Text-Bild-Ansicht Band 334

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Schweißstelle angepreßt läßt. Dadurch wird ein Einbrennen von Metallteilen in die Elektroden und Einbringen in das Blech bei der nächsten Schweißung vermieden. Der Vorschub der Bleche geschieht auch hier ruckweise durch ein mechanisch angetriebenes Rollenpaar, das aber im Gegensatz zur bisherigen Nahtschweißung nicht als Elektroden ausgebildet ist. (Werkstattstechnik 1919, 7.)

Ernst Preger.

Wärmekraftmaschinen und Brennstoffe.

Torf- und Holzfeuerungen. Bevor Torf zur Verfeuerung gelangt, muß sein hoher Wassergehalt von 85 v. H. auf höchstens 30 v. H. durch Lufttrocknung herabgesetzt werden. Der so vorbereitete Brennstoff kann in einer Schmidtschen Spar-Schachtfeuerung mit Vorteil zur Verwendung kommen. Er wird zunächst in den Füllhals (Abb. 1), eine kastenartige Vorrichtung, geschüttet, die den Zutritt falscher Luft verhindern soll. Sie ist nämlich oben und unten mit je einer Verschlußklappe versehen, deren Bewegung voneinander abhängig ist, so daß niemals beide Abschlußglieder gleichzeitig geöffnet sind. Den Füllhals umspült die aus dem Aschenfall kommende, durch Heizkanäle an der Feuerbrücke, dem Feuergewölbe und der Flammenluke ziehende und dort vorgewärmte Zusatzluft. Der noch immer recht feuchte Brennstoff wird daher gleich nach dem Aufgeben vorgetrocknet. Er gelangt hierauf in den schräg liegenden, Zuführungsschacht, wo die Trocknung vollendet wird und die Entgasung beginnt. An der Stelle, wo die Schrägwand des Schachtes in die Senkrechte übergeht, münden in ihn zwei Kanäle für die warme Zusatzluft, während die Hauptluft durch die Spalten eines Planrostes eintritt, der unterhalb des Schachtgemäuers liegt und die ganze Brennstoffsäule abstützt. Dort erfolgt das Ausbrennen des Torfes. Endlich tritt noch Oberluft durch Schlitze, welche sich von den erwähnten Heizkanälen abzweigen, bei der Feuerluke ein, so daß eine vollständige Verbrennung gesichert scheint. Die Schmidtsche Schachtfeuerung kann auch zur Verheizung von Kleinholz, Hobelspänen usw. benutzt werden. Bei einer mit Torf von 3100 WE Heizwert beschickten Anlage der Wagenbauanstalt A.-G. in Oldenburg i. Gr., die zum Betriebe eines Feuerbüchs-Heizröhrenkessels von 125 m2 Heizfläche diente, wurde die Verdampfungsziffer 3,85 festgestellt bei 4,5 at Dampfdruck und 7° C Speisewassertemperatur.

Textabbildung Bd. 334, S. 120

Eine neuere Ausführungsform der Schachtfeuerung zeigt Abb. 2. Der steil verlegte Rost besteht aus Hohlstäben, die Kastenform haben und eine mit Querschlitzen versehene Brennbahn besitzen. Sie sind nach unten offen. Dort tritt die Luft ein und wird beim Emporsteigen angewärmt. Zwischen dem senkrechten Füllschacht und dem Rost wird kalte Oberluft zugeführt, während an der Feuerluke weitere Zusatzluft eintritt, die auf ähnliche Weise wie bei der oben geschilderten Anlage in Kanälen im Schachtmauerwerk vorgewärmt wurde. An einer derartigen, besonders der Verheizung von Holz dienenden Feuerung wurden Verdampfungsversuche vorgenommen. Man fand bei 9,53 at Dampfüberdruck, 1,4° C Speisewassertemperatur vor dem Vorwärmer und 37,2° C Speisewassertemperatur hinter dem Vorwärmer die Verdampfungsziffer 3,26. Den Heizwert des verbrannten Holzes schätzte man auf 3100 bis 3400 WE. Als Dampferzeuger dienten zwei Walther-Wasserrohrkessel. In der Stunde wurden 16,6 kg Wasser für 1 m2 Rostfläche verdampft. (Pradel in Heft 12 der Zeitschrift für Dampfkessel- und Maschinenbetrieb.)

Textabbildung Bd. 334, S. 120

Schmolke.

Einspritzkondensation. Die erhöhten Anforderungen, die namentlich durch die Dampfturbinen an die Kondensation gestellt wurden, haben auch für den Einspritzkondensator eine vertiefte Durchbildung gezeitigt, der überall seinen Platz behauptet, wo nur beschränkte Kühlwassermengen zur Verfügung stehen, oder die Eigenschaften des Kühlwassers die Anwendung des Oberflächenkondensators ausschließen. Eine längere Reihe neuerer amerikanischer Formen des Einspritzkondensators beschreibt Dipl.-Ing. Heimann in Z. d. V. d. I. 1919, Heft 13 und 14.

Nach kurzer Kennzeichnung der allgemeinen leitenden Gesichtspunkte – gedrängte äußere Bauweise, innere Durchbildung für gründliche Kondensation bei tunlichst geringem Kühlwasserbedarfe, möglichste Kürzung aller unter Luftleere stehenden Rohrleitungen und Verminderung der Verbindungstellen – werden Kondensatoren mit nassen, trockenen und Kreisel-Luftpumpen vorgeführt. Unter Hinweisen auf den Zusammenhang mit manchen europäischen Formen, im besonderen mit den grundlegenden Arbeiten von Leblanc über Kreiselpumpen mit Hülfsflüssigkeit, kommen Ausführungen folgender Firmen zur Besprechung: Wheeler Condensor & Engineering Co., Henry R. Worthington Co., Alberger Pump & Condensor Co., Westinghouse Machine Co., Cresson Morris Co., Buffalo Steam Pump Co. u.a.m. Die Darstellung ist im wesentlichen beschreibend, doch mit kurzen Begründungen und teilweise auch mit Kennlinien von Leistung, Wirkungsgrad, Luftleere usw. versehen.

Rotth.