Text-Bild-Ansicht Band 327

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liegenden Bauart bequem geprüft werden. Das Maschinenbett besteht aus zwei liegenden Trägern, auf welche zur Vergrößerung des Abstandes der Einspannklauen Laternen gesetzt werden können; gegen diese stützt sich dann das Querstück mit der hinteren Klaue. Auf diese Weise können Zugproben bis 9,5 m und Knickproben bis 7,5 m Länge ausgeführt werden; die größte Spannweite für Biegeproben beträgt 3 m. Das Prinzip der Maschine beruht auf der Hebel wage (Fig. 18). Als Kraftmesser dient ein zweiarmiger Winkelhebel mit einem Uebersetzungsverhältnis von 1 : 500. Der Kolben drückt beim Vorgang gegen die Schneide 3 und versucht den bei a und b aufgehängten Wagenhebel zum Ausschlag zu bringen, was durch Aufsetzen von Gewichten verhindert wird. Im Gleichgewicht wird daher die Kolbenkraft durch die Schneiden 1 und 2, welche einige Millimeter höher liegen wie 3, auf die Zugstangen z und somit auf die Probe übertragen. Bis zu einer Last von 6 t ist der Wagenhebel auch mit einem Laufgewicht versehen. An der Maschine seitwärts unten ist eine Kontrollwage zur Kontrollierung des Uebersetzungsverhältnisses der Hauptwage angebracht. Vor- und Rückgang der Maschine erfolgt hydraulisch; die größte Wasserpressung beträgt 150 at.

Textabbildung Bd. 327, S. 184

In Fig. 19 ist die Werder-Maschine mit einer Torsionsversuchseinrichtung dargestellt. Das hierbei auszuübende Drehmoment beträgt 600000 cmkg. Der Antrieb geschieht durch einen Elektromotor unter Zwischenschaltung eines Zahnradgetriebes. Das aufgewendete Drehmoment wird durch Einstellen der Maschinenwage ermittelt, indem das zweite Ende des Probestabes auf einen aufgehängten Hebel wirkt, der seinerseits die Kraft auf die Zugstangen z überträgt. Der Torsionsapparat ist verschiebbar eingerichtet, um Stäbe verschiedener Länge prüfen zu können.

(Fortsetzung folgt.)

THERMOSTATISCHE REGELUNG DER DAMPFKESSELSPEISUNG.

Von Dr.-Ing. W. Zimmermann, Dresden,

Inhaltsübersicht.

Wert der konstanten Dampfspannung in Dampfkesseln. – Da die physikalische Beziehung zwischen Wärme und Körperausdehnung bekannt ist, so liegt es nahe, diese Beziehung zur Betätigung eines Mechanismus zu verwenden, der die Speisewasserzufuhr selbsttätig regelt. D. R. P. 238844 Hay. – Vorschläge des Verfassers.

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Eine Grundbedingung zur Erlangung des hohen Gleichförmigkeitsgrades, der an moderne Dampfmaschinen gestellt werden muß, ist die Erhaltung konstanter Dampfspannung im Dampferzeuger. Zwar erinnert der rote Strich am Manometer oder gewisse Signalvorrichtungen den Kesselwärter an die Erfüllung dieser ersten Pflicht, auch sorgen die Beobachtung des Wasserstandglases oder selbsttätige Speisewasserregler für einen möglichst gleichbleibenden Wasserstand. In beiden Fällen ist die Erhaltung einer konstanten Dampfspannung aber einerseits an das Pflichtbewußtsein des Heizers gebunden, andererseits ist die Dampfspannung nur in ganz besonderen und wenigen Fällen abhängig von der Höhe des Wasserstandes im Kessel, nämlich nur bei ganz gleichmäßiger Dampfentnahme und sehr genauer, dem Dampfverbrauch angepaßter Bekohlung. Mit diesen Mitteln kann also die gewünschte obige Grundbedingung nicht vollkommen durchgeführt werden, es muß vielmehr zur Erreichung des gewünschten Zweckes eine Beziehung zwischen dem Wärmewert des Dampfes und der Speisewasserzufuhr gesucht, also mit anderen Worten eine thermostatische Regelung der letzteren erreicht werden. Um eine solche ideale Einrichtung zu schaffen, müßte zunächst ein gleichmäßiger Wasserstand zugrunde gelegt werden. Ferner ist zu berücksichtigen, ob es sich um gesättigten oder überhitzten Dampf handelt. Im ersteren Falle liegen die Verhältnisse einfach und sollen zunächst hier allein betrachtet werden.

Der Wärmewert des trockenen gesättigten Dampfes ist eine Funktion seiner Spannung, d.h. jede Dampfspannung besitzt einen ihr zugehörigen unveränderlichen Wärmewert. Einen gangbaren Weg zur Erreichung eines gleichbleibenden Dampfdruckes zeigt eine Erfindung des Engländers Hay, die in der Patentschrift 238844 niedergelegt und in der umstehenden Zeichnung (Fig. 1) dargestellt ist. Hays Erfindung bezieht sich allerdings nur auf einen ganz besonderen Fall, der sich aber verallgemeinern läßt.

Er ordnet an einem senkrecht stehenden Gußkessel, in dessen Wandungen Wasser- und Dampfrohre spiralartig angeordnet sind, außen senkrecht übereinander zwei Ansätze a an, die sich in einem vorbestimmten möglichst großen Abstande voneinander befinden. Diese Ansätze sind durch zwei nach auswärts gebogene Traversen b miteinander verbunden.

Nach dem Erfindungsgedanken werden sich die genannten Ansätze näher oder weiter voneinander entfernen, je nach der in den Röhren herrschenden Temperatur und