Text-Bild-Ansicht Band 316

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welcher jedoch nicht von Karbidrückständen verstopft werden kann. Wird das Acetylen nicht verbraucht und die Gummiplatte o durch das Gas nach unten gedrückt, wodurch das Wasser vom Karbid zurücktritt, so verhindert Kegel und Trichter ein Spritzen des Wassers nach dem Karbidrost. Der Gummihut m dient hierbei als notwendige Ergänzung des Gummibodens, welcher sich nur gering ausdehnen kann, was nicht genügt, bei plötzlichem Schliessen des Apparates dem Drucke des sich noch weiter entwickelnden Gases nachzugeben. Durch diese Konstruktion werden daher die bei den bisherigen derartigen Acetylenentwicklern üblichen engen Zutrittsöffnungen für das Karbid, welche sich leicht verstopften, vermieden und ein Bespritzen des Karbids bei Erschütterungen demnach unmöglich gemacht.

Die Acetylenentwickler mit übereinander angeordneten Karbidbehältern oder mit in Schichten geteilten Karbidbüchsen, welche mit übereinander angeordneten seitlichen Oeffnungen, unterem Wassereintritt und oberem Gasaustritt versehen sind, leiden an dem Nachteil, dass die Wasserdämpfe, welche sich in dem Acetylen befinden, in die Karbidbehälter eindringen bezw. das feuchte Acetylen durch die Karbidbüchse hindurchtritt und ein vorzeitiges Zersetzen des Karbids veranlasst. Bei längerer Unterbrechung der Gaserzeugung entsteht dann im Oberteile der Karbidbüchse bezw. der einzelnen Behälter eine Kalkkruste, welche das erneuerte Einwirken des Wassers erschwert.

Diese Uebelstände will F. Barruschky in Basel mit seinem durch D. R. P. Nr. 111512 geschützten Acetylenentwickler in der Weise vermeiden, dass die übereinander gestellten Metallbüchsen, welche an einem in den Gaserzeuger einzusetzenden Ständer befestigt sind, mit einem losen, das Einfüllen von Karbid und Entweichen von Gas gestattenden Deckel versehen sind, während sich in den Seiten Wandungen Oeffnungen befinden, bei welchen durch eine sich nach innen öffnende Klappe die Berührung des von unten austretenden Gases mit dem oberen Karbid verhindert wird.

In Fig. 37 ist a der Entwickler mit der Leitung b, durch welche das Wasser regelbar in den Unterteil eintritt, während das erzeugte Gas durch c entweicht. Einin den Entwickler a eingelassener Ständer d trägt auf in gewissen Abständen übereinander angeordneten Böden f Blechhülsen g, welche das Karbid aufnehmen und mit je einem lose aufgesetzten Deckel h versehen sind, welcher durch das sich entwickelnde Gas gehoben werden und letzteres entweichen kann. Die Seitenwandungen der Büchsen g sind mit Oeffnungen i versehen, welche durch sich nach innen öffnende, aus biegsamem Stoffe hergestellte Klappen h geschlossen werden, so dass das aus der einen Büchse austretende Gas in die darüber befindlichen Karbidbehälter nicht eindringen und deren vorzeitige Zersetzung herbeiführen kann. Andererseits können jedoch diese Klappen von dem in den Entwickler eingelassenen, in a aufsteigenden Zersetzungswasser geöffnet werden, so dass Wasser in die Büchsen eintreten kann. Ausserdem können die Büchsen noch durch Scheidewände geteilt werden, so dass immer nur ein Teil des Gehaltes derselben zur Verwendung kommt. Hierdurch wird die vorzeitige Zersetzung des Karbids in den oberen Büchsen durch das in den unteren erzeugte feuchte Karbid verhütet gegenüber dem Karbiderzeuger des amerikanischen Patents Nr. 612361, bei welchem zwei Oeffnungen ohne Klappen vorhanden sind. Das Gleiche betrifft das britische Patent Nr. 26325 vom Jahre 1892, bei welchem sich das Karbid in einer in wagerechten Schichten geteilten, oben offenen, mit übereinander angebrachten seitlichen Oeffnungen versehenen Buchse befindet, deren Oeffnungen durch poröse Platten verdeckt sind.

Textabbildung Bd. 316, S. 611

Bei dem vorliegenden Entwickler tritt das Wasser durch die mit Klappe ausgerüstete Seitenöffnung der unteren Karbidbüchse ein und das erzeugte Acetylen gelangt unter Heben des Büchsendeckels in den Entwickler, ohne das in den darüber gelegenen Büchsen enthaltene Karbid anzugreifen. Es wird daher aus jeder Büchse gleich viel Acetylen entwickelt.

(Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Hydraulische Spurzapfenentlastung.

Die in nachfolgendem beschriebene und in den Fig. 1 und 2 schematisch dargestellte Konstruktion einer hydraulischen Spurzapfenentlastung wurde ursprünglich für schwere Schneckengetriebe entworfen; ihre Anwendbarkeit ist jedoch eine allgemeine.

Das Wellenende A läuft in einer Büchse B, welche lediglich den Zweck hat, durch Labyrinthdichtung den mit Druckflüssigkeit gefüllten Raum V nach aussen abzudichten. Würde man diese Büchse fest lagern, so wäre es nicht zu vermeiden, dass dieselbe mechanische Beanspruchungen von seiten der Welle auszuhalten hätte, wodurch aber eine schnelle Abnutzung bedingt wäre. Die dadurch hervorgerufenen Druckflüssigkeitsverluste würden die Vorteile der hydraulischen Entlastung illusorisch machen.

Dies zu vermeiden, ist der Zweck der Konstruktion; sie ermöglicht die freie Beweglichkeit der Büchse B, so weit dies erforderlich ist.

Erreicht wird dies dadurch, dass sich die Büchse mittels einer Kugelfläche K (Fig. 1) gegen einen tellerartigen Ring R und dieser sich wieder mittels der ebenen Fläche F gegen die Tragkonstruktion T stützt.

Damit der Schluss bei K und F immer erhalten bleibt, auch wenn der Apparat nicht unter Druck steht, ist eine Spiralfeder S vorgesehen, welche sich zwischen die bundartigen Ansätze U und U1 stützt und so den Kraftschluss erhält.

Um die Welle in achsialer Richtung in ihrer richtigen Lage zu halten, ist sie in einem einfachen Kammlager zu lagern, welches während des Betriebes durch den Flüssigkeitsdruck so gut wie vollständig entlastet werden kann.

Um der Welle ihre zentrale Lage zu sichern, ist unmittelbar vor der Dichtungsbüchse ein Lager mit passender Nachstellvorrichtung angebracht.

Durch das Rohr J tritt die Flüssigkeit ein.

Diese Konstruktion wird in allen Fällen mit Vorteil angebracht werden können, in denen das Wellenende A nicht schwingt. Diese letztere Erscheinung ist jedoch immer eine Folge der schlechten Dimensionierung, Lagerung, Bearbeitung oder Montage der Welle A und lässt sich jederzeit vermeiden. In allen anderen Fällen stellt sich das ganze System zwanglos von selbst ein, solange der Zapfen noch nicht unter Druck steht. Wenn die Büchse gut über das Wellenende gepasst ist, ist der Flüssigkeitsverlust sehr klein, selbst bei sehr hohen Drücken. Die Ausarbeitung derselben wird gering sein, und zwar aus folgenden Gründen. Einseitige Seitendrücke auf die innere Wand der Büchse treten nicht auf, und da durch die Hohlräume H, um den ganzen Umfang der Welle herum, der gleiche Flüssigkeitsdruck verbreitet wird, Flüssigkeit aber immerhin zu entweichen sucht, so wird das Metall der Welle gar nicht mit dem Metall der Büchse in Berührung kommen, sondern durch eine Flüssigkeitsschicht getrennt sein.

Als Neuerung und Verbesserung dieser Konstruktion ist die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform zu betrachten. Bei dieser hat sich aber nur die Lagerung der Büchse B geändert, indem die letztere durch einen membranartigen Wellblechkonus M elastisch mit T verbunden ist. Der Beweglichkeit der Büchse B ist dadurch, soweit erforderlich, kein Eintrag geschehen, sie hat sich im Gegenteil erhöht, da sie sich nur unwesentlich ändert, gleichgültig ob der Zapfen unter Druck steht oder nicht. Dass eine geringe Deformation dieser Membran eintritt, wenn der Zapfen unter Druck gestellt wird, hat nichts zu sagen, da diese