Text-Bild-Ansicht Band 326

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Zwischen Deckel, Rad und zylindrischer Seitenwand war so ein Raum gebildet, in den das Wasser durch zwei Löcher im Deckel eingeführt wurde. Dasselbe wurde der Wasserleitung entnommen und floß durch ein gegabeltes Rohr von 1 ¼'' lichter Weite an zwei Stellen durch den Deckel in die Vorkammer. Von hier aus mußte es durch den Ringspalt fließen. Da der Boden nur sechs Rippen von 15 mm Stärke besaß, konnte dies ungehindert geschehen. Der Versuchsapparat war so aufgestellt, daß die Drehwelle senkrecht stand. Das Wasser floß daher nach unten und wurde in dem Meßtank direkt aufgefangen. Der Antrieb des Rades geschah mittels halbgeschränkten Riemens durch einen Elektromotor. Fig. 34a zeigt die Anordnung.

Textabbildung Bd. 326, S. 105

Die Druckmessung wurde ähnlich wie bei dem ersten Apparat gemacht. An drei in einer Horizontalebene liegenden und unter 120° versetzten Stellen wurden Löcher von 1½ mm Durchmesser gebohrt, deren Kanten gut abgerundet waren. Außen wurden diese Löcher aufgebohrt, so daß Röhrchen von 2 mm l. W., 4 mm Außendurchmesser und 50 mm Länge eingelötet werden konnten. Um auch hier den mittleren Druck sofort zu erhalten, wurden die drei Röhrchen eines Horizontalschnitts zusammengeführt.

Zu diesem Zwecke waren auf die eingelöteten Röhrchen Rundmessingstücke aufgesetzt, die rechtwinklig durchbohrt waren und zwischen diese dann Verbindungsröhrchen gesteckt. Alle Verbindungsstellen waren verlötet. Das eine Ende des gemeinsamen Röhrchens war geschlossen, vom anderen wurde der Druck abgeleitet. Gemessen wurde er mit Quecksilbermanometern, und alle Drücke wurden in Metern Wassersäule ausgedrückt und auf die untere Kante des Rades reduziert. Das Wasser strömte aus dem Apparat direkt in den Meßtank, und es wurde wie früher die während einer mit der Stoppuhr bestimmten Zeit durchfließende Wassermenge an der Steighöhe des Tanks gemessen. Die sekundl. Wassermenge dividiert durch den Spaltquerschnitt ergibt die mittlere Geschwindigkeit. Die Spaltbreite ergab sich zu 0,36 mm, nur im letzten Teil war die zylindrische Wand etwas weiter ausgedreht und hier war der Spalt 0,44 mm.

Der Antrieb des Rades geschah mittels eines Gleichstrommotors, und zwar wurde bei zweierlei Touren gemessen. Das rotierende Rad machte dabei 1100 und 750 Umdrehungen i. d, Minute, was einer Umfangsgeschwindigkeit von 11,5 m, bezw. 7,85 m entspricht. Außerdem wurden bei stillstehendem Rade Drucke gemessen. Mittels des Einlaufschiebers wurden auch hier verschiedene Drucke in der Vorkammer, also verschiedene Geschwindigkeiten, eingestellt. In acht Horizontalquerschnitten wurde dann gemessen. Zunächst wurde der glatte Spalt, dann einer mit drei einseitigen Nuten von 6 × 6 mm, und dann ein solcher mit drei Nuten von 6 × 6 mm in beiden Wänden untersucht.

Der glatte Spalt.

Vor den Versuchen wurde dafür gesorgt, daß sowohl die Vorkammer als auch die Röhrchen vollkommen mit Wasser gefüllt waren. Dann wurden bei verschiedenen Wassergeschwindigkeiten die Verhältnisse untersucht, und zwar jedesmal bei Stillstand des Rades, bei n = 1100 und n = 750 i. d. Min.

Um sofort vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, wurden die zusammengehörigen Versuche bei dem gleichen Druck in der Vorkammer gemacht. Jede Versuchsreihe umfaßte die Verhältnisse bei sieben Drücken in der Einlaufkammer.

Textabbildung Bd. 326, S. 105

Zuerst wurden die Drücke für n = 0 gemessen. Sie sind in Fig. 35 niedergelegt. Als Abszisse ist die Länge des Spalts aufgetragen, als Ordinaten die Druckhöhe in Metern Wassersäule. Außerdem sind auch die zugehörigen Geschwindigkeiten w als Abszissen eingetragen. Als Ordinaten sind einer späteren Betrachtung wegen die Schnitte der Druckkurven mit der Geraden a gewählt. Man sieht sofort, daß der Verlauf der Druckkurve im mittleren Teile linear ist, am Ende und wo der Spalt weiter wird, abbiegt und flacher wird. Der erste Teil der Druckkurve liegt tiefer, als er dem mittleren Teil nach zu schließen liegen sollte. Es hat sich nämlich