Text-Bild-Ansicht Band 316

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Wagen ruckweise durch jeden Tastenanschlag gleichzeitig um eine Buchstabenstellung weiter transportiert wird. In den meisten Maschinen geschieht dies durch Auslösung von Zähnen einer der Buchstabeneinteilung gleich geteilten Zahnstange mittels eines einfachen Schaltwerkes. Bei verschiedenen neueren Maschinen geschieht diese Schaltung durch ein Sternrad, welches mit einem gekuppelten Zahnrad in eine Zahnstange eingreift, wobei das Sternrad mit einem Schaltwerk in Verbindung steht.

Das Schaltwerk steht mit jeder Buchstabentaste sowohl als mit einer besonderen Spatiierungstaste oder Leertaste in Verbindung, so dass auch ein Druck auf diese letztere die Fortbewegung des Schlittens um eine Stelle veranlasst, ohne dass aber hierbei ein Zeichen zum Abdruck gelangt. Hierdurch werden die Zwischenräume zwischen den einzelnen Worten hergestellt.

Die Spatiumtaste befindet sich bei fast allen Schreibmaschinen vor den übrigen Tasten gelagert und zwar bildet die Spatiumtaste gewöhnlich eine längere, bei manchen Maschinen die ganze Breite des Griffbrettes einnehmende Taste.

Bei einigen Maschinen, wie z.B. bei Yost, sind diese Schalt- oder Auslösevorrichtungen in allen Teilen durch Justierschrauben verstellbar, um bei etwaiger Abnutzung die Auslösezähne stets nachziehen und nachjustieren zu können3).

Diese Vorrichtungen sind von einfacher mechanischer Beschaffenheit und bedürfen besonderer eingehender Besprechung nicht.

Glockensignal, Liniensperrung und Bandstellung.

Bei den älteren Maschinen war eine Liniensperrung nicht vorgesehen. Die Folge war, dass der Schreiber, wenn er das Glockensignal, welches das Herannahen des Zeilenendes bei jeder Schreibmaschine angibt, überhört hatte, weitertasten konnte, selbst dann noch, wenn der Schlitten seine Bahn ganz durchlaufen hatte, so dass die letzten Typen alle auf einem einzigen Punkte zum Abdruck kamen und am Ende der Linie einen unschönen Klecks erzeugten. Um dies zu verhüten, befindet sich an allen neueren Maschinen eine sogen. Liniensperre, d.h. es wird am Ende der Wagenbahn durch die Bewegung des Wagens selbstthätig die Schaltvorrichtung ausgeschaltet oder angehalten, so dass keine Taste mehr voll anschlagen bezw. keine Type mehr zum Abdruck gebracht werden kann. Da aber der Fall eintreten kann, dass die Sperrung in Thätigkeit tritt, ehe eine Silbe ganz ausgeschrieben ist, so ist diese Sperrung wieder auslösbar, so dass noch ein oder zwei Zeichen hinzugefügt werden können. Bei Yost ist diese Sperrung zweimal vorhanden und zwar das erste Mal so, dass noch etwa fünf, das zweite Mal nur noch ein Buchstabe geschrieben werden kann.

Zum Zweck der Einstellung auf eine schmälere Kolumne, d.h. wenn eine bleibende Einrückung auf der linken Seite eingehalten werden soll, befindet sich an allen Schreibmaschinen eine verstellbare Sperrvorrichtung, welche verhindert, dass der Schlitten bis zum Anfang der Schlittenbahn nach Schluss einer Linie zurückgestellt werden kann.

Die Einstellung dieser Sperrvorrichtung (Randsteller) geschieht verschieden, entweder durch Festschrauben eines Stellringes oder durch Einstellung mittels einer Federklappe auf einer Zahnstange. Die Auslösung entweder durch Zurückstellen des Randstellers oder durch Druck auf eine Auslöseklappe. Der wiederholte Wechsel zwischen eingerückten Linien und vollen Linien ist erschwert, wenn der Randsteller jedesmal wieder zurückgestellt oder die Auslöseklappe gedrückt werden muss. Bei Yost ist beides nicht nötig. Der Randsteller sperrt hier nur bei dem Gleiten des Schlittens auf seiner Bahn. Wird der Schlitten beim Rechtsziehen um einen Millimeter hochgehoben, so sperrt der Randsteller nicht. Der Schreiber hat es bei eingestelltem Randsteller in seiner Gewalt, den Randsteller anschlagen zu lassen oder nicht und kann ohne eine weitere Verrichtung den bestimmten Rand einhalten oder nicht, ganz nach Belieben.

Stellzeiger (Pointer).

Um die Stelle genau zu bestimmen, an welcher auf einer Linie mit dem Schreiben zu beginnen ist, dienen bei den älteren Maschinen, namentlich solchen, welche die Schrift nicht offen zeigen, zwei gleiche Skalen, deren eine unterhalb der Schreiblinie an der Schreibwalze sich befindet, während die andere aussen an der Maschine sichtbar ist, während ein feststehender Zeiger auf diese vordere Skala weist und stets die entsprechende Nummer der Skala anzeigt, an welcher oberhalb der inneren Skala der zu schreibende Buchstabe erscheint.

Textabbildung Bd. 316, S. 771

Diese Einrichtung verlangt ein Vergleichen der beiden Skalen und ein Merken der Skalaablesung zum Zweck einer beliebigen Einstellung. Um diesem erschwerenden Uebelstand abzuhelfen, befinden sich bei der Yost und neuerdings auch bei verschiedenen anderen Maschinen sogen. Stellzeiger, welche in der Mitte der Maschine sogen. Stellzeiger, welche in der Mitte der Maschine so angebracht sind, dass ihre Spitze auf die Stelle weist, an welcher beim Weiterschreiben der nächste Buchstabe erscheint (Fig. 23). Mit Hilfe des Stellzeigers ist das Einstellen und Korrigieren u.s.w. an einem bestimmten Punkte ausserordentlich erleichtert. Man braucht einfach den Schlitten mittels der Auslöseklappe frei zu machen und an die Stelle zu führen, bei welcher der Stellzeiger an die gewünschte Stelle weist und dann zu schreiben.

Bei den sogen. sichtbarschreibenden Maschinen befindet sich an Stelle des Stellzeigers eine Marke, auf welche der Schlitten wie eben beschrieben eingestellt wird.

Der Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 771

Diese Vorrichtung, welche bereits in D. p. J. 1899 313 7 angeführt ist, ist nicht, wie aus der dortigen Erwähnung

3)

Eine Klappe am Wagen dient dazu, die Hemmung auszulösen und den Schlitten beliebig hin und her zu bewegen.