Text-Bild-Ansicht Band 338

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wagerecht verlaufend zusammenfallen, daß also ein schiefer Schnitt vermieden wird, wie er sonst in Anbetracht der Kleinheit des Abszissenbereiches v1 bis v2 der ersten (äußersten) Teilscheibe zu befürchten wäre. Aus den bei v2 abzulesenden Ordinaten s2 und t2 berechnet man vermöge (II), also mit Hilfe der fünften und sechsten Spalte, die Spannungen σr2 und σt2 zur Abzisse v2 und dann vermöge (IV), also mit Hilfe der achten Spalte, die Sprünge Δs und Δt und trägt diese vier Werte in die zweite Zeile der neunten bis zwölften Spalte ein. Nachdem die Sprünge auch in der Figur markiert sind, wird die Konstruktion nach dem in Abb. 1 geschilderten Verfahren fortgesetzt, und zwar zweckmäßig auf Millimeterpapier, sodann die dritte Zeile der neunten bis zwölften Spalte berechnet, usw. Schließlich erscheint so in der letzten Zeile der neunten Spalte der Endwert σr0.

Textabbildung Bd. 338, S. 219

Dieser wird jedoch i. a. noch nicht mit der vorgeschriebenen Innenspannung übereinstimmen. Man überlagert daher in bekannter Weise dem in der neunten bis zwölften Spalte dargestellten ersten Spannungszustand (herrührend von den Eigenfliehkräften der Scheibe sowie von der radialen Randspannung σr1 und der willkürlichen tangentialen Randspannung σt1) einen zweiten Spannungszustand, der in der nichtrotierenden Scheibe nur von einer beliebigen Tangentialspannung σ't1 am Außenrand allein hervorgerufen wird. Man nimmt also ω = 0, mithin s ≡ σr und t ≡ σt, und wiederholt das Verfahren mit der radialen Randspannung Null und mit σ't1 (im vorliegenden Falle ist σ't1 = 50 kg/cm2 gewählt); so erhält man die kleingedruckten Zahlen in der neunten bis zwölften Spalte nebst der zugehörigen Konstruktion (s', t') und dem Endwert σ'r0. Ist vorgegeschrieben die Innenspannung σ'r0 (als – negative – Schrumpfungsspannung oder auch einfach, wie im vorliegenden Beispiel, gleich Null), so muß man sich offensichtlich über den ersten Spannungszustand das

(V)

fache des zweiten Spannungszustandes überlagert denken. Hienach berechne man schließlich noch in der dreizehnten und vierzehnten Spalte die wahren (mittleren) Spannungen an den Sprungstellen für den vereinigten ersten und %-fachen zweiten Spannungszustand, d.h. man bilde

(VI)

(die gestrichenen Größen gehören dem zweiten Spannungszustande an). Etwas besser wäre es natürlich, anstatt der Mittelwerte der Spannungen an den Sprungstellen die Spannungen für die Mittelabszissen der einzelnen Teilscheiben zu berechnen, da dort die Spannung der wirklichen Scheibe am genauesten mit der Spannung der entsprechenden Teilscheibe übereinstimmen wird; die zugehörigen Werte von s und t kann man hiezu der Figur unmittelbar entnehmen, es müßte aber die dritte bis sechste Spalte für die Mittelabszissen neu berechnet werden, was sich in der Regel kaum lohnt, da die Spannungswerte (VI) praktisch schon genau genug sein dürften.

Das Ergebnis ist (unter Fortlassung der Sternchen) in Abb. 2 über dem Profil aufgetragen.

Wenn das Verhältnis x1/x zwischen Außen- und Innenhalbmesser groß ist, so wird die durch (III) vorgeschriebene Umwandlung insofern unbequem, als, je nach dem gewählten v-Maßstabe, entweder v1 sehr klein oder v unzugänglich groß ausfallen kann. Man umgeht diese Schwierigkeit dadurch, daß man den Bereich von v1 bis v in zwei Bereiche, etwa von v1 bis v' und von v' bis v teilt und für jeden der beiden Teilbereiche mit je einem geeigneten v-Maßstabe die Konstruktion besonders durchführt.

Polytechnische Schau.

(Nachdruck der Originalberichte – auch im Auszuge – nur mit Quellenangabe gestattet.)

Dieselmaschinen. Im „Verein deutscher Ingenieure“ hielt vor kurzem Prof. Nägel (Dresden) einen Vortrag über „Die Dieselmaschine der Gegenwart“. Die Entwicklung der Dieselmaschine seit etwa 1911 läßt sich auf vier Hauptpunkte zurückführen:

  • 1. Die Bauart der ganzen Maschine und deren Anpassung an die Baustoffersparnis und hohe Drehzahl.
  • 2. Die Einführung des Zweitaktes an Stelle des ursprünglichen Viertaktverfahrens.
  • 3. Der Uebergang von der Drucklufteinspritzung zur druckluftlosen Einspritzung der Brennstoffe in der kompressorlosen Dieselmaschine.
  • 4. Verbesserungen zur einwandfreien Verbrennung schwersiedender Brennstoffe in der Gleichdruckmaschine.