Text-Bild-Ansicht Band 334

Bild:
<< vorherige Seite

des Nadi umstellen werden müssen, ist es dringend notwendig, daß die Frage der Systeme nach Einheitswelle und Einheitsbohrung gleichzeitig mit geregelt wird, damit nicht noch einmal eine Umstellung mit großen Kosten notwendig wird.

2. Ein genauer Vergleich der Werkzeugkosten zeigt, daß beim Einheitswellensystem nur etwa 20 v. H. mehr Reibahlen gebraucht werden als bei der Einheitsbohrung, weil die gleiche Reibahle nicht für verschiedene Metalle gebraucht werden kann. Dieser Umstand ist nicht immer bei der Gegenüberstellung beider Systeme mit dem nötigen Nachdruck betont worden.

3. Die Reibahlen der Einheitswelle können nach der Abnutzung zunächst für die nächst straffere Passung geschliffen werden, während sie bei der Einheitsbohrung gleich für den nächst kleineren Durchmesser zurecht gemacht werden müssen.

4. Der Grobmaschinenbau und viele andere Zweige des Maschinenbaues (Transmissionsbau) können von der Einheitswelle nicht abgehen, während das beim Präzisionsmaschinenbau immerhin doch möglich ist.

5. Im Auslande ist die Entscheidung für die Einheitswelle gefallen.

Ernst Preger.

Das Löten von Grauguß mit besonderen im Handel erhältlichen Lötpulvern wird erneut empfohlen. Die Lötnaht ist im Gegensatz zur autogenen Schweißnaht weich und bearbeitungsfähig und wegen der bedeutend geringeren Erwärmung viel weniger schädlichen Spannungen ausgesetzt. Die Festigkeit der Lötnaht genügt den Bedürfnissen. Bei vorgenommenen Versuchen an einem Lötstück von 30 mm Stärke riß das Stück neben der Lötnaht. Erfolgreiche Lötungen wurden an der Ventilkammer eines Motors und an der Bordscheibe einer Trommel vorgenommen. (Werkzeugmaschine 1919, 9.)

Ernst Preger.

Sparwerkzeuge sind Werkzeuge aller Art, die zur Ersparnis des jetzt teueren und seltenen Schnellschnittstahles nur an den schneidenden Kanten aus solchem bestehen, während der übrige Teil aus billigem Maschinenstahl angefertigt ist. Die Anwendung beschränkt sich nicht nur auf die bekannten Drehstähle mit angeschweißter Schneide und auf Fräser mit eingesetzten Messern aus Edelstahl, sondern seit neuerer Zeit auch auf Spiralbohrer, Senker, Spindelbohrer und andere langgestreckte Werkzeuge, bei denen die Schneide an dem einen Ende angeschweißt oder in besonderen Fällen aufgeschraubt oder mit einer Art Bajonett aufgesetzt wird.

Textabbildung Bd. 334, S. 119

Die Werkzeuge mit elektrisch aufgeschweißten Schneiden sind besonders zu empfehlen. Die Schweißstelle ist so fest, daß die Werkzeuge meist neben der Schweißstelle reißen. Um möglichst an Edelstahl zu sparen, wird empfohlen, ein kurzes Stück Edelstahl zwischen zwei Maschinenstahlstücke von nötiger Länge mit einer einzigen Schweißung stumpf elektrisch zu schweißen und dann das Edelstahlstück quer durch in zwei Hälften zu teilen, so daß auf diese Weise zwei Werkzeuge mit ganz kurzen Edelstahlenden entstehen (s. Abb.). (Werkzeugmaschine 1919, 9.)

Ernst Preger.

Eine Erhöhung der Raumausnutzung in Stückgutlagerräumen ist nach DRP. 307379 dadurch möglich, daß in dem betreffenden Raum mehrere, einzeln übereinander verschiebbare Gestelle eingebaut werden. Die Gestelle haben je nach den örtlichen Verhältnissen die Form von Bock-, Winkel- oder Laufkränen. Die Gestelle, die über demjenigen sich befinden, das gerade be- oder entladen werden soll, werden beiseite gefahren, so daß die Be- oder Entladung leicht mit dem Lastkran erfolgen kann. Die Einrichtung ist vor allem für Lagerstücke von mehr als 25 kg Gewicht vorteilhaft, die nicht mehr gefahrlos von Hand in Schubfächer eingelegt werden können. In solchen Fällen wurde bisher meist nur der Fußboden ausgenutzt. Die Einrichtung ist zwar nicht billig, dürfte sich aber bei beschränkten Raumverhältnissen und hohen Bodenpreisen doch bezahlt machen (WT. 1919, 7).

Ernst Preger.

Fliegende Dorne werden mit großem Vorteil auch an Revolverdrehbänken und halbautomatischen Drehbänken verwendet, Besonders empfiehlt sich ihre Anwendung/ wenn die Drehbank bereits ein selbsttätiges Spannfutter besitzt, von dessen Bewegung das Spannen und Entspannen der expandierenden Dorne abgeleitet werden kann. Die expandierenden Dorne können den Formen der Werkstücke am besten angepaßt werden. Für einfache kurze Bohrungen in radähnlichen Körpern kommen in Fällen, wo die Drehspindel der Maschine nicht durchbohrt ist, Dorne mit Klemmdraht, mit Keilbacke oder mit Mutter in Betracht. (Werkstattstechnik 1919, 7.)

Ernst Preger.

Geteerte Ziegel als Fußbodenbelag in mechanischen Werkstätten haben sich als Ersatz des zurzeit seltenen und sehr teuren Holzes bewährt. Besonders gut gebrannte trockene Klinker werden in einem Bad aus einem Teil dünnflüssigem Teer und vier Teilen Kreosot unter Druck einige Stunden, oder ohne Druck drei mal 24 Stunden imprägniert und je nach der Beanspruchung des Bodens flach- oder hochkantig mit versetzten Fugen auf einer Sand-, Kies- oder Ascheschüttung verlegt. Bei hoher Beanspruchung und auf Straßen empfiehlt sich die Verlegung auf Beton. Die Fugen werden ähnlich wie bei Holzpflaster mit einer geeigneten Teermischung vergossen, und wenn das Eindringen von Feuchtigkeit vermieden werden soll, die Oberfläche des Bodens mit Kalk bestreut. In Werkstätten genügt auch das Bestreuen mit feinem Sand. Der Belag ist weich genug, um fallende Maschinenteile vor Beschädigung zu schützen, und auch fast staubfrei. (Werkstattstechnik 1919, 7.)

Ernst Preger.

Verbesserungen an elektrischen Nahtschweißmaschinen sind von der Elektrischen Schweißmaschinen-Gesellschaft m. b. H., Charlottenburg 4, auf den Markt gebracht worden. Zum Schweißen von zylindrischen Büchsen aus Blechen bis zu 1 mm Stärke wird das gebogene Blech über einen Zylinder geschoben, der genau der lichten Weite der Büchse entspricht und auf die untere Elektrode aufgesetzt ist. Die untere Rollenelektrode greift durch einen Schlitz des genannten Zylinders. Das Schweißen selbst geschieht nach der bekannten Art der Nahtschweißung mit Rollenelektroden. Die Bleche müssen dabei an den Schweißstellen metallisch rein sein.

Eine weitere Verbesserung für die Schweißung von Blechen bis zu 3 mm Stärke besteht darin, daß man die Naht ähnlich wie bei der Punktschweißung ein kurzes Stück nach dem anderen schweißt und die streifenförmigen Elektroden bis zu einem gewissen Erkalten der