Text-Bild-Ansicht Band 316

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zu etwa 40 m Förderhöhe Manschettenkolben angewendet und nach Bedarf die Tellerventile ganz aus Rotguss oder mit Leder- bezw. Gummibesatz ausgeführt. Der Motor ist auf einem Konsol an der Pumpensäule montiert und hierdurch bequem zugänglich gemacht. Die Kurbeln der Schneckenradwelle sind um 90° versetzt, so dass eine gleichmässige Arbeitsverteilung und ein ruhiger, stossfreier Gang erzielt wird.

Für Eisenbahnwasserstationen, Berg- und Hüttenfrischwasserstationen u.s.w. wird das Saug- und Druckrohr gemeinschaftlich ausgeführt. Auf der Motorwelle wird vielfach zur Entlastung des Motors ein kleines Schwungrad gekeilt und dann die Konsole nach unten zwischen der Montierungsfläche für den Motor und der Säule etwas verjüngt. Die Schnecke nebst Rad läuft in einem geschlossenen Oelbehälter, wodurch ein geräuschvoller Gang so viel wie möglich verhindert ist. Bei einer anderen Zwillingsanordnung für Förderhöhen bis 120 m derselben Firma ist der Motor zwischen den Cylindern angebracht. Die Cylinder selbst sind an Säulen geschraubt, welche gleichzeitig jede zwei Lager tragen. Die am oberen Ende der Säulen befestigten Lager dienen zur Aufnahme der Pumpenwelle, die in der Mitte angeschraubten Lager zur Aufnahme des Vorgeleges und zwar treibt das Motorritzel ein auf dem Vorgelege aufgekeiltes grosses Zahnrad. Auf der gleichen Welle sitzt ein kleineres, welches die Kraft auf das auf der Pumpenwelle befestigte Zahnrad überträgt. Zur Verwendung kommen vielfach neuerdings vollständig gekapselte kubusförmige Gleichstrommotoren, deren Kollektor von aussen durch eine kleine Thür in der Kapsel, welche mit dem Feldmagnetgehäuse aus einem Stück gegossen ist, leicht zugänglich gemacht ist. Der Motor ist auf einer Erhöhung der Fundamentplatte montiert. Diese Anordnung besitzt den Vorzug, dass man auf die Pumpenwelle eine Riemenscheibe befestigen kann, damit beim Defektwerden des Motors der Antrieb von einem anderen oder einer Transmission aus stattfinden kann, ohne dass die Flüssigkeitsförderung eine nennenswerte Unterbrechung erleidet. Diese Pumpen werden für eine stündliche Leistung von 4,2 bis 42 cbm angefertigt und schwankt die Hubzahl zwischen 60 und 40 pro Minute. Die beiden Plunger saugen und drücken abwechselnd und ist der Kraftbedarf, falls die arbeitenden Teile genau ausbalanziert sind, ein fast ganz gleichmässiger.

Selbst bei erhöhter Tourenzahl lässt sich dann noch ein ganz ruhiger Gang konstatieren und kommen diese Pumpen hauptsächlich zum Speisen von Dampfkesseln mit hoher Spannung in Verwendung. Für Feuerlöschzwecke werden neuerdings Pumpe und Motor mehr getrennt, indem der Motor auf eine seitliche Erhöhung des Fundaments montiert wird, und ein auf die Aufstellungsfläche gleichfalls angeordnetes Vorgelege mittels Rohhautritzel antreibt. Von diesem Vorgelege wird dann die Pumpe durch ein Zahnräderpaar angetrieben. Diese Einrichtung besitzt den gleichen Vorzug wie die obige, indem die Pumpe auch von anderwärts angetrieben werden kann. Die Abdichtung des Plungers ist in Form einer Stopfbüchse nach aussen verlegt, so dass ein bequemes Verpacken stattfindet.

Soll ein Drehstrommotor verwendet werden, so kann die Fundamenterhöhung zur Aufnahme des Motors und des Vorgeleges so ausgebildet werden, dass es als Bassin für den Flüssigkeitsanlasser Dienst thut. Zum Antriebe einer Drillingsplungerpumpe werden zwei Säulen, welche die nötigen Lager besitzen, zur Aufnahme der Pumpenwelle und des Vorgeleges auf der gleichen Fundamentplatte der Pumpe montiert und zwar so, dass der Motor zwischen den Säulen aufgestellt werden kann. Mit Vorteil werden diese Pumpen verwendet, wenn Flüssigkeiten auf grosse Druckhöhen, bis zu etwa 120 m, zu heben sind, wie z.B.bei Fahrstuhlanlagen, Pressen, ferner als Saftpumpen der Zuckerfabriken, Oelpumpen für Oelmühlen, Seifen- und Papierstoffpumpen. Für hohe Drucke und klare Flüssigkeiten sollen Kegelventile, für breiige unklare dagegen Kugelventile vorgesehen sein. Diese Pumpen werden für stündliche Leistungen von 6 bis 60 cbm gebaut und schwankt die Hubzahl zwischen 60 und 40 pro Minute, d.h. die grösseren Hubzahlen sind für kleine Leistungen und die kleineren Hubzahlen für grössere Wassermengen gültig. Das Motorritzel treibt ein ausserhalb der Lagersäule angeordnetes Zahnrad des Vorgeleges und wird von einem auf der gleichen Welle sitzenden kleineren Zahnrad, welches ebenfalls ausserhalb der Säule liegt, die Kraft nach einem auf der Pumpenwelle sitzenden Zahnrad übertragen. Ein Unterschied in dieser Einrichtung gegenüber den erstgenannten für Zwillingspumpen liegt in der Ausschliessung der Schnecke und Rad. Der Motor kann mit dem elektrischen Wasserstandsregler des Bassins in Verbindung stehen, so dass ohne jegliche Wartung die Ein- und Ausschaltung des Motors beim Uebersteigen oder Sinken des Wassers stattfinden kann. Hierdurch ist man im stande, den Wasserstand immer auf gleicher Höhe zu halten und kann den Wärter auch noch anderweitig beschäftigen. In Fig. 8 und 9 ist eine stehende Triplexanordnung der Firma J. E. Naeher in Chemnitz i. S. abgebildet, welche für Förderhöhen bis zu etwa 100 m oder 10 at Gegendruck bestimmt ist. Für eine stündliche Leistung von 9 cbm benötigt die Pumpe etwa 0,4 PS, für 13 cbm etwa 0,6 PS, für 19 cbm etwa 0,9 PS, für 24 cbm etwa 1 PS, für 39 cbm etwa 1,6 PS, für 54 cbm etwa 2,3 PS für jede 10 m Förderhöhe. Zum Antriebe werden meistens teilweise gekapselte Gleichstrommotoren verwendet, welche auf einer besonderen Fundamentplatte, die mit derjenigen der Pumpe durch Bolzen verbunden ist, montiert werden. Das Vorgelege liegt in Lagern, welche an die Pumpensäulen befestigt sind, und wird von dem Rohhautritzel des Motors angetrieben.

Textabbildung Bd. 316, S. 794

Am besten eignet sich diese Pumpe zum Bedienen von Filterpressen, weil sie einen vollständig gleichmässigen Flüssigkeitsstrahl ohne Stoss und Absetzen liefert, und wenn dieselbe mit automatischer Ausrückung versehen ist, bei gefüllter Presse von selbst zum Stillstand kommt und beim Oeffnen einer neuen Presse selbstthätig angeht. Zum Abteufen neuer Schächte werden vielfach vertikal angeordnete Triplexsenkpumpen konstruiert. In den Fig. 10 bis 14 sind zwei derartige Konstruktionen der Firma J. E. Naeher in Chemnitz i. S. abgebildet. Die Pumpe ist zwischen zwei mit Zugstangen und Oesen zum direkten Anhängen an die Haspel angebracht, so dass dieselbe jederzeit höher oder tiefer gehängt werden kann. Alle beweglichen Teile sind mit Schutzkappen versehen. Ueber die Pumpe ist zwischen den beiden Säulen eine Fundamentplatte für den Motor befestigt. Ausserdem sind die Säulen so konstruiert, dass in der Mitte derselben ein Anguss zur Aufnahme der Lager für das Vorgelege vorhanden ist. Das Motorritzel überträgt dann die Bewegung