Text-Bild-Ansicht Band 326

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Sinne des österr. Patentes Nr. 11295, bezw. im Sinne der Fig. 1617 nach Scholkmann sicher erreichen und nach Bedarf überprüfen, selbst wenn der von Herrn Dr. Ing. Natalis erwähnte Kippkontakt nicht eingebaut ist. Ich habe hierauf bereits auf S. 473, Zeile 15 von unten (Heft 30) in meiner Abhandlung aufmerksam gemacht.

Der Kippkontakt ist jedoch nur dann verläßlich, wenn der Ausfahrtsignalstellhebel mit dem Verschlußwechsel und der Unterwegs- und Hebelendsperre versehen ist, da er ja sonst durch bloßes Niederdrücken des Blocktasters wieder zurückgelegt werden könnte.

5. Was nun die Möglichkeit betrifft, daß diejenige Station, welche augenblicklich das Verfügungsrecht über Zugabfahrten besitzt, infolge des entblockten Zustandes ihres Zustimmungsblockfeldes bei der Betriebsweise a (Natalis) ungehindert einen Zug nach dem andern auf die Strecke hinaussenden kann, so möchte ich zunächst betonen, daß ich auf S. 457 geschrieben habe, „daß theoretisch eine unbegrenzte Zahl von Folgezügen abgesendet werden kann, und daß dieser Nachteil nicht so sehr zur Geltung kommt, wenn zwischen den beiden Stationen kein Streckenblockposten vorhanden ist“.

Die von Herrn Dr. Ing. Natalis angegebene Wechselsperre zwischen Signalhebel und Zustimmungsfeld macht bei einem Folgezug eine Scheinzustimmung für einen gar nicht verkehrenden Gegenzug nötig, und dann muß doch wieder die erste Zustimmung verlangt werden. Das bedeutet eine Operation mehr und verursacht bei geteilten Zügen eine unnötige Verzögerung gegenüber der Betriebsweise b.

6. Bezüglich der Anordnung einiger Abhängigkeitskontakte am unrichtigen Ort gebe ich Herrn Dr. Ing. Natalis vollständig recht und danke ihm dafür, daß er mich darauf aufmerksam gemacht hat. Die Abhilfe ist leicht geschaffen: In Fig. 4 ist t1 zwischen L1 und m1 einzuschalten, sowie t2 zwischen L3 und m6. In Fig. 5 ist t1 und u1 zwischen L1 und m1, ferner t2 und u2 zwischen L3 und m6 einzufügen. In Fig. 8 muß t1 und u1 zwischen L1 und m1 sowie t2 und u2 zwischen L2 und m6 eingeschaltet werden.

7. Daß durch Mängel am Induktor unter Umständen Wechselströme anstatt der Gleichstromstöße in die Leitungen gelangen können, gibt sogar die Firma Siemens & Halske zu (vergl. österr. Patent Nr. 11295, S. 2, Zeile 16), und schaltet deshalb bei Fahrstraßen-Sicherungsanlagen den Ankündigungswecker so, daß die Klingelströme überhaupt nicht zu den Blockspulen gelangen können. Ich bekenne auch ganz offen, daß mich diese wertvolle Schaltungsart im Patent Nr. 11295 veranlaßt hat, die Schaltungen in meiner Abhandlung auch nach dieser Richtung hin zu untersuchen und darüber vergleichende Kritik zu üben.

Und nun zur Schlußbemerkung!

Für Einfachheit wird jeder ernste Signaltechniker immer zu haben sein; daß man aber Anordnungen mit bewährten Einzelteilen, welche die Sicherheit unzweifelhaft vergrößern, Fehlbedienungen einschränken und die richtige Bedienungsweise erzwingen, ernstlich berücksichtigen soll, selbst wenn sie etwas kompliziertere Lösungen ergeben, ist meines Erachtens erste Pflicht der Bahnverwaltungen und der Aufsichtsbehörden.

Bei den „ursprünglichen einfachsten Formen“ fehlt eben fast an allen Ecken und Enden eine Ueberprüfung der richtigen Wirkung und ein unmittelbarer Zwang für die richtige Reihenfolge in der Bedienung; einen derartigen Zustand kann man aber doch gewiß nicht als erstrebenswert hinstellen!

Prof. Ing. R. Edler.

BÜCHERSCHAU.

Die neue Welt der flüssigen Kristalle und deren Bedeutung für Physik, Chemie, Technik und Biologie. Von O. Lehmann, Professor der Physik an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. 8° VI und 388 Seiten mit 246 Figuren. Leipzig 1911. Akademische Verlagsgesellschaft.

Der Verfasser gibt in dem vorliegenden, mit Bildern und schematischen Zeichnungen sehr reich ausgestatteten Buch eine ausführliche Uebersicht über die Beobachtungen, die er über Kristallisation im allgemeinen und über solche Kristalle, die wegen ihrer Weichheit als flüssig erscheinen, im besonderen angestellt hat, und legt, in teilweiser sehr losem Anschluß daran, die Meinungen dar, die er sich über allerlei wichtige Probleme allgemeiner Art gebildet hat, z.B. über das Vorhandensein und den etwaigen Sitz der Seele belebter Körper usw.

Daß er im Verlaufe seiner vieles Wertvolle bringenden Ausführungen seinen Gegnern, welche die Bedeutung seiner Entdeckungen nicht nach Wunsch anerkennen, oft scharf entgegentritt, ist verzeihlich, da er um die Anerkennung seiner langjährigen Lieblingsforschungen kämpft.

Arndt.

Uhlands Ingenieurkalender 1912. 38. Jahrgang. Bearbeitet von F. Wilcke. 1. Teil: Taschenbuch. Leinenband; 2. Teil: Pur den Konstruktionstisch, broschiert. Leipzig. Alfred Kröner. Preis M 3,–.

Der altbekannte Uhlands Ingenieurkalender bildet auch in dieser neuen Auflage eine willkommene Gabe für den in der Praxis stehenden Ingenieur. Neben den üblichen mathematischen Tafeln, Maß- und Gewichtstabellen, Tabellen über Eisen-Halbfabrikate usw. enthält der erste Teil besonders reichhaltiges Zahlenmaterial über Maschinenteile, Maschinen und Maschinenanlagen, das als Unterlage für Projekte, Ueberschlagsrechnungen usw. vorzüglich geeignet ist. Das Werkchen füllt damit eine fühlbare Lücke in den größeren Handbüchern aus. Der zweite Teil, der, wie schon erwähnt, für den Konstruktionstisch bestimmt ist, behandelt in kurzer und gedrängter Form die Berechnung der wichtigsten Maschinenteile und Maschinen und gibt kurze Abrisse aus dem mechanisch-technologischen Gebiet sowie Auszüge aus der Gewerbe- und Patentgesetzgebung. In Anbetracht des billigen Preises und des gediegenen Inhalts kann der Ingenieurkalender nur wärmstens zur Anschaffung empfohlen werden.

Pöhlmann.

Handbuch der elektrotechnischen Literatur 1900–1910. Verzeichnis der Erscheinungen auf dem Gebiete der Elektrotechnik in den letzten zehn Jahren, abgeschlossen im März 1911. 56 Seiten. Leipzig. Schulze & Co.

Die Broschüre behandelt im Gegensatz zu den meisten ähnlichen Mitteilungen des Buchhandels ein technisches Spezialgebiet.