Text-Bild-Ansicht Band 326

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Scheibe d, und die Teile f, d werden etwas nach rechts verschoben, bis Fläche n an Fläche o anliegt; nunmehr werden sich die Teile f, d, g mit der Welle a drehen, während die Teile b, c, e, h stillstehen, die dazwischenliegende Kugelreihe aber sich abrollt. Erfolgt umgekehrt der Druck in Richtung k, dann liegt Fläche p an der i Scheibe c an und c und g drehen sich mit der Welle α, wobei die Fläche m an der Fläche l anliegt, die Teile b, d, e aber stillstehen. Ganz ähnlich wirkt das Doppeldrucklager der Maschinenfabrik Rheinland (Fig. 52), so daß sich eine Erläuterung erübrigt. Die Kugelflächen der Laufringe haben bei beiden Lagern den Zweck, den Druck gleichmäßig auf alle Kugeln zu übertragen; auch bewirken sie, daß sich das ganze Lager bei Druckwechsel zentriert, und zwar infolge der rotierenden Bewegung um so schneller und sicherer. Nach Mitteilungen der betr. Firmen haben sich diese Lager im Betriebe sehr gut bewährt und werden auch nach Normalien gebaut.

Textabbildung Bd. 326, S. 309
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Es ist nicht zulässig, Druckkugellager radial zu beanspruchen, da sie hierdurch bald zerstört werden würden. Da nun sehr oft mit radialer und achsialer Beanspruchung zu rechnen ist, wird man dann neben einem Drucklager noch ein Ringlager einbauen müssen; viele Firmen nehmen bei Ausbildung der Gehäuse für Drucklager gleich hierauf Rücksicht. Fig. 53 zeigt ein derartig zusammengestelltes Lager für Radial- und Achsialdruck von Schäfer & Cie.; a ist der Oelzufluß, b der Abfluß des Oeles. Viele Firmen bauen aber auch normal einbaufertige kombinierte Lager; z.B. zeigt Fig. 54 ein komplettes Lager für Radial- und zweiseitige Achsialbeanspruchung der Deutschen Kugellagerfabrik in Leipzig, dessen Drucklager nachstellbar ist; die Laufbahnen für alle vier Lager befinden sich auf einer auf der Welle befestigten Stahlbuchse. Das Lager der Norma-Gesellschajt (Fig. 55) ist für einseitigen Achsial- und für Radialdruck bestimmt und wird auch normal gebaut; der Laufring ist hierbei mit einem Spurkranz zur Aufnahme der Druckkugeln versehen. Die genaue Bearbeitung der beiden Rillen für Ring- und Drucklager in einem Arbeitsstück wird aber wohl ziemlich schwierig sein.

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Für die Montage der Radiallager gelten folgende Vorschriften: Die inneren Laufringe sollen auf die Welle mit mäßigem Preßdruck aufgezogen werden und sind seitlich einzuspannen, in der Regel zwischen einem Wellenansatz und einer Mutter oder zwischen geeignete Rohrstücke. Die Außenringe sind saugend (verschiebbar) ohne weitere Befestigung (Keile usw.) in die Gehäuse einzupassen; bei dieser Befestigung der beiden Laufringe dreht sich der Außenring langsam mit, d.h. er wandert. Dieses Wandern ist aber unbedenklich; die langsame Aenderung der belasteten Stellen bedeutet sogar einen Vorteil. Sollen Wellen auf Kugellagern laufen, so muß der Ausdehnung durch die Wärme Rechnung getragen werden. Deshalb und um bei Arbeitsfehlern ein Verspannen der Kugelreihen zu verhindern, darf für jede Wellenleitung nur ein Lager am Außenring seitlich eingespannt werden. Fig. 56 zeigt die Lagerung einer kurzen Welle nach Ausführung von Gebr. Wetzel, Leipzig; die Außenringe der Kugellager sind