Text-Bild-Ansicht Band 326

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vielen kleineren Städten aus finanziellen Rücksichten unmöglich gemacht, das Preßgas einzuführen. Man ist daher schon seit einiger Zeit bestrebt, Lampen zu konstruieren, die auch bei dem gewöhnlichen Gasdruck ein intensives Licht geben. Diese Niederdruck-Starklichtlampen (Fig. 5) liefern 200–350 HK und verbrauchen nur 0,6–0,8 l Gas für die HK/Std.

Textabbildung Bd. 326, S. 760

In jüngster Zeit ist es auch gelungen, eine Preßgaslampe zu bauen, die ohne besonderen Kompressor betrieben werden und an jede gewöhnliche Gasleitung angeschlossen werden kann. Diese Auto-Preßgaslampe, System Liedke, die in Halle 53 ausgestellt ist, liefert 1500 bezw. 3000 HK, indem sie das zuströmende Gas von 35–40 mm Druck selbsttätig durch eine sinnreich konstruierte Quecksilberzirkulation auf 1000 bis 1200 mm Wassersäule verdichtet.

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Die Lampe enthält keine beweglichen Teile und ist so einfach gebaut, daß Betriebsstörungen so gut wie ausgeschlossen sind. Auch diese Lampe hat einen sehr geringen Gasverbrauch, nämlich 0,5 l für die HK/Std. Die Beleuchtung mit elektrischen Metallfadenlampen kommt in der Herkulesallee (Just-Wolfram-Lampen) und auf dem Festplatz (4000 Stück Omega-Lampen) in sehr wirkungsvoller Weise zur Geltung, während in dem Repräsentationssaal eine Moore-Lichtanlage in Betrieb ist. Daß auch da, wo keine Gas- oder elektrische Zentrale vorhanden ist, eine intensive Beleuchtung möglich ist, beweisen die in einem Teil des Parkes installierten Petroleum-Starklichtbrenner, die ohne Anwendung künstlichen Druckes 1100 oder 1800 HK liefern, und deren Brennkosten nur 5 bezw. 9 Pfg. stündl. betragen. Auch in den Hallen ist die Beleuchtungsindustrie mit Ausnahme der elektrischen Großindustrie, die sich von der Ausstellung ferngehalten hat, gut vertreten. Für den Gasfachmann sind die von den Mannesmannröhren-Werken, Düsseldorf, ausgestellten Gaslampen und Kandelaber, ferner Leitungsrohre und Stahlflaschen für den Transport verdichteter und verflüssigter Gase von Interesse. Besondere Beachtung verdienen auch die bruchsicheren Stahlmuffenrohre, die ohne jede Schweißung nahtlos gewalzt sind und in Längen bis zu 15 m aus einem Stück hergestellt werden. Die verschiedenen Arten von Fernzündern für Gas beweisen, daß die Gasindustrie auch auf diesem Gebiete eifrig bemüht ist, die Ueberlegenheit des elektrischen Lichts zu beseitigen. Zwar bedienen sich einige dieser Zünder noch des elektrischen Stroms, die neuesten Konstruktionen aber, wie z.B. der Pintsch-Fernzünder (Fig. 6 und 7), werden nur durch den Gasdruck betätigt. Durch eine Erhöhung des Gasdrucks um 10 bis 20 mm im Stadtrohrnetz Während einiger Minuten wird durch Vermittlung einer Membrane und eines Ventils, die in einem eisernen Gehäuse eingeschlossen sind, die Gasleitung geöffnet und das ausströmende Gas an einer kleinen Zündflamme entzündet. Einen ebenfalls sehr einfachen Fernzündapparat für Fabrik- und Wohnraume führt die Zentralwerkstatt in Dessau im Betriebe vor. Weiter finden wir hier elektrische Glühlampen und Gasglühstrümpfe, unter denen sich die aus Kunstseide gefertigten durch große Widerstandsfähigkeit gegen Erschütterungen auszeichnen. Es seien hier auch die mit einer Zündmasse imprägnierten „selbstzündenden“ Glühstrümpfe erwähnt, an denen sich das Gas beim Oeffnen des Hahnes sofort entzündet und die daher große Sicherheit gegen Gasausströmungen bieten.

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Sehr umfangreich ist auch die Gruppe „Heizung und Lüftung“, deren wissenschaftliche Abteilung eine Sonderausstellung des Deutschen Vereins von Gas- und