Text-Bild-Ansicht Band 316

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sehr wenig abweicht und 0,051 Handelsmass ist, so kann man ohne Bedenken d = 0,051 m setzen. Die Berechnung der übrigen Durchmesser erfolgt genau in derselben Weise bezw. bei den von d abhängigen Durchmessern nach den betreffenden Bedingungsgleichungen. In der nachstehenden Tabelle sind die von Rietschel und die von mir für v und d ermittelten Werte zusammengestellt worden.

Werte von Rietschel Werte von Mewes
für v
in m
d
m
v
m
d
m
v = 0,084 d > 0,051, < 0,052 0,0822 0,051456
D = 0,072 0,072
D' = 0,088 0,088
v1 = 0,0708 d1 = 0,0329 0,069 0,03244
v2 = 0,2 d2 = 0,019 0,2166 0,018301
r3 = 0,284 d3 = 0,016 0,2972 0,015624
d4 = 0,0371 0,0370
d5 = 0,0248 0,0244
v' = 0,15 d' = 0,036 0,1934 0,035851
v'' = 0,2424 a'' + 0,030 0,2212 0,03136

Zu der vorstehenden Tabelle ist zu bemerken, dass die Rietschel'schen Zahlen schon in der dritten Dezimalstelle rechts vom Komma ungenau sind und meistens um einen Fehler von ± 0,0005 und mehr schwanken. Diese Unsicherheit fällt bei der von mir benutzten, theoretisch ebenso gut begründeten Berechnungsmethode fort. Ferner wird man sich in der Praxis zur Rechnung, wie es hier geschehen ist, nicht der Logarithmentafel bedienen, sondern den Rechenschieber benutzen, da man mit dessen Hilfe viel schneller und genau genug zum Ziele gelangt. In diesem Falle braucht man nicht die Tabellen der Logarithmen der trigonometrischen Funktionen zu benutzen, sondern kann die Tabellen der trigonometrischen Funktionen selbst zu Hilfe nehmen. Man kann jedoch noch bequemer und schneller zum Ziele gelangen, wenn man ein logarithmisches Liniennetz verwendet, wie dies Ingenieur Birlo a. a. O. (Gesundheits-Ingenieur, 1891) gethan hat, oder einen besonders für diesen Zweck von mir eingerichteten logarithmischen Rechenschieber mit den Kurven für cos ϕ und cos

u.s.w. benutzt.

(Schluss folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Neue Dampfkesselfeuerung für Brauereizwecke.

Eine Preisaufgabe der Versuchs- und Lehranstalt in Berlin kulminiert in der bedeutenden Differenz der Dampfbildung pro Quadratmeter und Stunde, wozu auch noch, abgesehen von Rauchlosigkeit, die freie Wahl der Steinkohle vorbehalten ist.

Als Ziel wird die Gewinnung einer Feuerungsanlage für Steinkohle betrachtet, welche an jedem Flammrohrkessel ohne erhebliche Kosten angebracht werden kann, welche es gestattet, dass einmal auf 1 qm Heizfläche und Stunde 7,5 kg, das andere Mal 25 kg Dampf gebildet werden könne, ohne dass der Kohlensäuregehalt der abziehenden Heizgase wesentlich verändert wird, und ohne dass eine wesentliche Rauchbildung entsteht.

Textabbildung Bd. 316, S. 690
Textabbildung Bd. 316, S. 690

Es springt ohne weiteres in die Augen, dass die gewöhnliche Planrostfeuerung oder auch irgend welche Art der Schüttfeuerung selbst in der Hand eines tüchtigen Heizers hierzu nicht ausreicht, sondern dass die Aufgabe nur unter Anwendung einer Halbgasfeuerung, welche den konstanten Flammenzug Gewährleistet1), und unter Beihilfe einer mechanischen Streuvorrichtung gelöst werden kann.

Fig. 1 bis 4 stellen eine solche Konstruktion in schematischer Gestalt dar, und zwar habe ich hierzu einen Flammrohrkessel zu 1 m Durchmesser gewählt, von welchem aus die Uebertragung der Dimensionen auf andere Grössen leicht zu bewerkstelligen sein dürfte.

Die Feuerung an sich – Halbgasfeuerung – zeigt eine Kombination von Plan- und Pultrost, und zwar besteht letzterer aus einfachen, schmiedeeisernen Hakenstäben l, welche nicht allein das Abschlacken bei Gasheizung wesentlich erleichtern, sondern auch bei einer veränderten Wahl der Kohlengattung bequem auszuwechseln sind. g sind Löcher für Unterluft in den Thüren des Aschefalls, ff Schaulöcher zur Beobachtung der Flamme, welche für gewöhnlich zu verstopfen sind.

Die Feuerung findet ihren Abschluss durch eine Gussplatte, welche den Streuapparat trägt, und zwar besteht dieser zunächst aus den zwei kanellierten Hartgusswalzen a und b, welch erstere als Fixwalze mit dem Riemenscheibenkonus d ausgerüstet, während letztere sich mit a in dem gemeinschaftlichen Schlitten ee bewegt. Auf beiden Seiten ist b stellbar vermittelst der Schrauben hh und ist zwischen jeder und den Walzenzapfen ein kleiner Kautschukpuffer ii mit Blechplatten eingeschaltet, um die Gewindstösse abzuschwächen. Die Stellbarkeit der Walze b gegen a variiert zwischen 1½ bis 10 cm, so dass also die Möglichkeit geboten ist, unter Konkurrenz der Riemenscheibenkonusse, Staubkohle bis Stückkohle zu streuen, und ist es dabei vollkommen in die Hand des Heizers gegeben, die Intensität der Flamme zu regulieren je nach Stellung der Walzen bezw. ihre Umdrehungsgeschwindigkeit durch die Konusse. Zu unterstützen ist hierbei

1)

Vgl. mein Compendium der Gasfeuerung, 3. Aufl. Leipzig 1890. Verlag von Arthur Felix.