Text-Bild-Ansicht Band 334

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in drei Versuchsreihen ausgesetzt. Auch bei Ausführung dieser Versuche zeigten sich keine Absprengungserscheinungen.

Der Versuchsleiter kommt daher zu dem Schlusse, daß die Bedingungen für das Auftreten von Explosionen verhältnismäßig selten bei Bauwerken auftreten, also bei Schadenfeuern von geringer praktischer Bedeutung sind. Zerstörungserscheinungen lassen sich daher vermeiden, „wenn für das Vorhandensein luft- und wasserdurchlässiger Oberflächen der Betonwände gesorgt wird“.

Die Versuche verdienen weitgehendes Interesse und sei daher deren Studium den Fachkreisen wärmstens empfohlen.

Marx, Diplomingenieur

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Radiumerz-Vorkommen in der Grafschaft Devon. Wie „Times“ vom 18. Januar berichten, wurde auf Kingswood, Gemeinde Buckfastleigh, dem früheren Besitztum von Lord Macclesfield, Pechblende, das bekannte Radiumerz, gefunden. Einer von Dr. Henry Terry vom University College, London, vorgenommenen Analyse zufolge hat die dort gefundene Pechblende einen Uranoxyd-Gehalt von über 26 v. H., ist demnach 13 mal so reich daran wie das amerikanische Radiumerz, das jetzt nach England eingeführt wird. Es werden Vorbereitungen getroffen, die Lagerstätte in großem Maßstabe auszubeuten.

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Eine Neuerung in der Metallschmelztechnik ist laut „Svensk Handelstidning“ vom 30. November v. J. durch den Ingenieur Bruneau eingeführt worden. Die Erfindung ist eine Art Ziegelofen: durch ein oder mehrere Blasröhren, die der in den Tiegel gebrachten Kohle und dem Metall erwärmte Luft zuführen, schmilzt das Metall besonders rasch. Die Blasröhren sind beweglich. Der Ofen, der in bezug auf Anschaffung und Betrieb sehr billig ist, wird in der Fabrik „Nygards bruk“ in Vagnhärad hergestellt. (Aus Nachrichten für Handel, Industrie und Landwirtschaft 1919.)

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Herr Reuther, Mitinhaber der Firma Bopp & Reuther, ist von der Technischen Hochschule Karlsruhe zum Dr.-Ing. E. h. ernannt worden.

Bücherschau.

Die Welt auf Schienen. Von Artur Fürst. Eine Darstellung der Einrichtungen und des Betriebes auf den Eisenbahnen des Fernverkehrs. Nebst einer Geschichte der Eisenbahn. 539 Seiten. Lexikon-Format mit über 400 Bildern und Beilagen. München 1918. Albert Langen. Preis geh. M. 16,50.

Das groß angelegte Werk stellt ein Mittelding dar zwischen Lehrbuch und Unterhaltungsbuch; und man wird dem Verfasser Beifall und Bewunderung dafür aussprechen müssen, daß er es in so vortrefflicher Weise verstanden hat, den von ihm im Geleitwort erwähnten, allerdings schon von anderer Seite ausgesprochenen Gedanken zu verwirklichen, daß alles, was Menschen geschaffen haben, sich auch verständlich darlegen läßt. Der Zweck des Buches wird vom Verfasser selber mit den Worten gekennzeichnet: „Ich habe nichts weiter gewollt, als die Fragen zu beantworten, die jedem Wißbegierigen sich aufdrängen, sowie er einen Bahnhof betritt oder aufmerksamen Auges die Gegenstände betrachtet, die an dem Fenster des fahrenden Zuges vorübergleiten“. Das Bewundernswerte ist nun aber- nicht bloß die Fülle des Inhaltes und der Umstand, daß man in der Tat wohl auf alle den Eisenbahnbau und Betrieb betreffenden Fragen eine lehrreiche und befriedigende Antwort in dem Buche finden dürfte, sondern vor allen Dingen auch die Art der Darstellung, die den sonst bei derartigen Büchern häufig vorherrschenden trockenen, vorlesungsmäßigen Ton in glücklicher Weise vermeidet und durch die Beibringung vergleichenden, ja selbst anekdotischen Stoffes den Leser durchweg in hohem Maße zu fesseln weiß. Wie viele giebt es z.B., denen es bekannt ist, daß die Verwaltung der preußisch-hessischen Eisenbahnen im Rechnungsjahre 1917 Aufträge im Werte von nahezu einer halben Milliarde Mark an deutsche Fabriken vergeben hat, und daß die Fabriken sich stark genug fühlten, diese Riesenaufträge an Lokomotiven und Eisenbahnwagen mitten im Toben des Weltkrieges auch auszuführen? Wer ist sich wohl klar darüber, daß das Einlegen eines neuen Schnellzugpaares zwischen Berlin und München eine jährliche Mehrausgabe von rund 400 000 Mark erfordert? Wer ahnt es, daß allein für die Neubeschaffung und Ausbesserung von Kuppelungen im Bereiche der preußisch-hessischen Staatsbahnen jährlich etwa 5 Millionen Mark ausgegeben werden?– Auch der Humor kommt nicht selten zum Wort: „Als der erste Eisenbahnzug von Potsdam her Berlins Einwohner in Raserei versetzte“, wurden von einem alten Pfarrer in der Predigt die „Schäflein inständigst gewarnt, sich ja von dem höllischen Drachen, dem Dampfwagen, um ihrer Seligkeit willen fern zu halten“.

Eine besonders rühmende Erwähnung verdienen die Abbildungen; unter den mehr als 400 meist photographischen Bildern findet sich wohl kein einziges, welches nicht, mit augenscheinlicher Sorgfalt ausgewählt, den Text in glücklichtser Weise ergänzt und jedem auch nur einigermaßen mit technischem Verständnis Begabten selbst schwierige technische Darlegungen in vortrefflicher Weise erläutert. Ein kleiner Lapsus findet sich auf S. 496, wo es an einer Stelle heißt: „Erdöl findet man in Deutschland nicht“. Wenn die Mengen, die gefunden werden, auch nicht groß sind, so giebt es in Deutschland doch immerhin nicht nur eine, sondern sogar mehrere Stellen, an denen Erdöl gewonnen wird.

Wer auch nur ein klein wenig Interesse hat für technische Dinge, insbesondere für solche, die mit unseren Eisenbahnen zusammenhängen, dem kann das hübsch ausgestattete Werk nur dringend empfohlen werden. Selbst für reifere Schüler dürfte es bei seiner großen Anschaulichkeit und der leichtverständlichen, fesselnden Darstellungsweise ein hervorragendes Unterhaltungs- und Bildungsmittel sein, so daß z.B. Schülerbüchereien seine Beschaffung schleunigst ins Auge fassen sollten.

R. Vater.

Der Allgemeine Krankenhausbau der Neuzeit. Seine Planung, Ausführung und Einrichtung nach hygienisch-technischen Grundsätzen. Von Dr-Ing. F. Ruppel, Baurat in Hamburg. Mit 244 Abbildungen im Text. Aus Weyls Handbuch der Hygiene, herausgegeben von Prof. Dr. A. Gärtner. Auflage, V. Band, 2. 2. Abteilung J. A. Barth. Leipzig 1918. Suskriptionspreis M.16,–, Einzelpreis M. 20,–, geb. M. 22,–, 20% Teuerungszuschlag.

Aus dem großen Gebiet der neueren Krankenhausbauten ist hier mit Geschick das Wichtigste herausgeschält und zusammengestellt worden. In kurzer, knapper Form werden alle Anforderungen an Krankenanstalten vom ärztlichen, bautechnischen und wirtschaftlichen Standpunkte behandelt.

Die einzelnen Bausysteme und äußeren Gesamt-Anordnungen der Krankenhäuser, sowie die Anordnung, Gestaltung und Einrichtung der Innenräume werden nach den neuesten Gesichtspunkten besprochen und durch gut ausgewählte Beispiele neuester Anlagen erläutert.

Weiter enthält das Werk Hinweise über die konstruktive Durchbildung der einzelnen Bauteile von Krankengebäuden, Heizungs-, Lüftungs-, Desinfektionsanlagen, Verbrennungsöfen, sowie die erforderlichen Nebenanlagen, wie Kessel- und Maschinenhaus, Wasserversorgung, Abwässerbeseitigung, Versorgung mit elektrischem Licht und Gas, ferner Garten- und Wegeanlagen und Mobiliar. Zum Schluß ist eine Gegenüberstellung der Einheitskosten einzelner, neuzeitlicher Krankenanstalten gegeben.

Aerzten und Architekten giebt das Buch praktische Winke und wertvolle Anregungen.

Friedrich Aug. Hartmann.

Beton-Kalender. Taschenbuch für den Beton- und Eisenbau: 1919, Berlin, Wilhelm Ernst & Sohn. Preis kart. M. 6,–.

Die zweite Kriegsausgabe des Betonkalenders enthält die üblichen Tabellen und Angaben aus dem Gebiete der Mathematik und Mechanik. Eingehender wird die Stoffkunde des in Frage kommenden Fachgebietes, die Statik der Baukonstruktionen unter besonderer Berücksichtigung der Eisenbetonbauten sowie die Ausführung von Zwischendecken, Säulen, Pfeilern, Mauern usw. behandelt. Zahlreich sind auch die aufgeführten amtlichen und halbamtlichen Bestimmungen, Normen und Leitsätze, die in Deutschland und einigen Nachbarländern Gültigkeit besitzen. Trotz der Schwierigkeiten, welche die Gegenwart mit sich bringt, ist es gelungen, das Veraltete auszuschalten und die neuesten Fortschritte zu berücksichtigen, soweit dies der Umfang der Schrift gestattete.

Schmolke.