Text-Bild-Ansicht Band 324

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Hochgehen des Vorpreßkolbens gefüllt. Die Seitenwand des Füllkastens kann aufgeklappt werden, wenn die erste Füllung, die während des Oeffnens des Füllkastens durch Steckbolzen zusammengehalten wird, verstärkt werden soll.

Textabbildung Bd. 324, S. 514
Textabbildung Bd. 324, S. 514

Ist eine genügende Menge in dem Preßkasten, so wird er so herumgeschwenkt, daß er über die Nachpresse kommt, wobei gleichzeitig der zweite Kasten über den Füllkasten zu stehen kommt. Während die neue Füllung und Vorpressung erfolgt, wird in dem ersten Kasten nachgepreßt. Die Vorpressung erfolgt mit 19000, die Nachpressung mit 90000 kg Gesamtdruck bei 150 Atmosphären Preßdruck. Krupp baut noch eine zweite Größe der Pressen, welche die Ballen mit einem Vierkolben-Preßpumpwerk mit 150000 kg zusammenpreßt. Bei beiden Pressen ist die Grundfläche der Ballen 1350 zu 650 mm, die Höhe ist bei der ersten Presse 850, bei der zweiten 700 mm. Daraus ergeben sich die Rauminhalte der Ballen 0,75 bezw. 0,615 cbm, die Raumgewichte entsprechend zu rd. 330 bezw. 410 kg : cbm. Den Kraftbedarf gibt die Firma zu 3,5 bezw. 6–7 PS an, die höchste stündliche Leistung zu 9–10 Ballen bei eingearbeiteten Leuten. Die Preßpumpe besitzt 2 Druckstufen und ist mit Sicherheitsventil und Manometer versehen, die Ausrückung bei Erreichung eines unzulässig hohen Druckes erfolgt selbsttätig. Die Arbeit geht in der Weise vor sich, daß während des Füllens des einen Kastens der Ballen in dem anderen nachgepreßt und während des Bindens des fertiggepreßten Ballens der andere vorgepreßt wird. Dadurch wird ein gewisser Ausgleich in der Arbeit der Pumpe erreicht.

Die fertig gepreßten Ballen werden in je 2 Jutetücher eingenäht, die vor der Füllung in den Kasten eingelegt werden, und mit Bandeisen, mindestens an 6 Stellen, gebunden. Mit den deutschen Pressen wird ebenso wie bei den ägyptischen und indischen ein gut geformter und sauber genähter und gebundener Ballen erhalten, während die amerikanischen Ballen wegen der mangelhaften Form, der schlechten Jute und der wenig sorgfältigen Bindung berüchtigt sind.

Auch die Presse von Rittershaus und Blecher ist für große Leistungen gebaut, sie wird mit zwei auf einem Gleis verschiebbaren Preßkästen ausgerüstet, deren eine Wand in ganzer Höhe geöffnet werden kann. Außerdem sind in dem Oberteil, in welchem die Ballen nach der Fertigpressung liegen, noch zwei Klappen angeordnet, nach deren Oeffnen der Ballen freiliegt. Die Presse weicht nur in Einzelheiten von den englischen ab.

Wesentlich billiger und auch nicht so leistungsfähig, daher mehr für kleine Betriebe geeignet, ist die Presse von Haake. Sie besitzt nur einen Preßschacht, dessen unterer Füllraum mit einer seitlichen Klappe versehen ist. Die Pumpe hat zwei Paar Druckkolben, deren größere bei 30–40 Atm. selbstätig aussetzen, während die kleineren bis 200 Atm. aufdrücken. Die Presse kostet nur 4450 M. gegenüber Preisen von 7000 und 8000 M. bei denen von Krupp und Rittershaus und Blecher. Außerdem ist sie so gebaut, daß auch der schwerste Teil, der Preßzylinder, nur unter 300 kg wiegt. Sie kann deshalb auch auf mangelhaften Koloniewegen transportiert werden.

Den Maschinen zur Baumwollerntebereitung schlössen sich in der Ausstellung einige Erzeugnisse aus deutscher Kolonialbaumwolle an, die von einigen Industriellen und der höheren Fachschule für Textilindustrie in München-Gladbach geschickt waren-

Ganz neu war in diesem Jahre die Ausstellung von Maschinen zur Palmöl- und Palmkerngewinnung. Gegenüber der primitiven Art, die Palmfrüchte in heißem Wasser auszulaugen und das Oel oben abzufüllen, zeigte