Text-Bild-Ansicht Band 326

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Frankreich in Gebrauch sind, verlieren den Baumwollhüllen gegenüber mehr und mehr an Bedeutung.

Auch an dieses Material werden hohe Anforderungen gestellt. Ebenso wie bei den metallischen Baustoffen wird hier große Festigkeit gegen atmosphärische, mechanische und chemische Einflüsse sowie möglichst geringes Gewicht verlangt und weiterhin auch eine hohe Gasundurchlässigkeit.

Die Dichtung der Stoffe kann durch Gummieren oder imprägnieren mit Leinölfirnis erfolgen. Gefirnißte Stoffe sind besonders in Frankreich gebräuchlich; sie sind zwar etwas leichter als die gummierten Stoffe und meist auch billiger, aber lange nicht so haltbar. Gefirnißte Ballonhüllen bedürfen einer sehr sorgsamen Behandlung, da der Firnis in der Sonne oft weich und klebrig wird, so daß die Hüllen nur im Schatten oder nach längerer Abkühlung verpackt werden dürfen. Da der Stoff auch gegen mechanische Verletzungen (durch die Fingernägel) sehr empfindlich ist, müssen die Bedienungsmannschaften beim Verpacken stets Handschuhe tragen. Natürlich bedarf eine solche Hülle trotz sorgsamster Behandlung eher einer Ausbesserung als eine gummierte, so daß der billigere Anschaffungspreis hierdurch wieder ausgeglichen wird. Auch im regulären Betriebe ist nach einer gewissen Zeit eine gewisse Imprägnierung mit Firnis erforderlich, um die Hülle dicht zu erhalten, und nach 20–30 Fahrten ist sie überhaupt nicht mehr brauchbar. Alle diese Unannehmlichkeiten fallen bei Verwendung von gummierten Stoffen weg. Deutschland, das diese Stoffe von Anfang an verwendete, hat in ihrer Herstellung vor anderen Ländern einen erheblichen Vorsprung und steht heute in dieser Fabrikation entschieden an erster Stelle. Nicht nur die deutschen, sondern auch die ausländischen Konstrukteure von Luftschiffen und Flugapparaten verwenden in letzter Zeit die deutschen gummierten Ballon- und Aeroplanstoffe, wie Blériot, Voisin, Lebaudy und andere. Ein Beispiel für die Güte dieser Stoffe ist auch der Ballon „Ziegler“ des Frankfurter Vereins für Luftschiffahrt, der schon weit über 100 Fahrten mit derselben Hülle gemacht hat.

(Schluß folgt.)

BLOCKEINRICHTUNGEN FÜR EINGLEISIGE BAHNSTRECKEN OHNE ZWISCHENBLOCKSTELLEN.

Von Ing. Robert Edler, K. K. Professor, Wien.

(Fortsetzung von S. 508 d. Bd.)

IV.

Eine sehr interessante und wertvolle Lösung der Aufgabe hat sich aus einer Anordnung der Firma Siemens & Halske aus dem Jahre 18927), die allerdings mittlerweile teilweise veraltet erschien und abgeändert wurde, entsprechend herausgebildet8).

Textabbildung Bd. 326, S. 519

Wie Fig. 17 erkennen läßt, sind die Signalblockfelder A1 E1 A2 E2 im normalen Zustande verschlossen, während die beiden Zustimmungsblockfelder Z1 Z2 frei sind. Letztere wirken mit ihren Riegelstangen im geblockten Zustande wieder auf die Ausfahrsignalstellhebel ein; selbstverständlich stehen diese auch unter Verschluß durch die Blockfelder A1 A2, welche als Anfangsfelder der Blocklinie anzusehen sind. In Stationen mit besonderer Stationsblockung (Hebelfelder) müssen die bekannten Abhängigkeitsbeziehungen zwischen dem Anfangsfeld der Blocklinie und dem Freigabeblockfeld für das Ausfahrsignal vorgesehen werden. Die Blockfelder E1 und E2 bilden die Endfelder der Blocklinie und bewirken unmittelbar den Verschluß der Einfahrsignalstellhebel, wenn keine Stationsblockung vorhanden ist, während in Stationen mit Stationsblockung und besonderen Stellwerken das Endfeld nur insofern von dem Signalverschlußfelde des Einfahrsignals abhängig zu machen ist, als der Verschluß des Endfeldes nur nach durchgeführter Blockung des Einfahrsignals möglich sein darf, einerlei, ob das Endfeld im Stationsblockwerk oder im Stellwerk untergebracht ist.

Die Betriebsweise der Anordnung Fig. 17 ergibt in einigen Punkten eine charakteristische Abweichung von den Lösungen I II III, wie aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgeht, Zunächst ist hervorzuheben, daß die Zustimmungsfelder Z1 und Z2 entweder allein, oder aber beim Verschluß von A1 bezw. A2 mitbedient werden können. Mechanische Verschlüsse bezw. elektrische Abhängigkeiten sorgen dabei dafür, daß keine Fehlbedienungen vorkommen können.

Soll z.B. eine Zugfahrt von S1 nach S2 durchgeführt werden, so gibt der Beamte in S2 (vgl. Fig. 17) nach erfolgter Anmeldung des Zuges das Ausfahrsignalfeld A1 in S1 frei, indem er Z2 blockt. Dabei wird zugleich der

7)

D. R. P. Nr. 64179.

8)

Vgl. Scholkmann, S. 966.