Text-Bild-Ansicht Band 330

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wundern, daß es möglich ist, bei Gebrauch einer Beregnungsanlage den Ertrag an Hafer um 36 v. H., an Kartoffeln um 28 bis 37 v. H., an Roggen und Gerste um mehr als 50 v. H. zu steigern. Diese Zahlen sind nicht einmal Höchstwerte, sondern wurden unter Verhältnissen festgestellt, die zum Teil geradezu als ungünstig zu bezeichnen sind.

Textabbildung Bd. 330, S. 393

Beim Verspritzen des Wassers, dem man unter Umständen Jauche und dergleichen zusetzt, ist darauf zu achten, daß die Flüssigkeit vom Boden aufgenommen und von den Wurzeln aufgesogen werden kann. Zu diesem Zweck gestaltet man die Beregnung so gleichmäßig und dicht, daß sie einem normalen Landregen ähnelt. Ferner ist Wert darauf zu legen, daß die infolge der Beregnung entstehenden Flurschäden gering werden, hoher Stand der Kulturen, hügeliges Gelände und dergleichen keine Schwierigkeiten machen, und die Bedienung der Anlage auch dem ungeübten Landarbeiter anvertraut werden kann. Die Mitführung des Wassergewichts durch eine fahrbare Beregnungsanlage käme infolge des an erster Stelle genannten Grundes nicht in Betracht. Die Aufstellung eines feststehenden Rohrnetzes mit Wasserstreudüsen wäre bei größeren Betrieben zu kostspielig. Auch die Benutzung von Strahlrohren, die durch Schläuche an die Wasserleitung angeschlossen werden, ist wegen des starken Schlauch Verbrauchs und der zahlreichen zur Bedienung notwendigen Arbeiter unangebracht. Es kommen in der Hauptsache nur Spritzvorrichtungen in Betracht, die an feste Rohrleitungen angeschlossen werden und ihren Standort wechseln können. Abb. 1 zeigt schematisch eine derartige Anlage. Bei p steht eine Hochdruck-Zentrifugalpumpe, die die Feldleitung f speist. An diese schließt sich die Spritzwagenreihe s, mit deren Hilfe der Feldstreifen a b c d beregnet wird. Hierauf wird die Wagenreihe in die punktierte Lage d e auf der anderen Seite der Feldleitung gebracht, wo sie bis zur Querleitung q zurückfährt, dabei wiederum einen Feldstreifen beregnend. Die Fortführung der Arbeit geschieht durch Anschluß der Wagenreihe an die bei f1 gelegte Rohrleitung. Neben den erwähnten Spritzwagenreihen, die von der Verkaufsstelle des Bundes der Landwirte, von J. Moegelin-Posen und Oppen & Prinzke-Spandau geliefert werden, finden auch die einzeln arbeitenden Spritzwagen der landwirtschaftlichen Maschinenfabrik zu Borek (Posen) Verwendung. EineAnlage für 100 ha und 100 mm Regen kostet bei der genannten Spandauer Firma 15000 M, beim Bund der Landwirte 17000 M und bei den anderen Lieferanten 18000 M. Abb. 2 zeigt die Hauptteile eines Spritzwagens von Oppen & Prinzke. Er trägt ein 10 m langes mit Streudüsen von hohem Wirkungsgrad besetztes Sprengrohr, das sich selbsttätig infolge der schräg angebrachten Düsen dreht. Damit die Gesamtregenflächen mehrerer Wagen ein Rechteck bilden, trägt jeder Sprengler einen Hahn, der selbsttätig so gesteuert wird, daß er bei Lage des Sprenglers in Richtung der Wagenreihe und senkrecht dazu nur wenig, bei Drehung um 45° am meisten geöffnet ist. Die Wasserzuführung erfolgt durch die Achsrohre, die so hoch gelagert sind, daß auch bei hohem Stande der Pflanzen keine Beschädigung eintritt. Zum Anschluß an den Sprengler ist ein drehbares Standrohr vorhanden. Die einzelnen Wagen sind einrädrig, und die Flurschäden infolge der großen Radentfernungen von 20 m gering. Zwei Wagen können zusammengekuppelt und zu derselben Zeit vorgezogen werden. Da die Fortbewegung der ganzen Wagenreihe nicht gleichzeitig vor sich geht, ist nach je zwei Laufrädern eine gelenkige Schlauchverbindung anzubringen. Durch Verwendung von bestem Gummi mit innerer Drahtspirale sowie Anbringung eines Ueberzuges aus Metallgelenkrohr wird dieser empfindlichste Teil der Anlage möglichst widerstandsfähig gestaltet. Auch Vorrichtungen zur Vermeidung der Zugbeanspruchungen, des Einknickens und des Schleifens wurden getroffen. Zu letzterem Zweck findet eine Schlauchtragkarre Verwendung. Eine normale Anlage besteht aus vier Spritzwagen, die ebenso wie die Schlauchtragekarren durch Seilwinden vorgezogen werden. Es ist möglich, zum leichten Transport je zwei Spritzwagen zu einer zweirädrigen durch Deichselräder abgestützten Karre zusammenzustellen.

Textabbildung Bd. 330, S. 393

Zur Wasserförderung dient eine dreistufige Hochdruck-Zentrifugalpumpe, deren Wirkungsgrad zwischen 0,7 und 0,54 bei verschiedenen Leistungen schwankt. Die Rohrleitung ist in Rücksicht auf die hohen Anlagekosten nicht zu weit, indessen wegen des Druckhöhenverlustes auch nicht zu eng bemessen. Ein auch durch ungeschultes Personal leicht zu handhabender Klammerverschluß dient zur Rohrverbindung. Bei Bewässerung kleiner Flächen werden die Streudüsen direkt auf die Achsrohre gesetzt. Bei dieser abgeänderten Anlage sind die Beschaffungskosten für den Morgen 31,50 M. Für 1 m3 verspritztes Wasser zahlt man 8,4 Pf. Ein 25 mm-Regen stellt sich für einen Morgen auf 5,50 M. Das Gleiche kostete bei der erstgeschilderten Anlage 24,60 M, 0,058 M und 3,85 M. Zur Gartenbewässerung liefern Oppen & Prinzke Spritzkarren, für die ein Schwenkmotor mit Schwenkrohr charakteristisch sind. Die Vorrichtung