Text-Bild-Ansicht Band 327

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zu prüfenden Schrauben während ihrer Vorwärtsbewegung nach Leistung und Schub geprüft werden. Die Prüfung geschah mittels eines auf einem Kreisgleis laufenden Wagens, wobei Propeller und Wagen für sich durch Elektromotoren angetrieben wurden, während die Messungen für die Leistung elektrisch, für den Schub hydraulisch vor sich gingen.

Die Einrichtung eines großen Kreisgleises sowie die Meßvorrichtungen bedingen die Vor- und Nachteile dieser Messungen: Zunächst ist der große Vorteil in Rechnung zu ziehen, daß die Messungen unabhängig von der herrschenden Windrichtung stattfinden können, sofern nur darauf geachtet wird, daß eine Messung wirklich über einen vollen Kreisumfang sich erstreckt. Die geringe Beeinflussung der Messung dadurch, daß die Luft sich noch von der vorherigen Messung in Bewegung befindet, kann bei dem großen Durchmesser des Gleises ohne weiteres vernachlässigt werden. Auch der verschiedenartige Einfluß der Propellerflügel, die infolge der stetigen Achsenverlagerung auf dem Kreisbogen einmal auf der Innenseite, dann wieder auf der Außenseite des Kreisbogens arbeiten, ist nur von untergeordnetem Range. Anders ist es mit der Messung selbst bestellt. Die elektrische Messung der Leistung aus dem Stromverbrauch des Elektromotors, so verlockend sie auf den ersten Blick erscheint, ist doch recht ungenau. Die für die Uebertragung nötigen Zahnradgetriebe, Cardangelenke usw., die naturgemäß ebenso wie die Kraftwelle nach der Höchstleistung dimensioniert werden müssen, bringen große und unkontrollierbare Arbeitsverluste mit sich, die außerdem noch erheblichen Schwankungen unterworfen sind. Es ist außerdem zu beachten, daß die elektrischen und mechanischen Leergangswiderstände bei vielen Schrauben wesentlich größer ausfallen werden als die notwendige Antriebsleistung, so daß der Elektromotor nur mit wenigen Bruchteilen seiner Höchstleistung beansprucht wird und der Wirkungsgrad desselben dann natürlich außerordentlich schwankt. Diese Fehler lassen sich zwar in gewissen Grenzen durch empirische Eichung eliminieren, aber niemals völlig.

Textabbildung Bd. 327, S. 518

So kam man denn immer wieder auf die von Ferber bereits durchgeführten Fahrversuche zurück, die bei geeignetem Ausbau tatsächlich als die besten erschienen. Es stellten sich einer großzügigen Ausführung nur die