Text-Bild-Ansicht Band 326

Bild:
<< vorherige Seite

Schieber das theoretische Vakuum erzielte, welches dem von der Temperatur des Betriebswassers (15° C) abhängigen absoluten Druck entspricht. Bei einer Düse von 10 mm , die schon ganz bedeutende Luftmengen durchläßt, wurde noch ein Vakuum von 697 mm, d. i. 93,8 v. H., und bei einer 16 mm-Düse, durch die ungefähr die dreifache Luftmenge der 10 mm-Düse durchströmt, ein Vakuum von 578 mm erzielt. Diese Resultate ließen erwarten, daß beim Anschluß an die im normalen Betriebe stehenden Verdampfapparate und Vakuum gleichfalls gute Resultate erzielt werden müssen, was auch tatsächlich der Fall war.

Wie die erwähnten Versuche ergeben hatten, so wurde beim Anschluß an die im normalen Betriebe befindliche Kondensation ein Vakuum von 682 mm Quecksilbersäule erreicht, und es waren hierbei die folgenden Apparate an der Kondensation angeschlossen: 1. Der sechste Körper der Verdampfstation von 300 qm Heizfläche mit sämtlichen Ammoniakabsaugungen. 2. Zwei Sandvakuums mit stehendem Rohrsystem, je ungefähr 130 qm Heizfläche. 3. Ein Rohzuckervakuum mit liegendem Rohrsystem, ungefähr 100 qm Heizfläche. 4. Ein Nachprodukten Vakuum mit liegendem Rohrsystem, ungefähr 120 qm Heizfläche. Bei einer stündlichen Rübenverarbeitung von 350 q war die Brüdendampf menge der Verdampfstation ungefähr 2100 kg in der Stunde; die Dampf mengen der anderen Apparate konnten nur schätzungsweise bestimmt werden. Das Kühlwasser der Kondensation hatte 10–12° C, das Warmwasser 25–26° C. Der Kraftbedarf der Westinghouse-Leblanc-Luftpumpe stellt sich hierbei mit Berücksichtigung des Wirkungsgrades des Motors und der Riemenübertragung bei hohen Touren auf maximal 75 PS. Die Pumpe arbeitete während des Versuches bei ganz geöffnetem Wasserschieber mit vollem Wasserquantum. Durch Drosseln mit dem Wasserschieber kann der Kraftbedarf noch bedeutend verringert werden. Die Schieberluftpumpe ergab unter den gleichen Bedingungen ein Vakuum von 690–695 mm Quecksilbersäule. Die in den Fig. 14–17 dargestellten Diagramme dieser Pumpe, aus denen sich ein Kraftbedarf von 55–38 PSi des Dampfzylinders ergibt, wurden während des Betriebes abgenommen. Wenn man berücksichtigt, daß die Dampfmaschine der Schieberluftpumpe ungefähr 15 kg Dampf für die PSi benötigt, so ergibt sich bei dem oben angeführten Kraftbedarf eine Dampfmenge von ungefähr 830–880 kg für eine Stunde. Unter der Voraussetzung, daß, wie es in Groß-Zinkendorf der Fall ist, der elektrische Strom von einer Ventildampfmaschine mit niedrigem Dampf verbrauch (ungefähr 8,5 kg für 1 PSi) erzeugt wird, ergibt sich für die Westinghouse-Leblanc-Luftpumpe bei Berücksichtigung der verschiedenen Wirkungsgrade von Dampfmaschine, Generator und Motor ungefähr derselbe Dampfverbrauch von 850 kg wie bei der Weiß-Luftpumpe. Diese günstigen Resultate wurden noch dadurch bedeutend verbessert, daß die Ammoniakgase nicht mehr in den Kondensator geleitet, sondern aus dem fünften Körper der Verdampfstation von der Westinghouse-Leblanc-Luftpumpe in folgender Weise für sich abgesaugt wurden. Frühere Versuche hatten bereits ergeben, daß der aus dem Sammelkonus s der Luftpumpe (Fig. 11) mit hoher Geschwindigkeit in den Auswurfkonus d eintretende Wasserstrahl aus einem Raum, der unter äußerem Luftdruck oder unter Vakuum bis zu 450 mm Quecksilbersäule steht, noch bedeutende Luftmengen abzusaugen vermag, ohne daß dadurch der Kraftbedarf der Luftpumpe oder das beim Lufteintrittstutzen herrschende hohe Vakuum irgendwie beeinträchtigt würden. Hierdurch erfolgt naturgemäß eine weitere Vergrößerung der volumetrischen Leistung ohne Erhöhung des Kraftverbrauchs, so daß diese Eigenschaften der Westinghouse-Leblanc-Luftpumpe mit Erfolg zur separaten Absaugung der Ammoniakgase verwendet werden kann. Ein diesbezüglicher Versuch in Groß-Zinkendorf ergab auch tatsächlich, daß das Vakuum um 16 mm Quecksilbersäule stieg, während der Kraftbedarf der Luftpumpe durch geringes Abdrosseln des Betriebswassers auf 69 PS vermindert wurde. Weitere Verbesserungen werden eine noch größere Verminderung des Kraftbedarfs zur Folge haben.

Textabbildung Bd. 326, S. 125
Textabbildung Bd. 326, S. 125

(Schluß folgt.)