Text-Bild-Ansicht Band 327

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In die Beine der landseitigen Brückenstütze ist ein Betongegengewicht eingebaut, um die Stabilität der Brücke zu erhöhen. Der Fahrmotor, von 10,6 PS und 675 Umdr.-Min., der der Brücke eine Fahrgeschwindigkeit von 20 m/Min, vermittelt, treibt durch zwei Transmissionsstränge zwei Stahlgußräder an, wodurch ein sicheres Verfahren der Brücke erstrebt und in der Tat erreicht wurde. Das Brückenfahrwerk ist nach der Ausschaltung des Arbeitsstromes durch eine elektromagnetisch betätigte doppelseitige Bremse gesperrt. Ein Fortrollen der Brücke durch Wind oder sonstige unvorhergesehene Einflüsse verhindern vier um die Fahrschienen greifende Schienenzangen. Der wasserseitige Ausleger wird durch aus ∪-Eisen gebildete Streben getragen, die mit den turmartig nach oben verlängerten Beinen der wasserseitigen Brückenstütze verbunden sind, während der kürzere landseitige Ausleger durch leichtere Streben an der zugehörigen Stütze aufgehängt ist. Längs der Katzenfahrbahn ist ein mit Geländer ausgerüsteter Laufsteg vorgesehen, der durch eine schmiedeeiserne Leiter mit dem Erdboden in Verbindung steht.

Textabbildung Bd. 327, S. 107
Textabbildung Bd. 327, S. 107

Wie bereits oben bemerkt, ist die Motorlaufwinde als Einschienenkatze ausgeführt, die sich längs einer aus einem I-Träger gebildeten Laufbahn bewegt. Fig. 2 läßt die Laufkatze und die Fahrbahn deutlich erkennen. Der Hubmotor arbeitet durch ein Schneckengetriebe und zwei Zahnradvorgelege auf die Seiltrommel. Ersteres läuft in einem geschlossenen Oelgehäuse. Außer einer Lastdruckbremse für das Hubwerk, bei der die durch den Achsialdruck der Schnecke hervorgerufene Bremswirkung stets proportional der Last ist, wurde noch eine elektromagnetisch betätigte Stoppbremse vorgesehen. Diese hat in der Hauptsache den Zweck, beim Abschalten des Motors die sichdrehenden Massen zum Stillstand zu bringen, so daß der Haken auch die kleinsten Hub- und Senkwege mit Sicherheit zurückzulegen vermag. Für den Betrieb der Laufkatze wurden die nachstehend mitgeteilten Arbeitsgeschwindigkeiten vorgesehen:

Heben: v = 18 m/Min, bei Vollast,

Fahren: v = 120–130 m/Min.

Es möge zu den Motoren noch bemerkt werden, daß sowohl die Katzenmotore als auch der Brückenfahrmotor staub- und wasserdicht gekapselt ausgeführt sind und durch Gleichstrom von 440 Volt Spannung betrieben werden. Ein volles Kranspiel, bestehend aus: Heben der vollen Last um 10 m, Fahren der Katze um 49 m, Fahren der Brücke um 50 m, Senken der Last um 4,5 m und Bewegung des Hakens leer ins Schiff zurück erfordert einen Stromverbrauch von etwa 1200 Wattstunden.

Die Steuerung der einzelnen Bewegungen der Brücke erfolgt von dem an die Katze angebauten Steuerhause durch einen mitfahrenden Maschinisten. Das Führerhaus ist wetterfest verschalt und mit reichlich bemessenen Fenstern versehen, die dem Maschinisten einen ungehinderten Ueberblick über das ganze Arbeitsfeld des Hakens gestatten. Die vor kurzem dem Betriebe übergebene Brücke hat den von der Baufirma übernommenen Verpflichtungen vollauf entsprochen.