Text-Bild-Ansicht Band 326

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Nach Gleichung 26 erhält man:

Mi = 212000 kgcm

und damit nach Gleichung 27:

und

Während die Spannungen im Kranz nur gering sind, erfordern diejenigen in den Armen immerhin Beachtung.

Schließlich kann man noch Gleichung 22 benutzen, um sich davon zu überzeugen, daß die Zugkraft Za im Arm verschwindend klein wird. Bei der Nachrechnung findet sich Z = 0,00008 kg.

Die Ergebnisse der Rechnungen lassen sich kurz folgendermaßen zusammenfassen: Die Berücksichtigung der Biegsamkeit des Kranzes sowie der Massenwirkungen der Arme bei der Berechnung der Spannungen des beschleunigt rotierenden Rades bietet keinerlei Schwierigkeiten und führt zu übersichtlichen Ergebnissen. Beide Einflüsse sind an sich gegenüber der Biegsamkeit der Arme und den Massenwirkungen des Kranzes nicht groß und machen sich dazu noch im entgegengesetzten Sinne geltend. Es ist daher berechtigt, nach der üblichen Näherungsmethode zu rechnen, welche beide Einflüsse gleichzeitig vernachlässigt. Während diese Vernachlässigung der Anschauung ohne weiteres begründet erscheint, läßt sich von vornherein nicht so leicht übersehen, ob nicht infolge der Biegsamkeit des Kranzes in den Armen erhebliche Zug- oder Druckkräfte entstehen. Die Rechnung lehrt indessen, daß diese Kräfte, die bei der üblichen Näherungsrechnung stillschweigend vernachlässigt zu werden pflegen, in der Tat nur außerordentlich klein sind und daher mit Recht übergangen werden können.

VANADIUM-STAHL UND -EISEN, IHRE EIGENSCHAFTEN UND VERWENDUNG IM MASCHINENBAU.

Von Regierungsbaumeister Dierfeld, Berlin.

(Fortsetzung von S. 485 d. Bd.)

Vanadiumstahl, Type A.

Dieser Stahl paßt sich den verschiedensten Verwendungszwecken an; er besitzt große statische Festigkeit und Dehnbarkeit sowie hohe Widerstandsfähigkeit gegen Erschütterung bezw. Ermüden. Im Gesenk unter dem Fallhammer oder bei Zugversuchen verhält sich der Stahl ähnlich wie weicher Martinstahl; er fließt, im Gesenk geschmiedet, leicht, erträgt hohe Temperaturen ohne Strukturänderung, erhält eine sehr glatte Oberfläche und ist leicht zu bearbeiten.

Besonders geeignet ist dieser Stahl für die Kurbelwellen von Automobilmotoren.

Textabbildung Bd. 326, S. 504

Fig. 9 zeigt eine im Gesenk geschmiedete Kurbelwelle für einen Zweizylindermotor, die durch wiederholte Schläge eines 1140 kg schweren Dampfhammers verzerrt wurde, ohne eine Spur von Bruch oder Riß aufzuweisen. Infolge der wiederholten Schläge ist dies eine viel härtere Probe, als wenn dieselbe Verzerrung mittels des allmählichen Druckes einer hydraulischen Presse erfolgt wäre. Eine Kurbelwelle aus vorzüglichem Kohlenstoffstahl wurde derselben Prüfung unterzogen, konnte aber nicht in demselben Maße ohne Bruch verzerrt werden, trotzdem hierbei die Schläge nur mit dem vierten Teil der früher angewendeten Kraft erfolgten.

Elasti-
zitäts-
grenze

kg/qcm

Zug-
festigkeit

kg/qcm

Dehnung
in 50 mm

v. H.
Quer-
schnitts-
vermin-
derung
in v. H.
Kohlenstoffstahl 3515 5750 30,0 60,0
Nickelstahl 6328 8200 21,0 71,0
Chromvanadiumstahl
Type A

7734

9140

17,0

57,0
Chromvanadiumstahl
Type D

10500

11600

16,0

59,0
Textabbildung Bd. 326, S. 504

Obenstehende Tabelle gibt Ergebnisse von vergleichenden Festigkeitsversuchen mit Stahlen für Motorkurbelwellen an: