Text-Bild-Ansicht Band 316

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Nach Gleichung 19 ist

,

somit abgerundet

F = 720 qcm.

Der Durchmesser des Cylinders (Gleichung 20)

.

Den Dampfverbrauch betreffend ist

nach Tabelle V bei φ = 0,17 ξ = 7,37
IV φ = 0,17 μ = 1,096
und III c = 1,7 ϰ = 1,02.

Das spezifische Gewicht des Dampfes bei 7,2 = p1 γ = 3,756 (nach Gleichung 26).

Mit diesen Werten ergibt sich der stündliche Dampfverbrauch für 1 PSi (Gleichung 26 a)

Es ist aber

und damit

gi = 9,57 kg.

(Schluss folgt.)

Der Holländer.

Von Professor Alfred Haussner in Brünn.

(Fortsetzung von S. 474 d. Bd.)

II. Walze und Grundwerk.

a) Das Mahlen.

Das Zerkleinern der Fasern, das in erster Linie Zweck der Walze und des Grundwerkes ist, können wir uns ungefähr in folgender Art vorstellen. Zwischen dem bewegten Walzenmesser mit der Unterfläche ac (Fig. 22) und dem Grundwerksmesser mit der Oberfläche bd wird ein Stück Zeug, ein faseriges Büschel, einerseits geklemmt, andererseits fortgeschoben und dabei teilweise zerschabt. Denn durch den Druck, mit welchem die beiden Messer aufeinander liegen, werden die Fasern an der ganzen Fläche, nach welcher die beiden Messer augenblicklich übereinander sind, gequetscht, während die Fasern vor dem Walzen- und hinter dem Grundwerksmesser etwas aufquellen. Dadurch und durch die Reibung, welche der Walzendruck veranlasst, werden die Fasern einerseits von den Grundwerksmessern zurückgehalten, andererseits von den Walzenmessern mitgerissen. Unter diesen einander entgegengesetzten Wirkungen tritt Trennung, Zerschaben der Fasern bei den Walzen- und bei den Grundwerksmessern ein. Es ist wohl zweifellos, dass für die Energie, mit welcher diese Zerteilungsoperation vor sich geht, der auf jedes Flächenelement entfallende, also auch der spezifische Druck (pro Flächeneinheit) massgebend ist, ohne dass etwa behauptet werden wollte, dass die Wirkung dem spezifischen Drucke direkt proportional sei. Aber die Thatsache ist durch zahlreiche Beobachtungen in der Papiermacherpraxis als unbestreitbar hinzustellen, dass für jede Stoffart, für jede Art des Mahlungszustandes ein gewisser spezifischer Druck zu wählen ist. Hat man also eine bestimmte Eintragung, welche, sei es zu „röschem“ oder zu „schmierigem“ Stoffe, vermählen werden soll, so ist es durchaus notwendig, nicht bloss wünschenswert, einen bestimmten spezifischen Arbeitsdruck festzuhalten.

Textabbildung Bd. 316, S. 522

Es könnte dieser spezifische Druck bei gewisser Anordnung so hoch werden, dass nach Fig. 22 die Fasern an der Quetschstelle durchgedrückt, wirklich abgeschoren werden, was im allgemeinen wohl nicht stattfinden soll. Oder der spezifische Arbeitsdruck könnte durch geeignete Wahl der Verhältnisse etwas niedriger ausfallen, so, dass die Fasern wohl noch nicht durchgeschnitten werden, aber infolge hohen spezifischen Druckes doch recht kurz geschabt werden: röscher Stoff, oder endlich der spezifische Druck kann relativ klein gehalten werden, es wird vorsichtig geschabt, die Teilchen der Fasern fallen verhältnismässig lang aus: schmieriger Stoff.

Es ist dies eine keineswegs neue Anschauung, sondern eine solche, die in den Kreisen der praktischen Papiermacher ebensowohl, wie in jenen der sogen. Theoretiker durch die Art der Werkzeuge, mit denen man es zu thun hat, wie auch durch die Resultate, welche man erzielt, als gerechtfertigt angesehen wird.

Vergleichen wir nur die mikroskopischen Bilder der Fasern in sehr verschiedenen Papiersorten miteinander, Bilder, welche in der Charlottenburger Anstalt von Daten gewonnen und in den Mitteilungen jener Anstalt, Heft 5/6, 1896, veröffentlicht worden sind: Fig. 22a – k. Da erkennen wir das Zerschleissen in ungemein feine Teilchen (man muss ja die bedeutende 25fache Vergrösserung berücksichtigen) in den meisten Fällen, das Durchdrücken (bei den schärfer begrenzten Faserenden) viel seltener. Es ist unbegreiflich, wie der ganzen Lage nach in jüngster Zeit von Ereky1) die Trennung der Fasern so erläutert werden konnte, dass selbe an beiden Enden gehalten und in der Mitte belastet gedacht werden. Unbegreiflich ist diese Erklärung deshalb, weil wohl nicht daran zu denken ist, dass die Fasern auf den Grundwerksschienen aufliegen, da festgehalten und dazwischen von den Walzenmessern beansprucht werden. Das Walzengewicht ist durch den Gegendruck der Grundwerksschienen ausgeglichen. Wenn je eine Walzenschiene auch nur geringfügig in einen Zwischenraum des Grundwerkes sinken würde, so müsste unbedingt etwas brechen. Es ist also nur das Arbeiten unter Druck an den Berührungsstellen der Messer zwischen Walze und Grundwerk, was die Verkleinerung veranlasst.

Textabbildung Bd. 316, S. 522

Soll das aber überall gleichmässig geschehen, so brauchen wir unveränderlichen spezifischen Druck. Wenn wir nun überlegen, dass ja dieser Druck zur Verkleinerung der Einzelfasern schliesslich und endlich verwendet werden soll, so zwingt sich der Schluss auf, dass es höchst wünschenswert ist, nicht bloss einen mittleren spezifischen Druck, sondern von Messer zu Messer den Druck, in jedem Augenblick womöglich, auf der einmal bestimmten Höhe zu erhalten. Jagenberg in seiner urwüchsig geschriebenen Arbeit:

1)

D. p. J. Bd. 316 S. 239 (Fig. 16).