Text-Bild-Ansicht Band 326

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derart eingebaut, daß unmittelbar an dem Messer ein Stopfbüchsenrohr angebracht wird, damit der Wassermesser, wenn er gereinigt oder nachgeprüft werden soll, leicht im ganzen herausgehoben werden kann.

Textabbildung Bd. 326, S. 368

Diese Anordnung, welche sich für Leitungen bis zu 300 mm lichter Weite in der Praxis bewährt hat, weil bis dahin der Messer von zwei Arbeitern ohne Mühe herausgehoben werden kann, ist für größere Leitungen von 400 bis 750 mm und darüber nicht mehr anzuwenden. Die schweren Messergehäuse können nur mit großem Zeitaufwand ausgebaut und herausgehoben werden, so daß man die Pumpen stillsetzen, die Arbeit also in den Nachtstunden ausführen muß. Wesentlich erleichtert wird der Vorgang durch die in Fig. 1 wiedergegebene Messerbauart der Siemens & Halske A.-G., Berlin-Nonnendamm. Der Unterschied gegenüber der üblichen Konstruktion besteht lediglich darin, daß die Meßtrommel in das Gehäuse von oben direkt eingesetzt ist und nach Entfernen des Deckels mit zwei in die Oesen eingehängten Haken im ganzen herausgehoben werden kann. Da das schwere Gehäuse an seiner Stelle verbleibt, so fällt die lediglich für den Ausbau des Gehäuses erforderliche Stopfbüchse fort; außerdem braucht der Schacht nicht mehr für das Gehäuse, sondern nur für den Deckel bemessen zu werden. Falls die Wassermessung nicht unterbrochen werden darf, kann mann eine Reservetrommel in Bereitschaft halten. Das Auswechseln der Meßtrommel wird dann ohne bemerkenswerten Zeitverlust erfolgen können. Auch die Genauigkeit der Wassermessung wird verbessert, da durch die Anordnung des Flügelrades in einer besonderen Trommel seine zentrale Stellung in der Leitung stets gewahrt bleibt.

H.

Bücherschau.

Die Eisenbetonpraxis. Ein Leitfaden für Techniker und Architekten. Von E. Nicolas, Ingenieur. Mit 301 Figuren. Wien und Leipzig 1911. A. Hartlebens Verlag.

Das vorliegende Werk ist in erster Linie für Architekten und Techniker bestimmt. Diesem Grundsatz folgend ist die Theorie nur in so weit angegeben, als sie zum Verständnis der verschiedenen Konstruktionen erforderlich ist. Auf Seite 67 ist zur Berechnung des Eisenquerschnitts von Stützen die Formel angegeben:

, wobei P die Last in Tonnen und l die Stützlänge in Meter bedeutet. Diese Formel kann leicht Anlaß zu Irrtümern geben, wie folgendes Beispiel beweist; es wird nämlich fe = 0, wenn
oder wenn P = 0,7875 l2. Wenn, wie es in der Praxis fast immer der Fall ist, P und l gegeben sind und zufällig P und l in dem durch obige Gleichung bedingten Zusammenhang stehen, so ist fe = 0; Beispiel P = 16 t und l = 4,5 m, so ist fe = 0. Solche Formeln sollten also in einem speziell für Praktiker bestimmten Buche nicht aufgenommen werden. Auch eine Aeußerlichkeit wäre zu beanstanden der Verfasser schreibt z.B. S. 13 23,5 statt 23,5. Diese Schreibweise zieht sich durch das ganze Werk durch. Direkt falsch ist letztere aber in Tabelle S. 15, wenn E = 356000 geschrieben wird, statt 356000 usw. Es wird sich empfehlen, bei einer Neuauflage auf diese Punkte Rücksicht zu nehmen.

Die Erörterungen des Verfassers erstrecken sich über die Anwendung des Eisenbetons im Hoch-, Tief- und Brückenbau, wobei zahlreiche Abbildungen den Text besser erläutern. Fig. 3a auf Seite 17 dürfte unrichtig sein, wie sich Verfasser leicht durch einen Versuch überzeugen kann; denn es entstehen an der unteren Fläche des oberen Balkens Zugspannungen und an der oberen Fläche des unteren Balkens Druckspannungen; letztere erfährt daher eine Verkürzung, erstere eine Verlängerung.

Kaiserslautern.

A. Marx, Dipl.-Ing.

Bei der Redaktion eingegangene Bücher.

Die ortsfesten Dampfmaschinen. Von Fr. Freytag, Prof. an den Techn. Staatslehranstalten in Chemnitz. Bernoullis Dampfmaschinenlehre. Neunte Auflage. Mit 319 Figuren und 18 Tafeln. Leipzig 1911. Alfred Kröner. Baukonstruktionslehre. Leitfaden für den Unterricht an Baugewerkschulen und verwandten technischen Lehranstalten. Von Otto Frick und Karl Knöll, Oberlehrer an der Kgl. Baugewerkschule zu Königsberg i. Pr. Erster Teil. Mit 242 Figuren. Zweite Auflage. Leipzig und Berlin 1911. B. G. Teubner. Preis geh. M 2,60. Die Patentgesetze aller Völker. Bearbeitet und mit Vorbemerkungen und Uebersichten, sowie einem Schlagwortverzeichnis versehen. Von Dr. Josef Kohler, Geh. Justizrat, ordentl. Prof. an der Universität Berlin und Maximilian Mintz, Patentanwalt, Berlin. Band 2. Heft 5, Lieferung 12 des ganzen Werkes. Berlin 1911. R v. Decker. Preis geh. M 13,–. Die Gesamtorganisation der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau-A.-G. Von Ingenieur Richard Blum, Direktor der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau-A.-G. Berlin. Berlin 1911. Julius Springer. Preis geh. M 1,50. Herstellung und Instandhaltung elektrischer Licht- und Kraftanlagen. Ein Leitfaden auch für Nicht-Techniker unter Mitwirkung von Gottlob Lux und Dr. C. Michalke verfaßt und herausgegeben von S. Frhr. von Gaisberg. Fünfte, umgearbeitete und erweiterte Auflage. Mit 56 Figuren. Berlin 1911. Julius Springer. Preis geb. M 2,40. Taschenbuch für Mathematiker und Physiker. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen, herausgegeben von Felix Auerbach in Jena und Rudolf Rothe in Clausthal. Mit einem Bildnis Hermann Minkowskis. 2. Jahrgang. Leipzig und Berlin 1911; B. G. Teubner.