Text-Bild-Ansicht Band 330

Bild:
<< vorherige Seite

(Reihe I und II), 100 . 20 (Reihe III) und 110 . 20 (Reihe IV), die gestoßen und beiderseits durch schwächere Flacheisen verlascht waren. Die Stücke der beiden ersten Reihen waren durch je drei Niete von 23 bzw. 21 mm ∅, die der beiden letzten Reihen durch je zwei Niete von 25 bzw. 27 mm ∅ zu beiden Seiten des Stoßes vernietet worden.

Jede der vier Reihen umfaßte zwei Gruppen (A und B) von Proben; bei A waren die Zwischenflächen „gebeizt und geölt“, bei B dagegen „gebeizt, geölt und einmal mit Mennige gestrichen“. Ferner war in jeder Gruppe ein Teil der Proben von Hand, ein anderer mit Lufthammer und ein dritter mit Kniehebelpresse genietet.

In Folgendem sind die Mittelwerte der Scherbeanspruchungen der Niete beim Beginn des Gleitens in kg/cm2 angegeben.


Versuchsreihe
Von Hand
genietet
Mit Luft-
hammer
Mit Kniehebel-
presse
I A 640 640 880
I B 665 665 885
II A 635 718 933
II B 525 580 815
III A 175 440 845
III B 203 385 805
IV A 275 425 740
IV B 365 430 835
Mittel aus I–IV2) 435 535 842
Mittel aus II–IV 363 496 829

Die Ergebnisse der Versuche der Hauptgruppe I sind wie folgt zusammengestellt:

  • 1. Bei den mit Kniehebel genieteten Proben war der Gleitbeginn schärfer ausgeprägt als bei den Nietungen mit Handhammer oder Lufthammer;
  • 2. die Nietung mit Kniehebel lieferte bei allen Reihen mit verschiedenen Probenabmessungen die höchsten Gleitwiderstände, die Nietungen mit Handhammer die geringsten, dazwischen stehen die Nietungen mit dem Lufthammer;
  • 3. die Bruchbelastungen wurden durch die verschiedenartigen Nietverfahren unter sonst gleichen Versuchsbedingungen nicht beeinflußt;
  • 4. der Gleitwiderstand war bei zwei Nielen größeren Durchmessers geringer als bei drei Nieten von kleinerem Durchmesser. Der Unterschied tritt bei Handnietung am stärksten und bei Kniehebelnietung am wenigsten hervor;
  • 5. die Zugfestigkeit der Flacheisen und die Scherfestigkeit der Niete war durch Unterschiede von 35 v. H. im Leitungsdruck nicht beeinflußt;
  • 6. hiernach ist die Materialausnutzung, wie sie in den Bruchspannungen zutage tritt, weder durch die Zahl und den Durchmesser der Niete noch durch die Art der Nietung beeinflußt. Ein merkbarer Einfluß dergenannten Umstände tritt lediglich in den Gleitwiderständen zwischen den vernieteten Teilen hervor;
  • 7. die verschiedenartige Behandlung der Zwischenflächen gebeizt und geölt oder gebeizt, geölt und einmal mit Mennige gestrichen, hat keinen Einfluß auf den Verlauf des Gleitens gehabt.

Es möge noch erwähnt werden, daß einige unbelastete Probestücke der Länge nach aufgeschnitten wurden, wobei sich ergab, daß bei den mit Kniehebel hergestellten Nieten im Gegensatz zu den von Hand oder mit Lufthammer geschlagenen auch die Setzköpfe gute Anlage zeigten, und die Schließköpfe nahezu symmetrisch saßen, was bei den anderen Stücken nicht der Fall war. In Hauptgruppe II wurden Versuche mit drei verschiedenen Nietbildern an je drei Versuchsstäben ausgeführt. Diese bestanden aus einem Flacheisen 500 . 24, das an beiden Enden an doppelseitige Laschen angeschlossen war.

Die Gleitbeanspruchungen der Niete auf Abscheren betrugen im Mittel für die dreieckförmigen Anschlüsse 523, für die rechteckigen 620 und für die rautenförmigen 593 kg/cm2; leider ist nicht angegeben, nach welchem Verfahren die Anschlüsse genietet sind. Doch bieten diese Zahlen keine sichere Grundlage für einen Vergleich, da sie für die beiden Anschlüsse derselben Probe besonders bei den Dreiecksanschlüssen erheblich voneinander abweichen. Bei drei Versuchsstäben – es wurden an beiden Enden die Gleitungen beiderseits gemessen – wurden sehr ungleichmäßige Gleitwerte festgestellt, bei zwei Stäben sogar auch negative. Wenn auch eine ungleichmäßige Anlage der Nietschäfte an die Lochwandungen diese Erscheinung zum Teil erklären kann, so ist sie doch besonders in den beiden letztgenannten Fällen wohl auch darauf zurückzuführen, daß es bei den großen Abmessungen der Versuchstäbe augenscheinlich nicht möglich war, die Lagerung in den Einspannköpfen so auszubilden, daß eine zentrische Belastung und gleichmäßige Spannungsverteilung gewährleistet war.

Auf die Festigkeit der Verbindung hat die Form des Anschlusses keinen wesentlichen Einfluß gehabt.

Auffallend ist, daß bei den Dreieckanschlüssen die Streckung der Nietlöcher bedeutend größer war als bei den anderen; hiernach wären diese letzteren jenen zweifellos überlegen. Dieser Nachteil des Dreieckanschlusses wird auch nicht durch den Vorteil aufgewogen, den man für ihn bisher immer daraus hergeleitet hat, daß für den angeschlossenen Stab nur ein Nietloch abzuziehen ist – der übrigens auch für den rautenförmigen Anschluß angeführt werden kann, – da heute kein Konstrukteur mehr Flacheisenstäbe verwendet und da für alle genieteten auf Zug beanspruchten Stäbe ohnehin mehr Nietlöcher abgezogen werden müssen.

Petermann.

Beregnungsanlagen. Außerordentlich wichtig für die Rentabilität eines landwirtschaftlichen Betriebes ist die Regelung der Bewässerung. Diese erfolgt am besten durch Beregnung. In geringerem Maße wird das Wasser durch Berieselung ausgenutzt. Man wird sich dennoch

2)

Das Mittel aus I bis IV ist weniger zuverlässig, als das aus II bis IV, da bei den beiden Versuchsreihen I A und I B, die wesentlich früher als die übrigen ausgeführt sind, größere Laststufen zur Anwendung kamen, und die Gleitbelastungen daher weniger genau bestimmt wurden.