Text-Bild-Ansicht Band 316

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Textabbildung Bd. 316, S. 507

und

oder mit T = 1 und p = 1:

. . 12)

Das Verfahren zur Ermittelung von Tx ist in Fig. 4 dargestellt und bedarf nach dem Vorangegangenen keiner weiteren Erklärung.

Auf Grund des angegebenen Verfahrens sind in den Fig. 5 bis 8 die Exponenten und Temperaturkurven einiger Diagramme von Motoren und in den Fig. 9 und 10 die Kurven zweier Kompressordiagramme dargestellt.

Fig. 5 ist das Diagramm eines Leuchtgasmotors der Firma Gebrüder Körting in Körtingsdorf bei Hannover.

Der Motor hat einen Cylinderdurchmesser von 175 mm, 300 mm Hub und macht 224 bis 226 Umdrehungen. Die Entzündung der Ladung erfolgt durch einen automatischen Glühzünder.

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Fig. 6 stellt das Diagramm eines Kraftgasmotors derselben Firma dar von gleichen Abmessungen wie der oben erwähnte Leuchtgasmotor. Der Motor arbeitet mit elektrischer Zündung. Indieser Figur ist die Kompressionskurve gestrichelt eingetragen, wie sie nach dem festgestellten Mittelwerte von ne wirklich verlaufen würde. Die wirkliche Kurve stimmt mit der Kontrollkurve sehr gut überein. Das Verfahren zur Ermittelung von n ergibt also genügend genaue Werte.

Zur Verzeichnung der Kontrollkurve ist das von Prof. Hartmann aufgestellte Verfahren angewendet worden1), nachdem vorher die Grösse von v1 bestimmt worden ist nach der Gleichung:

In Fig. 7, dem Diagramm eines Körting'schen Benzinmotors mit elektrischer Zündung, ist ebenfalls das Hartmann'sche Verfahren zur Kontrolle des Expansions- und Kompressionsexponenten angewendet worden. Die Kontrollkurven sind gestrichelt eingetragen; sie schliessen sich den wirklichen gut an. Bemerkenswert ist der niedrige Exponent (0,9) der Kompression. Die Verbrennungsluft wird bei diesem Motor durch die Auspuffgase stark vorgewärmt, infolgedessen macht sich der Einfluss der kühlen Cylinderwandungen hier ganz besonders stark bemerkbar.

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Fig. 8 zeigt das Diagramm eines stehenden Petroleummotors der Firma J. M. Grob und Co. in Leipzig-Eutritzsch. Die Maschine arbeitet mit Vergaserzündung. Die Zündung erfolgt automatisch. Der Exponent der Expansion ist mit ne = 1,35 wesentlich grösser, als in den vorhergehenden Diagrammen. Im wesentlichen ist diese Erscheinung wohl auf den bedeutend grösseren Kompressionsraum und der geringeren Kolbengeschwindigkeit zuzuschreiben.

Das Diagramm Fig. 9 ist einem Kompressor entnommen, der mit Mantelkühlung arbeitet, während Diagramm Fig. 10 einer Maschine entstammt, die ausserdem noch Einspritzkühlung hat. Der intensivere Einfluss der letzteren ist sehr markant in dem Verlauf der Temperaturkurve ausgeprägt.

Zum Schluss sei noch bemerkt, dass für sämtliche dargestellten Diagramme der Federmassstab 3,33 mm = 1 kg gewählt worden ist.

1)

Gleichzeitige Bestimmung der Polytrope und Charakteristik für ein aufgenommenes Indikatordiagramm. Z. 1895, S. 194.