Heizkörper ab. Die Anordnung der Leitungsröhren veranschaulichen die Fig. 13 bis 16. Der Umlauf ist doppelt; in die eine Abteilung der Heizkörper tritt das heisse Wasser ein, während in der anderen in entgegengesetzter Richtung ein Strom kalten Wassers zirkuliert. Dieses System benachteiligt jedoch die allgemeine Zirkulation, da infolge der Erwärmung des kalten Wassers an den warmen Wänden und des teilweisen Wärmeverlustes des warmen durch die Nähe des kalten Wassers binnen kurzem in den beiden Abteilungen ein Ausgleich stattfindet, und die Bewegung des Wassers gestört wird.

Das von der Westbahngesellschaft benutzte Heizmaterial ist eine walzenförmige Holzkohle, welche zwar hoch im Preise ist, jedoch sehr langsam brennt, nicht leicht verlischt und wenig Aufsicht erfordert.

Textabbildung Bd. 316, S. 495

Vorteile und Nachteile der Heizung mit Wärmeröhren. Die Heizung mit Wärmeröhren bietet vor allem den Vorteil der Gleichmässigkeit der Wärme, da der erzeugte Dampf, welcher nicht unter Druck steht, 100° nicht übersteigen kann. Die Apparate sind im praktischen Gebrauch derart eingerichtet, dass die Heizkörper eine Wärme von ungefähr 80° erteilen. Die durch das Wasser erzeugte Wärme ist viel angenehmer, als die durch heisse Luft erzeugte, welche übrigens schwer zu regulieren ist; auch werden die Unzuträglichkeiten, welche durch ein Heizsystem mit Verbrennungsgasen entstehen, verhütet Heizungsanlage der Westbahn. welch letztere durch Spalte hindurchtreten und die Luft infizieren. Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Umstand, dass man eine für jeden Wagen abgeschlossene Heizung hat, die von der Zusammensetzung des Zuges unabhängig ist, was, wie sich