Text-Bild-Ansicht Band 316

Bild:
<< vorherige Seite

durch seine eigene Spannung den Auslösehebel selbst einstellt.

Es ist einzusehen, dass durch diese mehrfache Hin- und Herbewegung in der Längenrichtung das Band auf derjenigen Linie, welche stets dem Typenanschlag ausgesetzt ist, allein verbraucht wird, während die umgebende Fläche des Bandes unbenutzt bleibt. Um nun auch diese Teile nutzbar zu machen, hat man schon bei den ältesten Maschinen dafür gesorgt, dass die Bandspulen seitlich verschoben werden können. Neuerdings wird diese seitliche Verschiebung ebenfalls selbstthätig besorgt und zwar in der Weise, dass das Band eine zickzackförmige Bewegung macht, wodurch allmählich die ganze Fläche des Farbbandes ausgenutzt wird.

Es ist leicht einzusehen, dass alle diese verschiedenen Mechanismen entweder die Spannfeder der Maschine belasten und das Aufziehen dieser Feder, was jedesmal durch Rechtsziehen des Schlittens geschieht, erschweren, oder aber, dass die Tastenspannung um dasjenige Mass von Kraft vergrössert wird, welches zu dieser Bewegung der verschiedenen Transportvorrichtungen nötig ist.

Eine weitere Komplikation tritt bei denjenigen Bandmaschinen hinzu, welche sogen. sichtbare Schrift erzeugen. Hier muss das Band, welches im Augenblick des Abdruckes einer Type die Druckstelle verdeckt, nach erfolgtem Abdruck der Type wieder zur Seite geschoben werden. Diese Bewegung vermehrt die Belastung, welche die Bandbewegung auf die Konstruktion äussert.

Ausserdem bieten diese verschiedenen Transportvorrichtungen eine Menge von Gelegenheiten zu Störungen im Betriebe der Maschinen, und zwar um so mehr, als diese Vorrichtungen bei jedem Anschlag einer Type in Thätigkeit treten müssen.

Wie hieraus zu ersehen ist, ist die Farbbandeinrichtung nicht so ganz einfach, als sie beim ersten Anblick erscheint.

Abgesehen von diesen mechanischen Schwierigkeiten, sind noch eine Reihe anderer Aufgaben zu lösen, um ein gutes Arbeiten zu ermöglichen. Erstens muss ein sehr gleichmässiges, weiches, dünnes und doch genügend starkes Gewebe gewählt werden, sodann muss eine Farbe gewählt werden, welche nicht feucht sein darf, und doch in genügender, leicht abgebender Beschaffenheit gehalten werden muss, ohne dass sie zu rasch aufgebraucht wird. Ist nämlich die Farbe zu frisch oder zu wenig fein verteilt, so wird sie nicht gleichmässig und rein genug durch den Anschlag der Typenstempel aus dem Bande ausgepresst und auf das Papier aufgedruckt. Ist die Farbe aber zu wenig frisch, d.h. zu trocken, oder haftet sie am Band zu fest, so wird sie zu schwach aufgetragen und die Schrift zu mager. Die Herstellung der Farbbänder ist infolge der Verbreitung der Schreibmaschinen eine bedeutende Industrie geworden, welche in allen Ländern, in welchen Schreibmaschinen eingeführt sind, sich mehr und mehr eingebürgert hat. Es werden auch in Deutschland seit längeren Jahren eine Menge Farbbänder hergestellt; es ist hier sorgfältige Auswahl zu empfehlen.

Einer der grössten Nachteile der Bandfärbung ist der, dass entweder die Typen sehr scharf geschnitten werden müssen, um möglichst scharfe Schriftzüge herzustellen, dann aber werden die Fasern des Gewebes sehr schnell zerschlagen und füllen, vermischt mit losgelöster Farbe die Typenhöhlungen der Schlingenzeichen, wie a, e, o, p, q u.s.w. aus, mit einer Masse, die häufig so hart wird, dass sie nur mit scharfen spitzigen Instrumenten aus den Typenhöhlungen entfernt werden kann. Sind aber diese Höhlungen mit solchen Bandfasern und Farbknollen ausgefüllt, so erscheint die Schrift ausserordentlich hässlich, weil alle Schlingen ausgefüllt abdrucken und auch die übrigen Teile der Buchstaben sehr breit und roh auf dem Papier erscheinen Werden aber die Typen weniger scharf geschnitten, so werden die Abdrücke schon von Anfang an sehr dick und unscharf und allmählich füllen sich die Schlingen dennoch.

Dies Schmieren und Unscharfwerden der Typen bringt die absolute Notwendigkeit mit sich, die sämtlichen Typen von Zeit zu Zeit wieder zu reinigen. Hierzu werden scharfe Bürsten verwendet, und es müssen die einzelnen Typenhebel mit der Hand angefasst und festgehalten werden,während mit der Bürste die Reinigung vollzogen wird. Dabei ist es sehr leicht möglich, dass die nur im Lager justierten Typenhebel verbogen werden und dadurch die Typen aus ihrer genauen Stellung geraten, was nicht selten neben den schon erwähnten Gründen eine unregelmässige, unzeilenmässige Schrift veranlasst.

Bei verschiedenen Maschinen sind besondere Reinigungsvorrichtungen angebracht, wie z.B. bei Smith Premier, welche eine kreisförmige Bürste im Innern des Typenkorbs angeordnet hat, die durch eine vertikale Achse mittels einer Kurbel umgedreht wird, nachdem sie in gleiche Höhe mit der kreisförmig nach innen gerichteten Typenreihe gehoben wurde.

Bei solchen Maschinen, welche die Typen offen liegen haben, kann die Reinigung ebenfalls im grossen vorgenommen werden, d.h. so, dass nicht jeder einzelne Buchstabe aufgehoben und gereinigt werden muss, sondern dass mit wenig Strichen die sämtlichen Typen überfahren werden können.

Es wird unter den Vertretern der Bandmaschinen sehr viel Wert darauf gelegt, dass das Reinigen der Typen, das bei allen Bandmaschinen einen wesentlichen Teil der Handhabung der Maschine und der Arbeit einnimmt, leichter oder weniger leicht vollzogen werden kann.

Färbung mittels Farbkissen oder Polster.

Allen diesen Schwierigkeiten und Nachteilen gegenüber ist es ausserordentlich naheliegend, auf Mittel zu sinnen, um dieses lästige Farbband in Wegfall zu bringen. Auf welch geniale Weise Yost diese Aufgabe gelöst hat, wurde schon angedeutet, es erübrigt nur, den Vorgang noch näher zu beschreiben (Fig. 21).

Textabbildung Bd. 316, S. 768

P ist das Farbkissen im Schnitt, auf welchem die Type T in der Ruhelage aufliegt. Durch den Druck des Fingers auf die Taste K wird vermöge des in F gelagerten Tasthebels der Verbindungsstab C nach oben getrieben und der Gelenkhebel in die aus Fig. 21a ersichtliche Lage gebracht, bei welcher Type T in den Typenschluss G einschlägt. Nach erfolgtem Anschlag fällt die Type durch die natürliche Schwere der Konstruktion wieder mit einem leichten Schlag auf das Kissen P zurück.

Es ist nicht zu leugnen, dass diese Einrichtung eine gewisse mechanische Schwierigkeit mit sich gebracht hat, indem es ausgezeichnet genau arbeitender Teile bedurfte, um diese soeben beschriebene Hebelkonstruktion, die so unzähligemal bei einzelnen Buchstaben in Thätigkeit tritt, in genügender Dauerhaftigkeit und doch mit grosser Leichtbeweglichkeit herzustellen.

Jede dieser einzelnen Hebelkonstruktionen bildet in der Ausführung ein Ganzes, gewissermassen ein Konstruktionselement, das im Falle einer Beschädigung einfach ausgewechselt und durch ein neues Element ersetzt wird. Dadurch ist für den Gebrauch wiederum die nötige Vereinfachung gewonnen, welche jede Befürchtung wegen etwaiger Beschädigung eines einzelnen Bestandteiles eines solchen Gelenkhebels ausschliesst, auch obenerwähnte leichte Auswechselung der einzelnen Typen gibt die Möglichkeit, einen etwa beschädigten Typenhebel gänzlich ausser Gebrauch zu setzen, ohne dadurch im Weiterarbeiten gehindert zu sein. Man braucht nur die Type zu entfernen und auf den Hebel einer weniger gebrauchten Type zu setzen, eventuell auch die Taste auszuwechseln, was auch sehr einfach geschieht, und die Maschine kann trotz eines beschädigten Typenhebels weiter benutzt werden.

Die Herstellung der Schrift geschieht also bei der Yost, wie früher schon gezeigt, durch den direkten Abdruck der auf dem Farbkissen aufruhenden gefärbten Typen aufs Papier.