Text-Bild-Ansicht Band 316

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in eine gleitende umsetzen. Die Pleuelstangen besitzen an beiden Enden kleine Kreuzköpfe, welche auf die am Gestell befestigten Gleitbahnen gleiten und somit eine gleichmässige Bewegung der Kolben sichern. Derartige Konstruktionen dienen für Bohrlochtiefen bis zu 180 m und werden so viel wie möglich jeweilig den örtlichen Verhältnissen angepasst. In Fig. 16 ist eine einfache Rohrbrunnenpumpenanlage der Firma Rich. Langensiepen abgebildet, welche für Bohrlochtiefen bis zu etwa 180 m vielfach ausgeführt ist.

Textabbildung Bd. 316, S. 797

Es ist nur ein Bohrloch vorhanden und wird das Gestänge, welches den Kolben trägt, durch ein auf Hebel befindliches Gegengewicht ausbalanziert. Das Gestänge selbst ist nur auf Zug beansprucht und ist am Abschlusskopf in der Druckleitung ein grosser Windkessel angeordnet. Um die zu fördernde Wassermenge nach Wunsch regulieren zu können, ist der Kolbenhub verstellbar vorgesehen. Ausserdem kann der Angriffspunkt der Pleuelstange mittels Spindel auf dem Hebel während des Betriebes verschoben werden. Die durch die Kurbelbewegung hervorgerufene Schwankung des Kraftbedarfes wird durch Anwendung eines Schwungrades auf der Motorwelle ausgeglichen und zur Schonung des Motors sollen die Zähne der Zahnräder für die Vorgelege gefräst sein, während zur Erzielung eines geräuschlosen Ganges der Antriebsvorrichtung ein Rohhautzahnrad auf der Motorwelle vorzusehen ist. Wie aus der Figur ersichtlich, treibt dieses Motorritzel ein Zahnrad. Auf der Achse des letzteren sitzt ein kleineres Rad, welches die Kraft weiter auf das auf die Kurbelwelle der Pumpe gekeilte Zahnrad überträgt. Die Motoren sind meistens nach dem Gleichstromsystem gebaut und ist eine Verkapselung derselben überflüssig, da der Raum zur Aufstellung derselben fast immer nur als Pumpgebäude Dienst thut, und ausserdem kein Herumspritzen von Oel oder Wasser stattfindet. Der ganze rotierende Mechanismus ist auf einer Fundamentplatte montiert und wird diese auf Träger und Steinfundierung mittels langer Bolzen mit Anker befestigt. Ein Zittern des Gebäudes dürfte durch diese Anordnung wohl vollkommen ausgeschlossen sein und muss dieselbe den jeweilig vorliegenden Verhältnissen angepasst werden. Bei grösseren Wasserhaltungsanlagen kommen, wie schon öfters bemerkt, meistens nur Drehstrommotoren in Verwendung. Unter Berücksichtigung der Thatsache, dass ein Drehstrommotor moderner Konstruktion eine der betriebssichersten Maschinen ist, und dass Betriebsstörungen an einem solchen nicht in den Bereich der Wahrscheinlichkeit fallen, werden oft Anlagen so disponiert, dass der Motor nach dem Ausbau der Anlage zwischen zwei Pumpen steht, von denen jede für die volle Leistung dimensioniert wird und je nach Bedarf mit dem Motor gekuppelt werden kann. Es ist also für den mechanischen Teil volle Reserve in Aussicht genommen, während solche für den elektrischen Teil weniger erforderlich ist.

Für grosse Motorleistungen werden die Anlassvorrichtungen besonders ausgebildet. Eine dieser besonderen Konstruktionen besteht in einem vor den Motor gesetzten, fürdie volle Leistung dimensionierten Flüssigkeitsanlasser, der, um eine bequeme Bedienung zu ermöglichen, zum Antrieb mit einem kleinen Drehstrommotor versehen wird. Die Bedienung dieses kleinen umsteuerbaren Drehstrommotors und damit auch die Bedienung des grossen Antriebsmotors, welcher in diesem Falle als Hauptstrommotor konstruiert ist, erfolgt durch einen kleinen Wendeanlasser, der neben die Schalttafel gesetzt wird. Hierdurch erzielt man, dass das Anlassen und Abstellen des grossen Motors durch einen einfachen Handgriff von der Schalttafel aus bewirkt werden kann, so dass der Maschinist beim Anlassen Strom und Spannungszeiger beobachten, sich mit allmählicher Einschaltung des Motors ganz dem langsamen Anwachsen der Stromstärke anpassen kann. Wird nun die Schalttafel noch ausserdem neben der Ventilseite der Pumpe angeordnet, so hat es der Maschinist zu gleicher Zeit in der Hand, auch bei Bedienung der Pumpe, speziell der nach dem Anlassen zu bethätigenden Luftventile, die Instrumente der Maschinenanlage im Auge zu behalten. In dieser Weise ist die Bedienung und Beaufsichtigung einer grossen Anlage so viel als möglich vereinfacht und erleichtert.

Textabbildung Bd. 316, S. 797

Wird der Motor nicht in der Mitte der Pumpenkurbelwelle, sondern seitwärts angebracht, so erscheint es vorteilhaft, um die sich daraus ergebende ungleiche Belastung während einer Umdrehung auszugleichen, entsprechende Schwungmassen anzuordnen, die entweder in dem rotierenden Teile des Motors untergebracht oder in Form eines besonderen Schwungrades ausgeführt werden können. Im übrigen bemerke ich, dass ein geringer Ungleichförmigkeitsgrad keineswegs auf den Motor derartige Einflüsse ausübt, wie dies z.B. bei Dynamos für Zentralen der Fall ist. Letztere erfordern, damit ein ruhiges Licht erzeugt wird oder um gut parallel zu arbeiten, einen sehr gleichmässigen Antrieb,