Text-Bild-Ansicht Band 330

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Während des Einsturzes ist der höhergelegene dieser Teile in Bewegung geraten und hat die Winkeleisenstütze im Fallen mitzureißen versucht, während der untere Teil vom anderen, noch ruhenden Körper festgehalten wurde. Eine Stelle geringeren Widerstandes wurde hierdurch längs der Winkelkante stärker zusammengedrückt. Infolge dieser Verkürzung konnten die Schenkel nach der Biegungsebene zu aufgebogen werden, bis sie den Winkel von 180° miteinander bildeten. Infolge der Verkleinerung des Widerstandes an dieser Stelle konnte nunmehr der Konstruktionsteil eine weitere schnelle Biegung bis etwa 180° erfahren, d.h. völlig umgeknickt werden.

Textabbildung Bd. 330, S. 390
Textabbildung Bd. 330, S. 390

Die verschiedenen Stadien sind in Abb. 4 dargestellt. Die gestrichelten Linien bezeichnen die ursprüngliche Stellung der Stütze am Gerüst (Stellung I) und denjenigen Augenblick, in welchem die Schenkel nach rückwärts gerade aufgebogen waren (Stellung II), der ausgezogeneTeil den Endzustand des ersten Entstaltungsabschnittes: die Umknickung (Stellung III).

Textabbildung Bd. 330, S. 390

Die Wiederauswärtsbiegung ist wahrscheinlich dadurch herbeigeführt, daß der jetzt unten hängende Konstruktionsteil durch einen anderen fallenden Körper beschwert worden ist, oder die bisher fest gebliebene Unterlage selbst nachgegeben hat, ohne indessen herunterzufallen. Hierdurch wurde auch der ursprünglich untere Teil der Stütze um einen beträchtlichen Winkel mit heruntergebogen, wobei durch die Zugwirkung des am freischwebenden Teil hängenden Körpers der geknickte Teil um 180° wieder aufgebogen wurde (Stellung IV).

Textabbildung Bd. 330, S. 390
Textabbildung Bd. 330, S. 390

Der zweite Fall betrifft einen Spannanker, den vermutlich zuerst gerissenen Teil der Verankerung des Turmgerüstes. Es ist ein Stück Rundeisen, das an einem Ende zu einem Auge ausgeschmiedet wurde. Das Auge ist im Loch quer durchgebrochen, wie Abb. 5 zeigt. Die eine der beiden Bruchflächen weist zwei vom normalen Bruchgefüge etwas abweichende Stellen auf, die aus Abb. 6 zu erkennen sind: Von der größeren Vertiefung rechts oben führt eine Bruchlinie schräg nach dem unteren Rande. Die bohnenförmige, helle Stelle hat feineres Bruchgefüge als der übrige Teil. Schliffe, die dem Teil hinter dieser Bruchfläche entnommen wurden, zeigten, daß das Material nicht durchgehends homogen ist, sondern, daß dem normalen Material, einem weichen Schmiedeeisen, um die erwähnte Bruchfläche herum ein fremdes, sehr unreines, weil sehr phosphorreiches Eisen aufgeschmolzen