Text-Bild-Ansicht Band 324

Bild:
<< vorherige Seite

wird auf die 2 bis 1½fache Blechstärke bemessen, je nach der Dicke der Bleche. Das nach innen liegende Blechende ist durch Abhobeln oder Behauen an der schmalen Seite leicht abzuschrägen (abzuschärfen), wie aus den Figuren 5 und 6 ersichtlich, damit die Innenkante nicht überschmiedet wird. Die Ueberlappungsschweißung ist beim Arbeiten mit Wassergas bis zu einer Blechstärke von etwa 80 mm möglich. Die Stärken von 10 bis 25 mm liegen für die Wassergasschweißung am günstigsten, Bleche von geringerer Stärke als 4 mm lassen sich überhaupt nicht mehr mit Wassergas schweißen.

Textabbildung Bd. 324, S. 21
Textabbildung Bd. 324, S. 21
Textabbildung Bd. 324, S. 21

Die Keilschweißung nach Fig. 7 wird bei Blechstärken angewendet, bei denen die Ueberlappung nicht, mehr anwendbar ist. Bei der Keilschweißung hat man nur die einfache Blechstärke auf Schweißtemperatur zu bringen, da der Keil das Blech wenig verdickt. Jede Stelle muß in wenigstens zwei Hitzen geschweißt werden. Die Keilschweißung läßt sich noch bei einer Blechstärke von etwa 100 mm ausführen.

Textabbildung Bd. 324, S. 21

Die Formen und Abmessungen der geschweißten Hohlkörper sind sehr verschieden. Die Anforderungen, die seitens der Industrie (namentlich des Schiff- und Maschinenbaues, der Gas-, Papier- und chemischen Industrie, sowie der Küstenbeleuchtung) an die Blechschweißereien gestellt werden, wachsen dauernd. Das Schweißen von Röhren für Kanalisations- und Wasserleitungszwecke wird bereits von einer größeren Anzahl Blech-Schweißereien als Spezialität betrieben. Die einzelnen Rohrschüsse werden in diesen Fabriken bis zu einer Länge von 40 m ausgeführt. Größere Längen lassen sich mit der Eisenbahn nicht mehr befördern. Der äußere Durchmesser der Schweißkörper wird für Fabriken, die ausschließlich auf den Transport mit der Eisenbahn angewiesen sind, durch das Bahnprofil auf rund 3,15 m beschränkt. Die Fabrikation an sich gestattet jedoch die Anfertigung von Hohlkörpern in beliebigen Durchmessern, soweit die Werkstattseinrichtungen ausreichen.

Textabbildung Bd. 324, S. 21

Die Fig. 8 bis 19 stellen einige Schweißstücke dar, die in der Blechschweißerei der Aktiengesellschaft Julius Pintsch in Fürstenwalde aus geführt worden sind. Es können hier Hohlkörper bis zu 5 m Durchmesser, bei 30 m Länge und einem Gewichte von 50000 kg hergestellt werden. Der Versand der Stücke von mehr als 3,15 m Durchmesser erfolgt auf dem Wasser.

Textabbildung Bd. 324, S. 21
Textabbildung Bd. 324, S. 21

Aus der eingehenden Beschreibung der Schweißstraßen verschiedener Konstruktionen für Wassergasschweißung sei hier nur erwähnt, daß diese Apparate entweder für das Zusammenschlagen der auf Schweißtemperatur erhitzten Naht mittels Dampf- oder Lufthammer eingerichtet sind oder daß die Naht durch eine mit hydraulischem Drucke belastete Rolle zusammengepreßt wird. Zu letzterem Zwecke wird auch ein sektorförmiger Ausschnitt aus einer Rolle verwendet, um einen möglichst großen Radius für die auf der Naht abzurollende kreisbogenförmige Fläche zu erhalten.