Text-Bild-Ansicht Band 334

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Für die Masse m darf

gewisse Grenzwerte nicht überschreiten, wodurch das zulässige Mb1 nach oben begrenzt wird.

für senkrechte Bewegungsrichtung nach abwärts,

<g tg α wagerechte Richtung, um Umkippen eines losen Gegenstandes zu vermeiden,

<g tg ρ wagerechte Richtung, um Fortrutschen eines losen Gegenstandes zu vermeiden,

wenn α der Winkel zwischen Schwerpunktsenkrechten und Verbindungslinie zwischen Schwerpunkt und äußersten Fußpunkt des Gegenstandes, ρ der Reibungswinkel.

Textabbildung Bd. 334, S. 156

Der Brems- oder Auslaufvorgang ist theoretisch derselbe wie der Anlaufvorgang und kennzeichnet sich nur dadurch, daß das Lastmoment D größer ist als das Antriebsmoment M, so daß Mb = M – D und hiermit

negativ wird.

Es wird unterschieden zwischen dem freien Auslauf, d.h. Abschalten des Motors, M = 0, Mb = – D (Abb. 2) und dem Auslauf auf eine neue gleichbleibende Drehzahl durch Verminderung der Antriebskraft (Abb. 1 rechts), Intervall n3 bis ns.

Im ersten Falle gibt das Integral

eine endliche Auslaufdauer T, im zweiten Falle dagegen eine unendliche, da die Zeitlinie t von n3 beginnend asymptotisch an die Ordinate ns verläuft.

Schließlich wird das Verfahren auf einen Drehstrommotor mit Kurzschlußanker ausgedehnt, dessen Bremscharakteristik eine eigenartige Form aufweist, die sich analytisch nach Prof. Kloss durch

ausdrücken läßt. Es kommen zur Darstellung der Anlauf aus dem Stillstande, die Umkehrung der Drehrichtung durch Drehfeldreversion, die Verminderung der Drehzahl im Verhältnisse 2 : 1 durch Polumschaltung.

Blanc.

Wärmekraftmaschinen und Brennstoffe.

Die Brennstoffversorgung für Explosionsmaschinen. Die Brennstoffversorgung für Explosionsmotoren, Kraftwagen, Motorboote usw. gestaltet sich immer schwieriger. Benzin und Benzol sind nur mehr in geringen Mengen vorhanden. Die Preise dieser Brennstoffe sind auf das fünf- bis zehnfache der Friedenspreise gestiegen. Deshalb versucht man in letzter Zeit für diese Motoren ebenfalls die sogenannten Schweröle zu verwenden, die mit Benzol vermischt werden.

Da durch das Machtwort unserer Feinde die deutsche Kriegsflotte auf einige Schiffe verringert wurde, sind größere Mengen von Marinetreiböl frei geworden. Dieses Treiböl, das hauptsächlich für Schiffsdieselmaschinen bestimmt war, wird aus Erdöl bzw. aus Braunkohlenteer hergestellt. Durch Vermischung mit mehr oder weniger Benzol wird das sogenannte „Benzolöl“ erhalten. Dieses Treiböl kann aber nur mit Berücksichtigung verschiedener Vorsichtsmaßregeln einwandfrei bei schnellaufenden Motoren Verwendung finden. Eine unvollkommene Verbrennung von Benzolöl führt zur Verkrustung des Motorzylinders und zum Festbrennen der Kolbenringe. Deshalb dürfen die Motoren nicht mit Brennstoffüberschuß betrieben werden, was bei Verwendung von Benzin und Benzol zwar zu einer unwirtschaftlichen Brennstoffverschwendung führt, aber für den Motor selbst keinerlei nachteilige Folgen hat.

Deshalb ist der Vergaser mit möglichst kleiner Brennstoffdüse einzustellen. Das Anlassen des Motors soll mit Hilfe eines Hilfsbrennstoffbehälters erfolgen, der zur Inbetriebsetzung des Motors mit unvermischtem Benzin oder Benzol gefüllt wird. Ist ein solcher Behälter nicht vorhanden, so kann das Anlassen der kalten Maschine erst nach Einspritzung von Benzin oder Reinbenzol in den Motorzylinder erfolgen. Auf eine gute Vorwärmung der angesaugten Luft ist besonders zu achten.

Ein längerer Leerlauf des Motors bei verminderter Drehzahl ist zu vermeiden, da dabei auch eine unvollkommene Verbrennung möglich ist, die zur Verschmutzung des Zylinderinnern Veranlassung gibt. Die Vergasereinstellung für Benzolbetrieb kann beibehalten werden. Dabei wird allerdings die Motorleistung etwas verkleinert werden. Durch Analyse der Auspuffgase auf Luftüberschuß kann am besten festgestellt werden, ob dem Motor zur Vergrößerung der Leistung mehr Brennstoff zugeführt werden darf. Folgende Benzolöle sind bereits versucht worden: 50 v. H. Benzol und 50 v. H. Marinetreiböl, 30 v. H. Benzol mit 30 v. H. Toluol und 40 v. H. Marinetreiböl, schließlich noch 20 v. H. Benzol, 40 v. H. Toluol und 40 v. H. Marinetreiböl. Vorteilhaft ist es auch bei Verwendung dieser Brennstoffmischungen, hinter dem Vergaser noch einen Gemischheizer einzuschalten.

Motoren für kleine und mittelstarke amerikanische Pflüge. Der Verfasser empfiehlt die Anschaffung von zwei kleinen Motorpflügen an Stelle eines großen, wodurch verschiedene Vorteile erreicht werden können. Beim Versagen des einen Pfluges ist dann noch immer ein zweiter vorhanden, der mit entsprechend vergrößerter Arbeitzeit zum Pflügen herangezogen werden kann. Die Anforderungen, die an einen Pflugmotor gestellt werden, sind im wesentlichen anderer Natur als die, welche an einen Lastwagenmotor gestellt werden. Beim Lastwagenmotor tritt wechselnde Belastung auf. Der Pflugmotor dagegen hat fast dauernd mit höchster Leistung zu arbeiten. Um hier plötzlich auftretenden größeren Widerständen gewachsen zu sein, muß der Pflugmotor mit einem entsprechend schwereren Schwungrad versehen sein.

Bei den amerikanischen Pflugmotoren ist dem Viertaktmotor der Vorzug gegeben, wobei der Vierzylindermotor häufig verwendet wird. Da bei diesen Motoren, die mit entsprechend großer Drehzahl laufen, ein großer Kraftverlust infolge der großen Uebersetzung auf die Triebräder auftritt, verwenden manche Pflugmotorkonstrukteure mit Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Verhältnisse häufig liegende, langsamlaufende Zweizylindermotoren.

Der allgemein angewandte Verdichtungsdruck beträgt 4,8 at. Bei Petroleumbetrieb, der vorzugsweise in Anwendung kommt, ist der Verdichtungsdruck auf 4 at erniedrigt.