Text-Bild-Ansicht Band 334

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Querstollen aus Winkeleisen. Der Pflug hat eine automatische, dreischarige Vorrichtung für die Erdbearbeitung mit Vorschneidern.

Das bei diesen Versuchen benutzte Benzin hatte ein spezifisches Gewicht von 0,75, das Rohöl von 0,85. Die Versuche haben ergeben, daß kein Pflug den gestellten Forderungen voll entsprochen hat. Es hatte sich dabei gezeigt, daß jeder der besprochenen Motorpflüge gut geschultes und gewissenhaftes Personal verlangt. Bei dem Pflug „Moline“ haben sich bereits die Nachteile der amerikanischen Fabrikationsmethode gezeigt. Infolge der leichten Bauart ist die Abnutzung schon stark fortgeschritten, besonders beim Zahnradantrieb. (Automobil-Rundschau 1918, Seite 177–181).

W.

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Bearbeitungsfehler am Eisen elektrischer Maschinen. Die Zeitschrift für Elektrotechnik und Maschinenbau bringt in Heft 1 und 2 eine in mancher Hinsicht beachtenswerte Betrachtung von Dr. M. Vidmar über die Möglichkeit der Entstehung von schweren Schäden an elektrischen, Maschinen, die besonders in Arbeitsfehlern an dem der Ummagnetisierung unterworfenen Blechkörper ihre Ursache haben und dann auf rein elektrischem Wege durch Stromwärmewirkung zustande kommen. Gemeint sind Fehler in jenen Maßnahmen, die getroffen werden um das Auftreten von Wirbelströmen zu beschränken, nämlich die Vermeidung längerer zusammenhängender elektrischer Strombahnen im Eisen, zu welchem Zwecke ja dieser Eisenkörper bekanntlich aus voneinander durch Papier oder dergleichen isolierten Blechen aufgebaut wird. Denkt man zum Beispiel an den Stator eines Drehstrommotors, dessen Bleche in das Statorgehäuse fest eingepreßt sind, und dessen Bohrung womöglich mit einem recht stumpfen Werkzeuge ausgedreht wurde, so ist klar, daß die bezweckte Isolierung der Blechscheiben eigentlich nicht mehr vorhanden ist. Infolgedessen stellen sich in der Regel die tatsächlichen Eisenverluste auf ein Mehrfaches der errechneten; die Praxis hat sich aber damit abgefunden, diesen Umstand als kaum vermeidbares Uebel anzusehen. Da weitergehendere Folgen der Erfahrung nach nicht erwartet werden, so könnte man geneigt sein, die Bedeutung einer derartigen Frage überhaupt zu verneinen. Vidmar weist jedoch nach, daß unter gewissen Bedingungen die Sachlage etwas bedenklicher sein kann. Bei großen hoch ausgenutzten Maschinen wird für 1 cm achsial gemessener Länge, gleichgültig, ob im Kupfer oder Eisen, dieselbe beträchtliche elektromotorische Kraft induziert. Nach dieser hängt die Größe des die Kraftlinienbahn umschließenden elektrischen Stromflusses lediglich von dem in seiner Strombahn vorhandenen Widerstände ab. Es ist nun der Fall sehr wohl denkbar, daß in der schon gekennzeichneten Weise ein elektrisch verhältnismäßig gut leitender Weg geschaffen ist, der nur an einer oder wenigen Stellen zwischen zwei Blechen eine Unterbrechung bzw. Ueberbrückung der Unterbrechung durch einen dazwischengerutschten Metallspan aufweist, der sich womöglich gar an der Nutenoberfläche dicht neben der Nutenisolierung befindet. Selbst wenn die von Vidmar errechneten Zahlenwerte etwas zu reichlich sein sollten, so ist es, wenn das Blechpaket nur verhältnismäßig wenige cm zusammenhängender Länge aufweist, ganz einleuchtend, daß an dieser Uebergangsstelle sich eine so beträchtliche Erhitzung einstellen kann, daß die Nutenisolation beschädigt wird und ein auf Ueberspannungswirkung geschobener Durchschlag zum Maschinendefekt führt.

Aehnlich kann es bei Transformatoren zugehen. Man isoliert wohl meist die den Blechkörper zusammenhaltenden Bolzen durch übergeschobene Papierhülsen, reibt aber oft die Bolzenlöcher stark auf, weil die Stanzung nicht genau genug erfolgt war, so daß eine gut leitende Röhre im Blechkörper selbst entsteht. Starke Verluste und Erhitzung sind die Folge. Dabei ist die Vermeidung dieser Fehler nicht sonderlich schwierig. Außer auf saubere Werkstattarbeit wäre darauf zu achten, daß schon bei dem Entwurf der Blechkörper in achsialer Richtung möglichst oft durch Luftschlitze unterteilt wird, oder daß, besonders bei kleineren Maschinen, zwischen je 10 bis 20 Bleche starke Papierscheiben eingefügt werden, so daß nur noch geringe Spannungsbeträge wirksam sind.

Rich. Müller.

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Eine Kolben-Druckpumpe mit Dampfturbinenantrieb. Hochleistungs-Zahnradvorgelege sind in England und namentlich in den Vereinigten Staaten in wachsendem Umfange als Zwischenglied zwischen schnellaufenden Dampfturbinen und langsamer laufenden Schiffsschrauben, Transmissionswellen und anderen umlaufenden Maschinen oder Getriebeteilen verwendet worden.

Ganz neuartig ist aber eine in „The Electric Journal“, New York vom Mai vorigen Jahres beschriebene Anlage, bei der es sich um den Antrieb einer großen Kolben-Druckpumpe, also einer hin- und hergehenden Maschine, durch eine Dampfturbine unter Zwischenschaltung eines Zahnradvorgeleges handelt.

Bei Hastings in West-Virginia liegen natürliche Erdgasquellen, denen das Gas mit einem Druck von durchschnittlich 2 at entströmt.

In mächtigen Druckpumpen wird das Gas, da es in einem Hunderte von Meilen langen Rohrnetz fortgeleitet werden soll, auf einen Druck von etwa 23 at gebracht.

Es sind neun unmittelbar durch Kolben-Dampfmaschinen angetriebene Pumpen vorhanden. Alle Dampfzylinder arbeiten mit Kondensation.

Außerdem sind noch vier durch Gasmaschinen angetriebene Gaspumpen aufgestellt.

Als im Jahre 1914 eine Betriebserweiterung notwendig wurde, stand man vor der Frage, ob man einen neuen Gasmaschinensatz oder eine Abdampfturbine wählen sollte. Obwohl im letzteren Falle ein Zwischengetriebe erforderlich war, über dessen Bewährung in einem so schwierigen Antrieb keinerlei Erfahrung vorlag, entschloß man sich doch die Dampfturbine zu wählen, nachdem die Ingenieure von Westinghouse bei der Prüfung der Ausführbarkeit eines Getriebes für so stark wechselnde Belastung zu einem günstigen Ergebnis gelangt waren.

In wirtschaftlicher Hinsicht soll, nach der amerikanischen Quelle, der Versuch zu einem vollen Erfolge geführt haben. Die Ausnutzung des Abdampfes der Kolbenmaschinen in der Niederdruckturbine bedeutet danach eine Ersparnis von 27,5 v. H.

Das Zahnradvorgelege hat hier unter ganz besonders schwierigen Bedingungen zu arbeiten. Die beiden Zylinder der anzutreibenden Pumpe haben einen Durchmesser von 686 mm. Der Kolbenhub ist klein, er beträgt 914 mm. Ungewöhnlich schwere Kurbeln und Kreuzkopf-Gleitbahnen sind erforderlich, um die Leistung von 3040 PS aufzunehmen.

Das Ritzel macht 1500, das große Getrieberad 120 Umdrehungen in der Minute, es hat einen Durchmesser von 3,05 m. Das Ritzel greift im höchsten Punkt des großen Rades ein.

Die Anlage soll sich in vierjährigem Betrieb einwandfrei bewährt haben, was von Westinghouse dem Umstände zugeschrieben wird, daß das Vorgelege mit dem bekannten Westinghouse sehen Schweberahmen ausgestattet ist.

Hbg.