Text-Bild-Ansicht Band 326

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f. d. gesamte Turbinenwesen 1910, S. 481–484, 499–503, 533–536; 1911, S. 23–27, 36–39, 71–74.]

M.

Selbsthätige Temperaturregulierung.

Um die Temperatur in einem Raume konstant zu halten, sind verschiedene Anordnungen, je nach der Art der Heizung, in Gebrauch. Bei Kohlenheizung wird der Zug im Schornstein, bei Gasheizung die Zufuhr des Heizgases durch Ventile geregelt, die von dem zu kontrollierenden Raume aus gesteuert werden. Die Steuerung erfolgt selbsttätig, indem die mit den Temperaturschwankungen verbundene Ausdehnung oder Zusammenziehung eines in ein dünnwandiges Gefäß eingeschlossenen Gases oder einer Flüssigkeit zur Betätigung leicht beweglicher Hebelwerke benutzt wird. Zuverlässig und an die verschiedensten Heizanlagen anzupassen sind elektrisch betriebene Reguliervorrichtungen. Einen sehr einfachen Apparat für diesen Zweck hat Albert A. Somerville angegeben. Ein System kommunizierender Röhren (Fig. 1) ist derart mit Quecksilber gefüllt, daß in dem Ballon b ein Luftvolumen abgeschlossen bleibt. In die Röhren r tauchen die Zuführungsdrähte zu einem elektrischen Stromkreise. Dehnt sich infolge Erhitzung über die normale Temperatur die Luft in dem Ballon aus, so drückt sie das Quecksilber hinab, bis es sich an der Wurzel der Gabel bei c (Fig. 2) teilt. Hierdurch wird der elektrische Stromkreis unterbrochen. Funkenbildung und Verschmutzung wird an der Unterbrechungsstelle durch eine Oelschicht vermieden, welche die Oberfläche des Quecksilbers bedeckt. Der Apparat kann so groß gebaut werden, daß er Strom von einigen Amperen zu führen vermag. Er kann daher bei elektrischen Heizanlagen unmittelbar in den Heizstromkreis eingeschaltet werden. Auch zur Regulierung anderer Heizanlagen ist er verwendbar, indem die Unterbrechung und Schließung des Kontaktes zur Bewegung eines Relaishebels benutzt wird und mit dessen Hilfe Motore angelassen oder ausgeschaltet oder in ihrer Laufrichtung umgekehrt werden. Für diese Zwecke kann der Apparat leicht gebaut werden.

Textabbildung Bd. 326, S. 271
Textabbildung Bd. 326, S. 271

Ein Mangel des Apparates ist der, daß er nur auf Ueberhitzung anspricht, jedoch keine Regulierung veranlaßt, wenn die Temperatur sinkt, sei es infolge von äußeren Einflüssen oder von Unregelmäßigkeiten in der Heizanlage selbst. Dem kann durch Anbringung des Kontaktes d (Fig. 3) abgeholfen werden. Dieser wird bei der Abkühlung der Luft im Ballon b von der Quecksilbersäule erreicht. Er kann bei elektrischen Heizanlagen, z.B. nach dem Schema in Fig. 3, dazu benutzt werden, daß er den im Heizkörper H fließenden Heizstrom durch die Ueberbrückung des Widerstandes R verstärkt. Werden mehrere Kontakte d übereinander angeordnet, so kann die Ueberbrückung des Widerstandes R stufenweise erfolgen. Oder es lassen sich die Kontakte d dazu verwenden, der Reihe nach weitere Heizkörper einzuschalten, wenn z.B. statt des Widerstandes R weitere Heizkörper H1 durch die gestrichelt gezeichneten Verbindungen angeschlossen werden. Für andere Heizanlagen (Kohlen-, Gas-, Dampf-, Wasserheizung u.a.) kann der Apparat z.B. nach Fig. 4 verwendet werden. Wird infolge von Ueberhitzung der Kontakt zwischen den Quecksilberschenkeln bei s unterbrochen, so wird das Relais r stromlos, sein Anker geht nach unten und schaltet den Motor m1 ein, der zur Steuerung von Ventilen zur Verminderung der Wärmezufuhr dient. Steigt dann das Quecksilber wieder, so wird zunächst bei der Schließung des Kontaktes s durch das Relais r der Motor m1 ausgeschaltet. Geht die Abkühlung so weit, daß auch der Kontakt d vom Quecksilber erreicht wird, so wird der Motor m2 angelassen, der im entgegengesetzten Sinne wie m1 wirkt. Im Bedarfsfalle kann mit jedem Motor zugleich oder, nachdem der Motor eine bestimmte Zeit lang gearbeitet hat, ein Alarmwecker in Tätigkeit gesetzt werden. Da die Motore nur klein zu sein brauchen oder durch Relais ersetzt werden können, welche den Anschluß größerer Motore vermitteln, so braucht der Apparat nur mit Strömen von einigen Milliamperen belastet zu werden und kann recht leicht und empfindlich gebaut werden. [El. World 1911, Nr. 2]

Adt.

Ein einfaches drahtloses Telephon.

Textabbildung Bd. 326, S. 271
Textabbildung Bd. 326, S. 271

Als Kraftquelle dient eine von einer Dampfturbine betriebene Hochfrequenzmaschine, die Wechselstrom von 70600 Perioden erzeugt, dem eine Wellenlänge von 4250 m entspricht. Ein Pol der Maschine D (Fig. 1) ist mit der Erde verbunden. An dem anderen liegen ein Mikrophon C, das für Belastung mit 4–5 Amp. Strom gebaut ist, die Induktionsspule B und die Antenne A. Die Spule B hat nur sehr geringen Widerstand; sie ist zur Abstimmung der Antenne bestimmt. Auf der Empfangsstation werden die Wellen von der Antenne F empfangen und über die Abstimmspule G dem eigentlichen Empfangsapparat fi zugeführt, dessen zweiter Pol mit der Erde verbunden ist. Der Empfangsapparat besteht im wesentlichen aus einer eisenfreien Spule H (Fig. 2), der gegenüber eine Membrane aus Micanit befestigt ist, welche einen dünnen Ring r aus Blattkupfer oder Blattsilber trägt. Die Membrane ist am Rande fest eingespannt und nach außen hin durch einen Schalltrichter t abgegrenzt. Aus der Sendeantenne werden und unterbrochen elektrische Wellen ausgestrahlt, deren Quelle die Hochfrequenzmaschine ist. Die Intensität der Wellen wird, ganz wie beim gewöhnlichen Telephon, durch den Widerstand des Mikrophons bestimmt, welcher sich unter dem Einfluß der seine Membrane treffenden Schallwellen verändert. Bei der Empfangsstation durchfließt ein ununterbrochener Zug elektrischer Wellen die Spule des Empfangsapparats. Diese Wellen induzieren