Text-Bild-Ansicht Band 316

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der Seilscheibe ist eine ziemlich grosse; meistens wählt man sie gleich der Fahrgeschwindigkeit.

Bei Drehscheibenanlagen ist es empfehlenswert, ausser Kontaktrollen noch rechts und links Schleifbürsten, welche isoliert an den Hauptträgern der Drehscheibe befestigt sind, anzubringen. Meistens werden Kontaktrollen und keine Schleifen oder Bürsten verwendet. Zwischen diesen Kontaktrollen und dem Motor ist eine mit vulkanisiertem Gummi isolierte, in Gasröhren gezogene Leitung verlegt. Eine Beschädigung dürfte hierdurch wohl ausgeschlossen sein.

Auf der Achse des Motors wird eine Schnecke befestigt, deren Bewegung auf dem am Umfang der Drehscheibengrube befestigten Zahnkranz durch ein Schneckenrad, ein Paar Kegelräder und ein am unteren Ende der senkrechten Achse angebrachtes Zahnrad übertragen wird. Das ganze Gestell wird, wie bei den Schiebebühnen, an einer Seite federnd gelagert, damit etwaige Stösse ausgeglichen werden.

Im Durchschnitt findet man, dass zum Anlaufen etwa 20 % mehr geleistet wird, wie beim normalen Betrieb.

Die neuen Drehscheiben erhalten eine Eisenkonstruktion, welche die Kontaktvorrichtung trägt. Diese besteht aus zwei isolierten Schleifringen, welche beim Drehen der Drehscheibe an Metallbürsten vorbeigleiten, die auf einer hohlen, an einem Holzträger befestigten Achse isoliert befestigt sind. Die sonstige Installation ist die gleiche geblieben. Es sei noch bemerkt, dass der Motor vollständig verkapselt sein muss. Es gibt verschiedene Bauarten, und sollen deshalb nur die am meisten ausgeführten genannt werden. Bei der ersten Bauart ist nur der Mittelzapfen führend und fehlt bei einigen Ausführungen ganz. Der Umfang trägt allein die Last und sind die Scheiben mit Rollen oder Kugeln versehen, können sich aber unabhängig vom Fundament bewegen. Für diese Anordnung hat man

. . . . . . . 6)

und nach Gl. 3

. . . . . . 7)

nach Gl. 4

. . . . . . 8)

Bei der zweiten Anordnung ist der Mittelzapfen tragend, der Umfang nur führend und je nach der Konstruktion auch tragend. Die Scheiben mit den Rollenlagernsind an der Scheibe fest angeordnet. Bei der gleichen Anordnung können die Scheiben und Rolllager auch am Fundament befestigt sein. Bezeichnet g' die Belastung der Laufräder oder Kugeln und g'' die Belastung des Mittelzapfens und D' den Durchmesser der Umfangsschiene, so ist

g' + g'' = G + g . . . . . . 9)

und alsdann

. 10)

Man erhält alsdann nach Gl. 3

11)

und nach Gl. 4

12)

Hierzu sei bemerkt, dass μ' den Reibungskoeffizienten und d' den Durchmesser des Spurzapfens in cm bezeichnet. Im allgemeinen ist μ = μ' = 0,08 bis 0,1 und f = 0,05 cm.

Bei einer anderen Anordnung sind die Scheiben mit Rollen oder Kugeln, unabhängig von Scheibe und Fundament, beweglich.

Für diese Bauart hat man

13)

Alsdann nach Gl. 3

. . 14)

und nach Gl. 4

. . 15)

Diese Gleichungen lassen sich noch vereinfachen, wenn man den Wirkungsgrad der Uebersetzung und des Motors annimmt, jedoch dürfte die Ausführung überflüssig erscheinen.

S. H.

Kleinere Mitteilungen.

Bücherschau.

Kalender für Maschinen-Ingenieure 1902. Unter Mitwirkung bewährter Ingenieure herausgegeben von Wilhelm Heinrich Uhland. Achtundzwanzigster Jahrgang. 2 Teile. Stuttgart. Arnold Bergsträsser Verlagsbuchhandlung (A. Kröner).

Uhland's Kalender für Maschinen-Ingenieure, der infolge seiner Vielseitigkeit und praktischen Verwendbarkeit von Jahr zu Jahr weitere Verbreitung gefunden hat und seit langer Zeit schon für den Maschinentechniker ein unentbehrliches Vademecum geworden ist, liegt uns in seinem achtundzwanzigsten Jahrgang in wesentlicher Umarbeitung vor, durch welche vielseitige Verbesserungen und eine ansehnliche Erweiterung des Inhalts erzielt worden sind. Im ersten Teil des Kalenders, der unbeschadet des reichen Inhalts so kompendiös geblieben ist, dass er das Volumen einer Brieftasche nicht übertrifft, sind es besonders die Abschnitte Festigkeitslehre, Triebwerke, Dampfkessel, Dampfmaschinen und Elektrotechnik und die Bestimmungen für Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr, welche vorteilhafte Aenderungen erfahren haben. Die neue Gebührenordnung für Architekten und Ingenieure, welche an Stelle der früheren „Normen“ getreten ist, sowie die neu beigegebene Eisenbahnkarte dürften für manchen Käufer des Kalenders eine willkommene Zugabe sein.

Der zweite für den Konstruktionstisch bestimmte Teil hat durch die Vermehrung von Text und Zeichnungen an Umfang zugenommen. Wir finden in neuer Bearbeitung die Abschnitte Dampfkessel, Dampfmaschinen, Pumpen und Gebläse, Hebezeuge, Heissluftmaschinenund Explosionskraftmaschinen, Giesserei, Metall- und Holzbearbeitungsmaschinen, Müllerei, Brauerei, Zuckerfabrikation, Textilindustrie, Elektrotechnik, Eisenbahnwesen, Brücken und Dächer, während Abschnitte über Dampfturbinen, Fördermaschinen, Eisfabrikation und Kühlanlagen dem Kalender neu eingefügt sind. Die Gesetze zum Schutz des gewerblichen Eigentums und zum Schutz der Arbeiter u.s.w. sind in Auszügen wiedergegeben, die alles für den Fabrikanten wie für den Angestellten Notwendige enthalten, um ein sicheres Urteil über die gegenseitigen Rechte und Pflichten erlangen zu können.

Zieht man noch in Betracht, dass der Kalender ausserdem eine ungemein reiche Sammlung mathematischer und technischer Tabellen enthält, die in allen Fällen, welche in der Praxis des Maschinen-Ingenieurs vorkommen, entweder direkte Resultate ablesen lassen oder wenigstens die Durchführung der Berechnungen sehr vereinfachen, so kann man der Verbreitung des Kalenders in immer weiteren Kreisen das günstigste Prognostikon stellen und denselben allen Fachgenossen zur Anschaffung aufs beste empfehlen.

Der Kalender kostet in Leinenband 3 Mk., in Lederband 4 Mk., in Brieftascheniederband 5 Mk. und ist in den meisten Buchhandlungen vorrätig. Um Verwechslungen vorzubeugen, verlange man ausdrücklich Uhland's Kalender für Maschinen-Ingenieure.