Text-Bild-Ansicht Band 316

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Verdampfung.

Der Speisewasserverbrauch betrug in
7 Stunden 4½ Minuten nach genauer
Wägung


4065,2 kg
Der stündliche Speisewasserverbrauch
war

574,58 „
Auf 1 qm Heizfläche des Kessels ent-
fallen

18,535 „
1 kg Kohle verdampfte 8,560 „

Der Wirkungsgrad des Kessels mit dem Ueberhitzer beträgt 75,33 %.

Die Wärmetransmission auf 1 qm Kessel-
heizfläche berechnet sich zu

11662,0 Kal.
1 qm Ueberhitzerheizfläche hat aufgenom-
men stündlich eine Wärmemenge von
oder


1916,5 „

Der Dampfverbrauch für 1 indizierte Pferdestärke beträgt stündlich

kg.

Der Dampfverbrauch für 1 effektive Stundenpferdestärke beträgt

kg.

Bei Bestimmung der effektiven Leistung ist dem Bremsergebnis an der Vorgelegebremse ein Betrag von 4 % desselben für den Widerstand des Vorgeleges zugesetzt worden.

Die indiz. PS sind hier mit den mittleren Drücken von beiden Seiten der Kolben und den mittleren Kolbenflächen gerechnet.

In Wärmeeinheiten ausgedrückt und nach Abzug der Speisewasserwärme musste der Kessel aus der Brennstoffwärme für jede effektive Stundenpferdestärke entnehmen: eine Wärmemenge von (730,93 – 35) 5,293 oder von 3687,0 Kal.

Da eine Stundenpferdestärke eine Arbeitswärmemenge von 636,8 Kal. erfordert, wenn eine vollkommene Verwandlung von Wärme in Arbeit möglich wäre, so stellt sich der effektive kalorische Wirkungsgrad auf 0,173 oder 17,3 %.

Auf 1 indizierte Stundenpferdestärke bezogen, wird der kalorische Wirkungs- oder Ausnutzungsgrad:

0,189 oder 18,9 %.

Die indizierte Gesamtleistung bei 170,0 Umdrehungen in der Minute beträgt 118,47 PS.

Die Bremsleistung einschliesslich 4 % für den Widerstand des Vorgeleges beträgt 108,547 PS, daher war der Wirkungsgrad der Dampfmaschine = 0,916 oder 91,6 %.

Verbrauch an Cylinderöl stündlich 115 g hochsiedendes Oel zur Schmierung der Cylinder.

In nachstehender Tabelle sind die Versuchsergebnisse bei verschiedenen Füllungen im Hochdruckcylinder zusammengestellt.

Textabbildung Bd. 316, S. 643

Nach Angabe der Firma ist die auffallende grosse Differenz im mechanischen Wirkungsgrad für 10 bezw. 58 % Füllung zurückzuführen insbesondere auf die Wirkungsweise des zur Anwendung gelangten einfachen Kolbenschiebers, der durch einen Achsenregulator bethätigt wird.

Kleinere Mitteilungen.

Lichtpausapparat Simplex.

Nachdem die Lichtpauspapiere auf der Höhe des Möglichen angelangt sind, dürfte dies bei den Lichtpausapparaten noch nicht der Fall sein. Dieselben sind schwerfällig im Gewicht, in der Handhabung und im Aeusseren, und derart dem Verdorbenwerden ausgesetzt, dass dieselben nach einiger Zeit nur noch mangelhaft arbeiten.

Die Firma Albert Martz in Stuttgart stellt nun einen Lichtpausapparat (D. R. G. M. Nr. 147838) her, der um mehr als ⅓ leichter wie die seitherigen Apparate, einfach zu handhaben und tadellos in Verwendung ist, sowohl was die Solidität, als auch was seine Leistungsfähigkeit anbelangt.

Wie Fig. 1 und 2 zeigen, besteht der Apparat aus einem polierten Hartholzrahmen mit Druckfedern aus Hartholz (Traversen), hell lackiertem Schlussdeckel und weissem Filz.

Textabbildung Bd. 316, S. 643

Das Arrangement der Druckbretter und des Filzes ist genau wie bei den bisherigen, nur dass bei den Simplex-Apparaten die Druckbretter nicht aus ganzen Brettern, sondern aus einzelnen durch Drähte lose verbundenen Brettchen bestehen, ferner dass die Druckfedern (Traversen) nicht wie seither Eisenfedern haben, sondern förmig sind, und unter die entsprechenden Druckfederhalter geschoben (siehe Fig. 2), selbst die Federn bilden, welche unverwüstlich und dadurch ausserordentlich leistungsfähig sind, dass dieselben bei der Arbeit unwillkürlich einmal auf dieser, das andere Mal auf der anderen Seite benutzt werden, was sie von selbst spannkräftig erhält. Ausserdem wird kein Krystallglas verwendet, sondern4 mm starkes Doppelglas, wodurch der Apparat leichter, handlicher und billiger wird.

Durch das geschilderte Arrangement der Schlussbretter und der federnden Traversen ist ein Zerbrechen der Glasscheiben ausgeschlossen, da die lose zusammenhängenden Teile der Druckbretter sich genau der Oberfläche des Glases anschmiegen, ferner einen sehr weichen Unterlagfilz haben und die Traversen jedem Apparat genau angepasst sind, so dass auch die Pausen im Falle von Unebenheiten des Glases eng an dasselbe angedrückt werden. Der derart beschaffene Lichtpausapparat lässt sich bequem bis zu einer Grösse von 110/76 transportieren und leicht handhaben, da die Traversen mit einem einzigen Druck unter die Druckfederhalter geklemmt und ebenso leicht und rasch beim Oeffnen des Apparates wieder herausgezogen werden können. Der Apparat ist in wenigen Augenblicken geöffnet und nach Einlegen der Pausen ebenso schnell wieder geschlossen.

Textabbildung Bd. 316, S. 643

Wie wir erfahren, wird der Apparat in folgenden Grössen hergestellt: 38 × 27, 46 × 38, 55 × 38, 76 × 46, 76 × 55, 96 × 66, 110 × 76, 120 × 80.

Bücherschau.

Die Fortschritte der Physik im Jahre 1898, 54. Jahrgang. Zweite Abteilung: enthaltend Die Physik des