Text-Bild-Ansicht Band 316

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nicht so dick ist wie derjenige der Yost und daher durch Aufpinseln frischer Farbe erneuert werden muss. Auch bei Williams kommen die Typen immer wieder auf dieselbe Stelle zu liegen.

Eine weitere bekannte Farbkissenmaschine ist die Blickensderfer-Maschine; bei dieser besteht das Farbkissen in einem kleinen Filzröllchen, welches so angeordnet ist, dass der rotierende Typencylinder dieser Maschine diese kleine Farbrolle bei jedem Niedergang zur Seite schieben und so den in Druckstellung gebrachten Buchstaben einfärben muss.

Dieses kleine Röllchen fasst nicht viel Farbe und muss daher öfter erneuert werden. Hier kommt nicht immer einer und derselbe Buchstabe auf eine und dieselbe Stelle des Farbkissens zu liegen, sondern die Stelle wechselt von Abdruck zu Abdruck.

Andere Farbkissenmaschinen von Bedeutung sind nicht anzuführen.

Färbung mittels Kissen und Band.

Bei den Kissenmaschinen ist die Verwendung eines Farbbandes nicht ausgeschlossen.

Der Verfasser hat selbst eine Vorrichtung konstruiert, um in Kissenmaschinen auch ein Farbband zu verwenden. Diese Vorrichtung ist für die Yost-Maschine zur Ausführung gekommen und besteht in zwei Armen, welche rechts und links an der Plattform der Maschine angebracht und wieder abgenommen werden können; an beiden Armen befinden sich Aufsteckzapfen, um Bandspulen drehbar aufzustecken. Das Band wird an dem Druckpunkt dadurch vorbeigeführt, dass eine der Spulen durch den Wagenfortschritt bethätigt wird, so dass sich das Band von einer Spule ab und auf die andere aufwickelt (Fig. 22).

Textabbildung Bd. 316, S. 770

Die Bandvorrichtung (Bandspule) gestattet den Wechsel zwischen Kissen- und Bandschrift, ebenso zwischen Bändern von verschiedenen Farben für verschiedene Zwecke, Hektographie, Lithographie u.s.w.

Eine mit Kissen und Band ausgestattete Maschine kann auch mit beidem, Kissen und Band, gleichzeitig betrieben werden und bietet dabei einen neuen Vorteil. Die am Farbkissen geschwärzten Typen ergänzen das Farbband genau an derselben Stelle, an welcher dasselbe Farbe ans Papier abgibt. Das Band erhält auf diese Weise eine nahezu unbegrenzte Dauer, da das Band auch von einem, unter anderen Umständen schon ausgebrauchten Farbkissen immer noch so viel Farbe erhält, um genügende Schrift zu geben. Die Verbindung von Kissen und Band gibt die Möglichkeit, alle Farbkörper bis aufs äusserste auszunutzen.

Die Typen füllen sich hierbei nicht mit Fasern, wie bei den Bandmaschinen, weil die Typen nicht trocken an das Band schlagen, sondern schwach mit Farbe gefeuchtet, und das Band geschmeidig erhalten, so dass keine Fasern vom Bande losgeschlagen werden.

Papierführung, Schreibwalze.

Seit der ersten praktischen Schreibmaschine hat sich die Papierführung durch Walzendrehung bis auf den heutigen Tag erhalten, da die Versuche mit einer anderenPapierführung bis jetzt zu einem befriedigenden Ergebnisse nicht geführt haben. Ueber die Verschiedenheiten, welche hier auftreten, ist Wesentliches nicht viel zu erörtern.

Das Papier wird in der Regel von rückwärts eingeführt und durch Drehung der dickeren Schreibwalze zwischen dieser und einer kleineren Führungswalze durchgeführt. Mittels eines Sperrrades am Ende der grossen Walze und eines verstellbaren Hebels, welcher die Sperrklinke, die in dieses Sperrrad eingreift, bewegt, wird die Linienentfernung bestimmt.

Meist ist bei den heutigen Maschinen dieser Hebel so angeordnet, dass bei dem Rechtsziehen des Schlittens zum Beginn einer neuen Zeile die schrittweise Umdrehung der Schreibwalze, somit die Einstellung auf die neue Zeile gleichzeitig mit bewirkt wird (automatische Zeilenstellung).

Ebenso sind zu beiden Seiten der Walze Arme angebracht, welche die Ränder des Papierblattes um die Walze so weit führen, als es zur sicheren Haltung am Druckpunkt vom oberen bis zum unteren Rande des Papieres nötig ist2).

Einige Maschinen besitzen keine Schreibwalze, bei welchen also der Abdruck nicht durch Aufschlagen auf die als Unterlage für das Papier zugleich dienende Walze geschieht, sondern mittels eines Druckhammers. Dies ist bei den Rotationsmaschinen mit feststehender Achse des Typencylinders der Fall (z.B. Hammond).

Bei einigen Maschinen muss das zu beschreibende Papier in einer Röhre aufgewickelt werden (z.B. Hammond). Bei der Elliot und Hatch-Maschine ist das Papier flach unterhalb der Maschine ausgebreitet, welche beim Schreiben auf einer horizontalen Bahn über dem Papier weggleitet, die bei jeder neuen Linie um eine Linienentfernung gerückt werden muss.

Spannung des Wagens.

Bei allen Schreibmaschinen, ausser der Elliot-Hatch und den schon eingangs von der gegenwärtigen Abhandlung ausgeschlossenen Zeigermaschinen, wird das zu beschreibende Papier an der Druckstelle vorbeigeführt. Der Rahmen mit den nötigen Vorrichtungen zur Aufnahme des Papieres, meist Wagen oder Schlitten genannt, ist auf einer geradlinigen Bahn, meist auf Rollen oder gleitend, in einigen Maschinen auf Kugeln beweglich. Die Bewegung erhält der Wagen durch Anspannung einer Uhrfeder, über deren Gehäuse meist ein Stahlband oder eine Kordel, Darmsaite u.s.w. geschlungen und am Wagen befestigt ist. Die in der Ausführung dieser Teile auftretenden Verschiedenheiten sind meistens aus der Anlage der Maschine bedingt und sind so einfacher Natur, dass sie einer besonderen Erwähnung nicht bedürfen.

Es möchte vielleicht zu erwähnen sein, dass das Gewicht des Wagens oder Schlittens verschieden ist und dass unter sonst gleichen Verhältnissen derjenigen Maschine, deren Wagen leichter ist, der Vorzug zu geben ist, erstens wegen der leichteren Beweglichkeit und sodann auch wegen der kleineren Arbeit beim Aufheben des Wagens behufs des Nachlesens.

Bei einigen Maschinen wird durch dieselbe Feder, welche den Wagen spannt, auch der Druckhammer, der bei jedem Tastendruck den Abdruck der eingestellten Letter bewirkt, in Bewegung versetzt (Hammond). Bei solchen Maschinen ist die Spannung dieser Feder sehr stark. Das Rechtsziehen des Schlittens erfordert daher bei diesen Maschinen eine bedeutend grössere Kraft als bei denjenigen Maschinen, bei welchen nur die Kraft zum Transport des Wagens erforderlich ist, namentlich wenn der Wagen leicht ist. Eine starke Spannung erfordert auch Elliot und Hatch, bei welcher die ganze Maschine durch diese Feder ruckweise bewegt wird.

Buchstabenschaltung und Spaliierung.

Wie schon eingangs bemerkt, geschieht die Aneinanderreihung der einzelnen Typenabdrücke dadurch, dass der

2)

Diese Papierarme sind verstellbar, so dass sie für jedes, auch das kleinste Papierformat eingestellt werden können.