Text-Bild-Ansicht Band 316

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Wir setzen

und

so entsteht

. . 6)

Hiermit ist X berechnet. Dieser Wert stimmt nach einer kleinen Umformung mit dem von Prof. Müller-Breslau auf Seite 142 der Neueren Methoden der Festigkeitslehre und der Statik der Baukonstruktionen genau überein. Nur sei bemerkt, dass sich in der Formel für u'' ein Druckfehler befindet; denn es muss heissen:

statt:
. Wir haben hier Bogen und Stange von verschiedenen Stoffen angenommen, weshalb in unseren Formeln die verschiedenen Elastizitätsmodul und Ausdehnungskoeffizienten vorkommen. Müller-Breslau empfiehlt, die Temperatur der Stange unverändert zu lassen, so dass sich nur der Bogen um t° erwärmt; es ist dann ε1 = 0 zu setzen, doch soll ein Unterschied der Temperaturen von Bogen und Stange von t = ± 10° bis ± 15° in Rechnung gestellt werden. Endlich sei noch bemerkt, dass der Wert von X hier und bei Müller-Breslau verschiedene Vorzeichen hat, was daher rührt, dass die Pfeilrichtungen von X entgegengesetzt angenommen worden sind. Weil der Querschnitt des Bogens im Verhältnis zu den übrigen Abmessungen desselben als sehr gering angenommen worden ist, so können in den Formeln für u' und u'' alle von
abhängigen Glieder vernachlässigt werden.

Ist die Hälfte des Bogens mit q für die Längeneinheit belastet, so ist die Kraft hierfür

; wenn wir die Temperatur unberücksichtigt lassen. Ist unter diesen Umständen die andere Hälfte mit q1 für die Längeneinheit belastet, so ist die Kraft jetzt
. Sind also beide Hälften, die eine mit q und die andere mit q1 für die Längeneinheit belastet, so ergibt sich mit Berücksichtigung der Temperaturveränderung

. 7)

wobei das obere Vorzeichen für die Temperaturabnahme und das untere für die Temperaturzunahme gültig ist.

Nachdem X ermittelt worden ist, findet man das Moment Mc an irgend einer Stelle des Bogens mittels der Gleichung 1. Die Längskraft in irgend einem Querschnitte, z.B. in C ist

N = qr . sin 2 φ – Xcosφ,

wie sich aus den betreffenden Gleichungen leicht erblicken lässt.

Die Spannungen in den äussersten Faserschichten ermittelt man endlich mittels der bekannten Festigkeitsformeln für Biegung und Zug oder Druck.

Zur Berechnung der Maximalspannungen wäre wohl geeignet, Tabellen von X für q = 1 anzufertigen, wenn man, was ja gestattet ist, die Glieder mit dem Beiwert

vernachlässigt, also

und

setzt, wobei auf die Temperatur vorläufig keine Rücksicht genommen wird. Da das von der Stange herrührende Glied

auch den Beiwert
hat, so kann es überhaupt unbeachtet gelassen werden.

Die Bedienung von Feuerungen und der Schutz der Arbeiter.

(Schluss von S. 586 d. Bd.)

X.
Kreis- oder ringförmige, sich drehende Roste.

Die bisher betrachteten Rostfeuerungen waren sich alle darin gleich, dass die Rostfläche, mochte sie nun wagerecht sein oder schräg stehen, die Form eines Quadrats oder Rechtecks hatte. Abweichend davon zeichnet sich die Feuerung von Charles Groll in Roubaix (Frankreich) dadurch aus, dass ihr wagerecht gelagerter Rost kreis- oder ringförmig ist und langsam um seine Mittelachse rotiert.

Fig. 96 zeigt einen senkrechten Schnitt durch eine derartige Feuerung für zwei Kessel XX1, Fig. 97 einen senkrechten Schnitt nach der Linie 5 – 6 der Fig. 96, Fig. 98 eine Oberansicht des Rostes, Fig. 99 einen wagerechten Schnitt nach der Linie 9 – 10 – 11 – 12 der Fig. 96, die Fig. 95, 100, 101 die Anordnung der Luftkammern in vergrössertem Massstabe, Fig. 102 einen Längsschnitt in Richtung des Gewölbes A, Fig. 103 einen Längsschnitt in Richtung des Gewölbes A1, Fig. 104 einen Längsschnitt des Verteilers, Fig. 105 einen Querschnitt desselben, Fig. 106 die Abwickelung der Oberfläche der Verteilungswalze aus Fig. 104, Fig. 113 einen senkrechten Schnitt durch die Zuführungskanäle für die Kohlen, die Fig. 108 bis 112sind Einzelheiten der Rostlagerung und Fig. 107 ist eine Ausführungsform, bei welcher der Rost ringförmig angeordnet ist.

Der unter den Kesseln liegende kreisförmige Rost ist auf einem Zahnrade a gelagert, welches auf Rollen b ruht, die sich auf dem Ringe b1 bewegen. Die Rollen haben Spielraum, damit Spannungen bei Ausdehnung des Rostes infolge der Hitze begegnet werden kann. Von der Nabe G des Zahnrads laufen Arme c und Streben d nach dem Umfange des Zahnrads, die zur Auflagerung der einzelnen Roststäbe dienen.

Textabbildung Bd. 316, S. 599

Das Zahnrad a dreht sich vermittelst seiner Nabe C auf der Säule f. Es empfängt seine Bewegung von einem Zahnrad e) welches auf beliebige Weise angetrieben wird. Die Achse f ist hohl. Sie steht durch Rohransatz f1 und Stutzen f2f3 mit einem Ventilator f4 in Verbindung, der