Text-Bild-Ansicht Band 326

Bild:
<< vorherige Seite

jedoch mit einer etwas anderen Rückführung des Steuerschiebers in die Mittellage; es stecken nämlich Steuerschieber und Steuerkolben ineinander, so daß bei einer durch die Bewegung des Steuerschiebers bewirkte Veränderung in der Lage des Steuerkolbens ersterer immer wieder seine Mittellage zu den Durchtrittsöffnungen einnimmt. Eine ähnliche Anordnung benutzt die Firma zu einer weiteren Vereinfachung der Regulierung von Zweidruckturbinen, wie es aus Fig. 1 hervorgeht. Der kleine Steuerkolben d steht unter dem Einfluß des Tourenregulators; die mit Oeffnungen versehenen Büchsen g und h können vom Druckregler verstellt werden, und zwar mit Hilfe eines Zahnstangengetriebes, durch welches die mittlere unverschiebliche Büchse w gedreht wird. Die Unterkanten der Büchsen g und h haben steile Gewindeflächen und heben und senken sich bei einer Drehung von w unter dem Einfluß eines auf ihnen lastenden Federdruckes. Durch diese gegenseitige Bewegung von Steuerschieber und -Büchsen wird das Drucköl je nach der Belastung und nach der vorhandenen Abdampfmenge bald unter den Steuerkolben des Frischdampf-, bald unter denjenigen des Abdampfventils geleitet bezw. das dort vorhandene Drucköl abgeleitet und so der nötige Dampf für beide Betriebsarten zugelassen, wobei der Tourenregulator unabhängig ist von dem Rückdruck des Druckreglers für den Dampfsammler. Bei Dampfsammlern mit beweglicher Glocke wird der Druck konstant gehalten und kann daher nicht in der vorbeschriebenen Weise für die Regulierung verwendet werden. Man benutzt dann die Bewegungen der Glocke dazu.

Textabbildung Bd. 326, S. 367

Die A. E. G. hat bei ihren Zweidruckmaschinen einen vom Tourenregulator verstellten Hilfssteuerschieber und in der Druckölleitung einen weiteren Steuerschieber, der das Drucköl zuerst unter den Steuerkolben des Abdampfventils und später bei höchster Lage desselben auch unter denjenigen des Frischdampfventils treten läßt. Ein Druckregler in der Abdampfleitung schließt selbsttätig bei Unterschreitung eines gewissen Druckes im Dampfsammler diesen von der Turbine ab, damit bei Frischdampfbetrieb kein Dampf in den Sammler gelangen kann; auch schließt sich das Ventil im selben Maß als die Abdampfmenge abnimmt, unter Konstanthalten des Druckes im Dampfsammler. Da dieses Druckreglerventil mit einer Hilfsölsteuerung (vom Dampfdruck im Sammler betätigt) versehen ist, kann es auch als selbsttätiges Absperrventil im Falle einer Störung in der Oellieferung oder bei unzulässiger Tourensteigerung dienen. Der Tourenregulator erhält ein großes Arbeitsvermögen und einen Ungleichförmigkeitsgrad für den Uebergang vom Frischdampf- zum Abdampfbetrieb von nur 1 v. H. Es soll sogar bei einer Anlage beim Umschalten von Abdampf auf Frischdampf nur eine Tourenänderung von 0,3 v. H. erreicht worden sein. (Grunewald.) [Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure 1911, S. 210–215, S. 247–254 und S. 378 bis 388.]

M.

Wasserturbinen von A. Riva & Co. auf der Weltausstellung in Brüssel.

Die Konstruktionswerkstätten von A. Riva & Co. in Mailand stellten in Brüssel eine einfache Francis-Turbine mit Spiralgehäuse aus, von welcher im ganzen vier Stück für das Werk Cedegolo der Società Elettrica Bresciana in Brescia geliefert werden. Diese Turbinen leisten bei einem Gefälle von 95 m und einer normalen Wassermenge von 3000 l i. d. Min. bei 504 Umdr. i. d. Min. je 3200 PS und haben 1100 mm Laufraddurchmesser. Die Laufräder sind fliegend auf der Welle angeordnet und mit hydraulischem Druckausgleich versehen. Das Wasser wird durch ein mit 18 Schaufeln versehenes Leitrad eingelassen, welches durch einen Oeldruckregulator eingestellt wird. Außerdem hatte die Firma eine kleine Francis-Turbine für 30 m Gefälle und 5 PS-Leistung bei einem Wasserverbrauch von 18 l i. d. Sek. ausgestellt, sowie eine kleine Pelton-Turbine mit Nadelregulierung für 5 PS-Leistung bei 2500 Umdr. i. d. Min. und 200 m Gefälle. (Hofer.) [Zeitschr. f. d. gesamte Turbinenwesen 1911, S. 104 bis 106.]

H.

Versuche an einem 6000 KW-Turbo-Alternator.

Die Dampfturbine ist gebaut von Richardsons, Westgarth & Co., Hartepool, nach Zeichnungen von Brown, Boveri & Co. in Baden. Sie ist eine reine Parsons-Turbine mit zwei getrennten Gehäusen für die Hoch- und Niederdruckstufen, letztere im hinteren Teile mit geteiltem, gegenläufigem Dampfstrom. Sie ist gebaut für eine maximale Leistung von 9000 PSe bei einem Dampfüberdruck von 13 at und einer Ueberhitzung von 90°. Der Alternator erzeugt Dreiphasenwechselstrom und leistet bei normaler Belastung 7000 KVA bei einem Leistungsfaktor von 0,9. Die Spannung beträgt 5750 V. Der Oberflächenkondensator hat etwa 120 qm Kühlfläche und arbeitet mit Kühlwasser von 7°. Bei den Versuchen wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Leistung KW 4256 5600 6257
Umdrehungen i. d. Min 1210 1210 1210
Dampfdruck vor der Turbine kg/qcm 13,5 13,3 13,3
Dampftemperatur ° C 285 286 291
Druck im Kondensator abs. mm/Hg 20 22 22,5
Temperatur im Kondensator ° C 23 24,5 24,5
Temperatur des Kühlwassers Eintritt 6,7 6,7 6,7
„ „ „ Austritt 10 11 11,7
Dampfverbrauch i. d. Std. kg 23900 30700 34000
Dampfverbrauch für 1 KW/Std. kg 5,63 5,48 5,39
Dampfverbrauch für 1 KW/Std. auf 90°
Ueberhitzung und 730 mm Vakuum um-
gerechnet kg


5,48


5,35


5,35

Die Versuche wurden im normalen Betriebe nach einer Betriebszeit von fünf Monaten vorgenommen, während welcher keinerlei Veränderungen an der Maschine stattfanden. Siezeigen, daß die Oekonomie sich nach längerem Betrieb nicht geändert hat. [Engineering 1911, S. 314.]

M.

Woltmann-Wassermesser mit auswechselbarer Meßtrommel.

Die bekannten Woltmann-Wassermesser werden in der Regel in Trinkwasserleitungen zwischen zwei Absperrschiebern