Text-Bild-Ansicht Band 326

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Fig. 42 zeigt das Wesen des Bleichertschen Systems. Man sieht dort eine Halde von recht beträchtlicher Höhe in Form eines Kegels. An der Halde, dem natürlichen Böschungswinkel des Haldenmaterials folgend, führt ein Fachwerkgerüst in die Höhe, das die beiden Stränge einer Drahtseilbahn aufnimmt. Dieses Fachwerkgerüst wird nicht mit einem Male aufgebaut, sondern es besteht aus einzelnen Gliedern von etwa 7 m Länge, die nacheinander dem Wachsen der Halde folgend angebaut werden.

Fig. 44 zeigt die Brücke beim Beginn der Aufschüttung. Ein festes Eisengerüst bildet den unteren Stützpunkt der Brücke, deren erstes Glied einen Kragarm bildet. Die Halde wird nun so weit aufgeschüttet, bis der Untergurt vollständig in dem Material eingebettet ist. Dann wird ein neues Glied angesetzt und die Aufschüttung beginnt nach einem neuen Kegel, der etwa 5 m höher ist als der vorhergehende. Fig. 43 läßt dies erkennen. Der strichpunktierte Kegel wird durch die Angliederung des obersten Gliedes erreicht. Die Brücke findet ihre Unterstützung an der Halde selbst.

Beim Ansetzen eines Gliedes wird die Umführungsscheibe für das Zugseil nach oben gerückt. Um die Montage hierbei zu erleichtern, ist die Umführungsscheibe mit dem zugehörigen Hängebahnschienensegment in einem Rahmen gelagert, der in Rollen hängt; diese Rollen laufen in Führungen an den Längsträgern. Die Seilbahnwagen laufen auf der Brücke auf Hängebahnschienen. Mit dem Zugseil sind sie durch den bekannten Bleichertschen Klemmapparat „Automat“ verbunden. An der Spitze der Brücke werden die Wagen durch Anschläge zum Kippen gebracht.

Die Rechnung ergibt, daß bei einem Schüttwinkel von 35° und bei einer täglichen Leistung von 200 cbm eine Halde von 125 m Höhe, 358 m Basisdurchmesser und 4200000 cbm Inhalt 70 Jahre braucht, um aufgeschüttet zu werden. Eine Halde von 50 m Höhe, 143 m Basisdurchmesser und 267700 cbm Inhalt würde 4 Jahre 5 Monate zum Aufschütten brauchen.

Textabbildung Bd. 326, S. 219

Der Anbau eines neuen Brückengliedes kostet etwa 1500–2000 M.

Eine große Anzahl von Photographien ausgeführter Anlagen gab einen Ueberblick über das ausgedehnte Arbeitsgebiet der Firma Adolf Bleichert & Co., die auf dem Gebiete der Drahtseil- und Elektrohängebahnen wie kaum eine andere Weltruf besitzt.

(Fortsetzung folgt.)

Beitrag zur graphischen Berechnung des Kurbelgetriebes.

Von Moritz Kroll, Pilsen.

Hat die Kurbel von der Totlage aus den Winkel a durchlaufen, so hat der Kolben, wie bekannt, den Weg:

zurückgelegt, wo r den Kurbelradius und X das Verhältnis des Kurbelradius zur Schubstangenlänge bezeichnet. Die Geschwindigkeit des Kolbens ist dann c = v sin α (1 ± λ cos α), wenn v die gleichbleibende Geschwindigkeit des Kurbelzapfens angibt, und endlich wirkt am Umfange des Kurbelkreises bei einem Kolbendrucke P die Tangentialkraft T = P sin α (1 ± X cos α) bezw.
. Die Werte s, c und T lassen sich nun in einfacher Weise zeichnerisch ermitteln.

In Fig. 1 sei K der Kurbelkreis, A und B die beiden Totlagen. Zieht man von einem Punkte C im Abstande m vom Mittelpunkte O unter dem beliebigen Winkel a einen Strahl CD, fällt das Lot DE, so stellt, wie im folgenden dargetan wird, AE den Kolbenweg dar, wenn das Stück

gemacht wird, ferner das Lot DE, falls m = λr ist, die dem Drehungswinkel a zugehörige Kolbengeschwindigkeit c dar, wenn die Geschwindigkeit des Kurbelzapfens v durch den Kurbelradius dargestellt ist, bezw. ist DE die Tangentialkraft T, wenn der Kurbelradius den momentanen Kolbendruck P veranschaulicht.

Kolbenweg. Zieht man (Fig. 1) OF parallel zum Strahl CD und von F aus die Horizontale FH und das Lot FG, so zerlegt letzteres die Strecke AE, welche dem Kolbenwege gleich sein soll, in zwei Teile AG und GE. Nun ist AG = r (1 – cos α) die Strecke GE = FJ mit einer praktischen Anforderungen voll genügenden Genauigkeit gleich FD sin α; da der Bogen FD bei dem üblichen Längenverhältnisse λ flach verläuft, ferner angenähert FD = FH sin α = m sin α, somit GE = msin2α