Text-Bild-Ansicht Band 330

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Wasserbewegung nach hinten auf. Druck und Geschwindigkeit dieses nach hinten gerichteten Wasserstromes, der für die Vorwärtsbewegung nutzbar gemacht wird, steigern sich zunächst bis zu einer gewissen Grenze nach den Flügelenden hin. Der jeweilig erreichte Höchstwert ist abhängig von der Propellerdrehzahl. Je höher diese ist, um so weiter liegt das Maximum nach außen. Haben Druck und Geschwindigkeit diesen Höchstwert erreicht, so fallen die Kurven nach außen zu plötzlich ab. Noch bevor der Umfang des Propellerkreises erreicht ist, schneiden die Kurven die Nullinie und gehen damit in das Unterdruckgebiet über. In der Randzone tritt dann offenbar wieder Wirbelbildung auf, und erst etwa 25 v. H. außerhalb des Propellerkreises ist das Vorhandensein ruhigen Wassers feststellbar.

Wesentlich anders als im eigentlichen Druckgebiet verläuft die Strömung vor dem Propeller, also in der Saugzone. Das Kurvenblatt (Abb. 2), das die Ergebnisse der Messungen nach Gruppe b vereinigt, gibt ein charakteristisches Bild des Druck- und Geschwindigkeitverlaufes. Die Einwirkung der Nabe auf das Strömungsbild, die im Auftreten des Unterdruckes hinter dem Propeller und der dadurch hervorgerufenen entgegengesetzt gerichteten Strömung in die Erscheinung tritt, fällt hier natürlich fort. Die Kurven verlaufen daher stetiger. Ferner erstreckt sich der Einfluß des Propellers im Sauggebiet über einen wesentlich größeren Querschnitt als im Druckgebiet. Er reicht bei hohen Umdrehungszahlen noch über 50 v. H. über den Propellerkreis hinaus.

Textabbildung Bd. 330, S. 388

Ein schematisches Bild, das den möglichen Strömungsverlauf vor und hinter dem Propeller annähernd richtig darstellen dürfte, gibt Abb. 3. Sie macht deutlich den Wechsel der Strömungsrichtung hinter der Nabe kenntlich. Offenbar steht dieser mit der bekannten Schlauchbildung hinter dem Propeller, die Flamm bereits früher an seinen Photographien der arbeitenden Schraube nachweisen konnte, im engsten Zusammenhange. Irgendwelche Schlüsse aus den vorliegenden Ergebnissen auf die wünschenswerte konstruktive Gestaltung des Propellers zu ziehen, erscheint bei dem bisherigen Umfange der vorliegenden Versuche wohl verfrüht.

Kraft.

Die deutsche Lötwerkzeug-Industrie. Die Firma Gustav Barthel, Dresden 19 A, blickt auf ein 25-jähriges Bestehen zurück. Wer die Verhältnisse in derLötlampenindustrie kennt, weiß, daß es sich hier nicht nur um ein Firmenjubiläum, sondern um ein Jubiläum der deutschen Lötapparate-Industrie handelt. Der Name Gustav Barthel ist mit dem deutschen Lötwerkzeug eng verknüpft und die Bezeichnung „Original Barthel“ ist ein Kennzeichen für das deutsche Qualitätswerkzeug auf dem Spezialgebiete: „Lötapparate“ geworden. Das Unternehmen wurde im Jahre 1890 von dem Chemiker Gustav Barthel ins Leben gerufen, der während seiner Tätigkeit in verschiedenen Laboratorien erkannt hatte, daß ein Bedürfnis für Brenn-, Heiz- und Kochapparate mit flüssigen Brennstoffen (Benzin, Spiritus, Petroleum usw.) vorhanden war. Die Firma kann sich mit Recht als die Begründerin dieser Industrie im Großen bezeichnen. Es wurde mit der Herstellung von Lötwerkzeugen für flüssige Brennstoffe, die wenige Jahre zuvor aufgekommen waren, begonnen. Auch die Fabrikation von Kochapparaten für den Hausgebrauch, die auf dem gleichen Prinzip der Vergasung von flüssigen Brennstoffen beruht, wurde später aufgenommen. Nach einigen Jahren (1895) konnte die Firma bereits in ihr eigenes Fabrikgrundstück, Kyffhäuserstraße 27, übersiedeln. Die ständig wachsende Nachfrage nach den Barthelschen Löt-, Heiz- und Kochapparaten hatte zur Folge, daß fortgesetzt umfangreiche Ergänzungsbauten auf diesem Grundstück vorgenommen werden mußten, bis zuletzt die Zahl der Angestellten und Arbeiter auf annähernd 250 gestiegen und das Unternehmen weit über die Grenzen des deutschen Landes hinaus bekannt geworden war. Ein vollständiger Fabrikneubau mit wesentlichen Vergrößerungen der ganzen Anlage war für das Jahr 1914 geplant und bereits begonnen, als der Weltkrieg ausbrach und Bauarbeiten Einhalt gebot.

Eine der Hauptursachen für die allgemeine Verbreitung der Barthelschen Apparate ist neben ihrer zweckmäßigen Bauart die zuverlässige Herstellungsweise. Weiter ist die Firma bemüht, ihre eigenen Wege zu gehen und fast ausnahmslos eigene Formen der Apparate herauszubringen, wodurch es ihr gelang, maßgebend und führend auf diesem Gebiete zu bleiben. Erwähnt seien in erster Linie die chemischen Apparate, sodann die Spirituslötlampen, die Benzinlötkolben und Benzinlötlampen mit ihren einfachen geraden Vergaserkanälen, dann die Petroleumlötlampen und -Gebläse, sowie der tragbare Petroleumlötofen.

Diese Grundsätze sichern dem Hause Gustav Barthel auch weiterhin eine günstige Entwicklung, die übrigens auch aus nationalem und volkswirtschaftlichem Interesse wünschenswert ist: denn gerade auf diesem Gebiete macht sich noch vielfach eine Vorliebe für ausländische Fabrikate bemerkbar, für die sachliche Gründe nicht vorhanden sind, und mit denen der Weltkrieg endgültig aufräumen muß.

Aus dem Kataloge, den die Firma aus Anlaß ihres Jubiläums herausgab, mag noch hervorgehoben werden, daß sich die Firma den Zeitverhältnissen insofern anzupassen wußte, als sie in anbetracht des Benzinmangels eine Lötlampe mit Druckpumpe für Spiritus herausgebracht