Text-Bild-Ansicht Band 316

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dass die Riemengabel 32 den Riemen auf die lose auf der Welle 13 sitzende Scheibe 14 bringt. Dadurch werden die Spindeln 2 und 3 so bewegt, dass sie den Wagen über die Rostfläche führen, wobei er dieselbe mit Brennstoff beschickt. Wird nun der Hebel 36 von der am äusseren Ende der Spindel 3 vorgesehenen Scheibe 41 getroffen, so wird die Riemengabel umgestellt, und der Riemen auf die Scheibe 41 geleitet. Dadurch wird den Spindeln 2 und 3 die umgekehrte Drehungsrichtung erteilt, und der Wagen zurückbewegt, bis er, im Kasten 43 angelangt, auf. den Stift 42 drückt, welcher die Gabel in ihre Mittelstellung und den Riemen auf die Losscheibe 15 bringt.

In Haier, Dampfkesselfeuerungen zur Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung, Berlin 1899, S. 23 und 24, ist bereits eine ähnliche Vorrichtung, der Kohlenaufschütter von Strupler, beschrieben. Ein mit jalousieartigen Klappen, die eine geschlossene Fläche zu bilden vermögen, ausgestatteter Rahmen wird in die Feuerung gestossen und entleert sich über dem Roste durch Umkippen der Klappen. Der Vorrichtung wird von Haier ein im ganzen günstiges Zeugnis ausgestellt, und als Hauptübelstand nur angesehen, dass bloss Kohlen von bestimmter Korngrösse aufgegeben werden dürfen. Dieser Mangel kommt nicht in Betracht für Bezirke, deren Gruben bereits gerätterte Kohle von bestimmtem Korn liefern.

VII.
Beschickung der Rostfläche mittels Förderschnecke.

Die Beschickungsvorrichtungen mittels Förderschnecke ordnet man zweckmässig derartig an, dass die Fördermittel durch die geförderte Kohle bedeckt und gegen Wärmestrahlung geschützt sind. Zu diesem Ende wird die Rostfläche in der Mitte geteilt, und dadurch zwischen den Rosthälften ein Schlitz gebildet, unter welchem sich das Fördermittel bewegt. Der Brennstoff steigt in dem Schlitze unter der Einwirkung des Fördermittels hoch und fällt fortlaufend über die Rosthälften.

Als Beispiel einer derartigen Anlage kann die Beschickungsvorrichtung von H. M. Williams in Fort Wayne (Vereinigte Staaten, Nordamerika) dienen. Fig. 61 zeigt einen Längsschnitt, Fig. 62 einen Querschnitt derselben.

Von dem Vorratsbehälter C geht nach einem unterhalb der Feuerung – hier einer Feuerbüchse B – liegenden wagerechten Kanal 3 eine seitlich am Vorratsbehälter angebrachte, mit Rumpf 5 versehene Rutschbahn 4, durch welche die Kohlen nach dem Kanal 3 befördert werden. In letzterem bewegt sich über Rollen 6 ein endloses Förderband 7, welches mit gitterförmig angebrachten Schaufeln 8 besetzt ist und die Kohlen nach dem senkrechten Schlitze 2 befördert. Letzterer mündet in der Mitte des Rostes 1, der nach den Seitenwänden hin geneigt ist und auch nach hinten abfällt.

Textabbildung Bd. 316, S. 574
Textabbildung Bd. 316, S. 574

Die Bewegung des Bandes 7 erfolgt durch die Welle der einen Rolle 6 durch das Schneckenrad 9, welches von dem Schraubengang 10 einer im Gestell gelagerten und mit Schaltrad 12 versehenen Welle gedreht wird. Schaltrad 12 wird von der auf Hebel 14 sitzenden Schaltvorrichtung13 bewegt. Hebel 14 dreht sich lose um die Welle des Schraubenganges 10 und wird durch Vermittelung eines Zapfens 20 des Gelenks 19 von der auf der irgendwie bewegten Welle 15 sitzenden Hubscheibe 17 auf und ab bewegt. Durch Verstellen des Zapfens 20 in der Schleife 16 kann der Hub des Hebels grösser oder kleiner gemacht werden. Das Verstellen des Zapfens 20 erfolgt vom Heizerstand aus durch Vermittelung der Gelenkstange 21 des Hebels 22.

Textabbildung Bd. 316, S. 574
Textabbildung Bd. 316, S. 574

Wenn infolge Stillstandes der Maschine auch die Welle 15 still steht, kann die Beschickung der Feuerung von Hand und zwar ebenfalls vom Heizerstand aus durch Vermittelung der Gelenkstangen 25 und 19 a und der Schaltvorrichtung 26 erfolgen.

Der Rechen 24 verhindert, dass die vom Band 7 geförderte Kohle wieder nach dem Kanal 3 zurückkehrt.

Bei Feuerungen, denen der Brennstoff mittels einer Förderschnecke von unten zugeführt wird, kann, wenn gewisse Kohlensorten, z.B. solche, welche reichliche Mengen von Kohlenwasserstoffen entwickeln, gebrannt werden, eine solche Erwärmung des Schneckengehäuses eintreten, dass sich die gebildeten öligen Erzeugnisse an den Wandungen festsetzen und den Vorschub des Brennstoffs erschweren, Befürchtungen, die für derartige Feuerungsanlagen bereits von Haier (Dampfkesselfeuerungen zur Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung, Berlin 1899, S. 119, oben) ausgesprochen worden sind. Diesem Uebelstande zu begegnen wird nach der Undefreed Stoker Company limited in London eine das Gehäuse kühlende Luftkammer um dasselbe gelegt, durch welche stets ein Strom frischer Luft streicht.

Fig. 63 zeigt einen Längsschnitt durch eine solche Feuerung, Fig. 64 einen Grundriss derselben, Fig. 65 einen Querschnitt durch einen Düsenkasten in grösserem Massstabe, Fig. 66 eine Seitenansicht bezw. Längsschnitt durch den Düsenkasten, Fig. 67 einen senkrechten Querschnitt durch die gesamte Feuerungsanlage, Fig. 68 eine abgeänderte Ausführungsform des unteren Teils von Fig. 65.

Der Brennstoff wird aus dem Trichter a durch die Förderschnecke b dem Behälter d zugeführt. Der Boden des Zuführungsrohres e ist von einem auf jeder Seite bis an den Boden der Düsenkästen reichenden Luftraum f umgeben (Fig. 65 und 67). Die Luftkammer f ist mit einer