Text-Bild-Ansicht Band 334

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wäre die mittlere Temperatur

und der Teildruck des Oeldampfes in der Verbrennungsluft
, wo Vd und Ve die Teilvolumina von Dampf und Luft bezeichnen. Da ferner nach der Gasgleichung PVd = B RdT und PVe = (E + L) ReT ist, wird (mit Rd ~ Re)
. Nunmehr kann eine Vergleichsrechnung bezüglich der Verdampfungszeiten zweier Tropfen verschiedenartigen Oeles stattfinden, wobei vorausgesetzt werden muß, daß Δr und r1 bei beiden Tropfen gleich sind. Bezeichnet dm die Anzahl der verdampfenden Mole, so erhält man
. Die zahlenmäßige Durchführung der Rechnung für die obengenannten Verhältnisse lehrt, daß die Verdampfungsgeschwindigkeit schwerer siedender Steinkohlenteeröle nur etwa 28 bis 55 v. H. von der des Paraffinöles ist. Dieses Ergebnis darf bei schnellaufenden Motoren nicht unberücksichtigt bleiben.

Besonders hingewiesen sei auf die beachtenswerten Verfahren, de Neumann bei der Bestimmung der thermischen Größen einschlägt, deren Kenntnis er zur Durchführung der angedeuteten Rechnung bedarf. So stellt er z. ß. die Verdampfungswärme R aus der von Nernst angegebenen Formel

log Ts – 0,007 Ts fest, nachdem er das mittlere Molekulargewicht μ des Oeles durch Messen der Gefrierpunkterniedrigung unter Benutzung des Raoultschen Gesetzes und den mittleren Siedepunkt Ts durch zeichnerische Integration der über der Temperatur als Abszisse aufgezeichneten, experimentell bestimmten Verdampfungskurve gefunden hat.

Schmolke.

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Schwindung von Zementmörteln an der Luft. (Deutscher Ausschuß für Eisenbeton. Heft 42, II. Bericht über Versuche im Kgl. Materialprüfungsamt Berlin-Lichterfelde-West, erstattet von Geh. Regierungsrat Professor Dr.-Ing. E. H. M. Gary.) Die in Heft 35 berichteten Vorversuche ließen vermuten, daß die beobachtete, verschieden große Neigung zur Raumveränderung bei den verschiedenen Zementen in Wasser und in Luft auf das Herstellungsverfahren zurückzuführen ist, indem das Brennen im Schachtofen mit dem damit unvermeidlich verbundenen Schwachbrand, vielleicht in Verbindung mit feiner Mahlung die Neigung zur Schwindung begünstigt. Die neuen Ergänzungsversuche erstreckten sich auf die Klärung der Frage einer Beeinflussung des Schwindens weicher Mörtel

  • a) durch die Art der Aufbereitung des Zementes,
  • b) durch die Beschaffenheit des Zuschlagmaterials, und zwar
    • α) durch die mineralogische Zusammensetzung der Sande,
    • ß) durch die Dichtigkeit des Haufwerkes.

Die Schwindung von fetter und magerer Mörtelmischung sollte an je drei Stäben mit dem Bauschingerschen Tastapparat ermittelt werden, und zwar nach 1, 3, 7, 28 und 90 Tagen Erhärtung an der Luft, wobei die Proben bis zum Versuch am dritten Tage mit feuchten Tüchern bedeckt waren. Als Materialien wurden

  • a) Portlandzement
    • 1. Schachtofenzement aus Klinkern, die bereits durch Aussuchen vom größten Teil des Schwachbrandes befreit sind; bez. „Z1“,
    • 2. dasselbe Material unter Zusatz von 10 v. H. Schwachbrand der gleichen Fabrik; bez. Z2,
    • 3. Drehrohrofenzement aus reinen Klinkern; bez. R,
  • b) Eisenportlandzement, gemahlen aus Klinkern, Schlacke und Gips in dem von der Fabrik angegebenen Mischungsverhältnis; bez. K,
  • c) Hochofenzement, gemahlen aus Schlacke, Klinkern und Gips in dem von der Fabrik angegebenen Mischungsverhältnis; bez. B,
  • d) Freienwalder Rohsand,
  • e) Isarsand,
  • f) Rheinsand

verwendet, wobei die Sande nach Absiebung auf einem Sieb von vier Maschen/qcm in vier Körnungen entsprechend 1, 2 und 3 mm Maschenweite zerlegt wurden. Das Mischungsverhältnis betrug

  • 1. 1 Rtl. Bindemittel: 5 Rtl. Sand,
  • 2. 1 Rtl. Bindemittel: soviel Rtl. Sand, wie zur Ausfüllung seiner Hohlräume mit dem Bindemittel nötig sind.

Für den Rheinsand kamen noch folgende Versuchsbedingungen in Betracht;

  • A) das durch das 1 mm-Sieb fallende Material soll auf feineren Sieben von 120, 324 und 900 Maschen auf 1 cm2 abgesiebt werden. Nötigenfalls ist feinstes Korn durch Mahlung herzustellen.
    Von diesen feinsten Körnungen ist dem Ursande soviel zuzusetzen, daß ein möglichst dichtes Gemisch entsteht.
  • B) Aus dem Ursande ist das Feinste auf einem Siebe von 1 mm Maschenweite zu entfernen.

Von den Gemischen A und B ist der Undichtigkeitsgrad festzustellen. Die beiden so gewonnenen Sande, dichter und undichter, sollen mit soviel Zement versetzt werden, daß die Hohlräume der Sande eben noch ausgefüllt werden. Dazu sind die Bindemittel a 1 und a 2 zu verwenden.

Einige Körper sollten mit Rundeisenstäbchen versehen werden, um die Veränderung des Probekörpers im Vergleich zu den Körpern aus gleicher Mischung ohne Eiseneinlagen zu beobachten. Es wurde vermutet, daß die Schwindung an den Körpern mit Eiseneinlagen anders verlaufen würde als die Schwindung ohne Eisen.

Durch die Versuche wurden folgende früheren Beobachtungen bestätigt gefunden:

1. An der Luft schwinden alle Zementmörtel umso stärker, je fetter die angewendete Mischung ist. Das Höchstmaß der Schwindung wird aber im allgemeinen nur von mageren Mischungen schon nach drei Monaten erreicht. Fettere Mischungen, namentlich solche aus Zementen, die infolge Schwachbrandes an sich stärkere Schwindneigung haben, schwinden noch weiter, teilweise recht beträchtlich bis zu sechs Monaten Alter und darüber hinaus.

2. Die Schwindung erreicht das Mindestmaß, sobald die Mischung so mager ist, daß die Hohlräume des Sandes nicht mehr ausgefüllt sind. Die mittlere Schwindung beträgt bei der mageren Mischung 1:5 bis zu sechs Monaten Alter 0,42 mm bis 0,58 mm, bei der fetten und dichten Mischung 0,78 mm bis 1,02 mm auf 1 m Baulänge. Das Maß wechselt, je nachdem die Körper längere oder kürzere Zeit nach dem Entformen feucht gehalten werden.

3. In der mageren Mischung ist der Einfluß der Art des Sandes beträchtlich größer als in der fetten. In magerer Mischung hat der dichte kalkige Isarsand wieder erheblich stärkere Schwindung ergeben, als der lockere Freienwalder Quarzsand.