Text-Bild-Ansicht Band 334

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Werden nun Amtsleitungen mit Nebenstellen, Nebenstelle mit Hausstelle oder Hausstellen untereinander verbunden, so fließt kein Strom durch die Windungen des Trennrelais, wohl aber, wenn Hausstelle und Amtsleitung verbunden werden; hierbei wird dann der Trennschalter von den Kontakten K1 und K2 abgezogen, und die Amtsleitung ist getrennt.

Textabbildung Bd. 334, S. 122

Die Amtstrennrelais sind zweckmäßig und leicht zugänglich im Schrank angeordnet, sie sitzen auf einer herausklappbaren Schiene (Abb. 2); überhaupt ist die ganze innere Ausführung des Schrankes so übersichtlich geschaltet, daß das Fehlersuchen sehr erleichtert ist.

Textabbildung Bd. 334, S. 122

Der Okli-Umschalteschrank (Abb. 3) ist nach dem Zentral-Batterie-System eingerichtet. Er besitzt ein Glühlampenfeld mit kleinen, weißen Glühlampen, die beim Anruf zugleich mit einer größeren Aufmerksamkeitslampe so lange leuchten, bis die Bedienungsperson sich meldet. Zur Anzeige des Gesprächsschlusses leuchten farbige Glühlampen auf und erlöschen erst, wenn die Verbindung wieder aufgehoben ist. Die Bedienung braucht also nicht durch Zwischenfragen das Gespräch stören, auch bleibt eine Verbindung nicht länger bestehen. Das Schlußzeichen wird automatisch an das Amt weitergegeben. Ruft das Amt an, so wird das Schlußzeichen so lange unterdrückt, bis die Nebenstellenverbindung hergestellt ist.

Es ist also die Bedienung auf wenige Handgriffe beschränkt worden, und da der Okli-Schrank außerdem viel kleiner ist als ein Umschalteschrank eines anderen Systems bei gleicher Anschlußzahl, so stellt er eine bemerkenswerte Neukonstruktion auf dem Gebiete des Fernsprechwesens dar.

C. O. Friedrich.

Berg- und Hüttenwesen.

Der Wirkungsgrad unserer Walzwerke. Bezeichnet man mit A die Umformungsarbeit beim Walzen in mkg, mit n die Streckung, ist ferner V das Volumen des Walzgutes in cm3, das sich berechnet aus dem Produkt von Anfangsquerschnitt in mm2 mal Anfangslänge in m, und K die Quetschgrenze in kg/mm2, so ist nach Kießelbach die theoretische Umformungsarbeit bei jedem Streckprozeß A = K • V • ln n. W. Tafel hat in einer Arbeit in Stahl und Eisen (1919 S. 781) die Anwendbarkeit dieser Formel für die Umformungsarbeit, die als der exakte mathematische Ausdruck für den theoretischen Energiebedarf irgend einer Formänderung bezeichnet wird, an praktischen Beispielen anschaulich gemacht. Er kommt dabei zu der Feststellung, daß der Wirkungsgrad der rechnerisch, untersuchten Walzprozesse nach den Ergebnissen von Puppe bei Annahme einer Quetschgrenze von 10 kg je mm2 30 bis 70 v. H. beträgt.

Loebe.

Fördertürme in Eisenbeton. Die Treibscheibenförderung wird überall da Vorteile bieten, wo es sich um wirtschaftliche Ausnutzung der Raumverhältnisse und Herabsetzung der Anschaffungskosten handelt. Bei elektrischem Betrieb – bei dem die Treibscheibe mit dem Fördermotor unmittelbar gekuppelt ist – kann die Fördermaschine auf dem Förderturm aufgestellt werden, während bei Dampfmaschinen wegen der hin- und hergehenden Massen eine solche Anordnung bedenklich erscheint. Der Verfasser beschreibt verschiedene neuzeitliche Ausführungen der Turmkoepeanordnung – um mich eines von Herrn Geheimrat Jahnke eingeführten Ausdruckes zu bedienen – in Oesterreich-Ungarn, so den Förderturm Kutla-Schacht. Die Sicherheit gegen das Seilgleiten wird rechnerisch und graphisch ermittelt und dargestellt. Ferner werden die Förderanlagen Neu-Schroll und Neu Franz Joseph-Schacht in Pecs besprochen. (Bergbau und Hütte 1919, Ing. Schöngut.)

Wüster.

Bessere Ausnutzung unserer Braunkohle. Im allgemeinen sind Steinkohle und Koks unsere besten Heizungsstoffe, daneben sind namentlich für Mitteldeutschland Braunkohlenbriketts von großer Bedeutung geworden, obwohl der Heizwert nur etwa ⅔ der Steinkohle beträgt und der Aschengehalt groß ist. Ob es vom wirtschaftlichen Standpunkt richtig ist, rohe Braunkohle zu brikettieren, erscheint aber fraglich, wenn man in Betracht zieht, daß zur Herstellung von 100 kg Briketts 275 bis 310 kg Rohkohle erforderlich sind (zur Trocknung der stark wasserhaltigen Kohle und zur Zerkleinerung der Rohkohle). Die Brikettierung andererseits läßt sich wegen der Schwierigkeiten im Versand der bröckeligen Kohlen nicht umgehen. Die starke Vergasung der Braunkohle zwingt, auf Verfahren zu sinnen, um sie nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Ideal der Kohlenausbeutung ist die restlose Auflösung der Kohle in Gas unter Gewinnung sämtlicher Nebenerzeugnisse. Wenn