Text-Bild-Ansicht Band 334

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chemischen Eigenschaften, wie sie die aus Erdöl gewonnenen Produkte besitzen, möglich. Als Ausgangsmaterial für diese Hydrierung kommen sowohl der Braunkohlenteer selbst, als auch seine Destillationsprodukte sowie Rückstände der Teerdestillation, ferner Erdölgoudron und auch Steinkohle in Betracht. Durch Verschwelen und Hydrierung eines Teiles unserer Braunkohlenförderung können wir also hochwertige Oele, die wir bisher vom Ausland bezogen haben, in großer Menge selbst herstellen. (Technik und Wirtschaft, XI. Jahrgang, S. 290 bis 297.)

Sander.

Ein kleiner Motorpflug. Die böhmisch-mährische Maschinenfabrik in Prag baut einen neuen kleinen Motorpflug, der besonders durch sein geringes Gewicht von rd. 1000 kg beachtenswert ist. Das geringe Gewicht konnte nur durch eine Reihe baulicher Vereinfachungen erreicht werden. Der in Abb. 1 bis 3 dargestellte Pflug besitzt einen Einzylindermotor mit 105 mm Bohrung und 160 mm Hub, der bei Betrieb mit Schwerbenzin, Benzol oder Benzol-Spiritus (1:1) etwa 10 PS bei 1100 Uml./min. leistet. Auf einer Seite der Maschine sitzen die Steuerventile, deren Federn und Stößel sorgfältig eingekapselt sind, wie es der häufig mit großer Staubentwicklung verbundene Ackerbetrieb erfordert.

Textabbildung Bd. 334, S. 181
Textabbildung Bd. 334, S. 181
Textabbildung Bd. 334, S. 181

Der dreirädrige Tragpflug ist so gebaut, daß das hinten angeordnete Lenkrad sich in der aufgeworfenen Furche führt, wobei das rechte Treibrad (in der Fahrtrichtung gesehen) auf dem Lande, das linke in der aufgeworfenen Furche läuft. Auf diese Weise erhält man bei der geringen Rahmenbreite einen Furchenabstand von etwa 40 cm.

Durch den auf der Verlängerung der Kurbelwelle sitzenden Regler kann von Hand aus die Drehzahl des Motors von 700 bis 1100 Uml./min. geregelt werden. Die Einrichtung besteht in der Hauptsache darin, daß man die Federbelastung der Reglermuffe mit der Hand innerhalb gewisser Grenzen verändern kann. Damit wird das Wechselgetriebe entbehrlich, das man durch ein wesentlich einfacheres, billigeres Getriebe mit fester Uebersetzung ersetzen kann. Dies geschieht aber auf Kosten der Zugkraft. In der Steigerung der Zugkraft, und nicht allein in der Verminderung der Fahrgeschwindigkeit, besteht aber die Hauptaufgabe des Wechselgetriebes.

An Hand von Zeichnungen werden noch Beschreibungen des bemerkenswerten Umlaufgetriebes sowie der übrigen Konstruktionsteile gegeben. Wird der Pflug zur Lastenförderung benutzt, so setzt man, nachdem man zweckmäßig die Schare samt ihrem Träger entfernt hat, auf den Rahmen einen Kastenaufbau, der bis zu 500 kg aufnehmen kann. Dabei reicht die Zugkraft noch für einen Anhänger von etwa 2000 kg. Vom Schwungrad der Antriebmaschine aus kann man mittels Riemens Hilfsmaschinen antreiben, so daß der Motorpflug allen Anforderungen kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe entspricht. (Z. d. V. d. I. 1919, S. 421–424.)

W.

Elektrotechnik.

Vorausberechnung der Tourenkurve bei Gleichstrom-Reihenschlußmotoren. Unter den Polschuhen einer Gleichstrommaschine tritt bekanntlich durch den Einfluß der quermagnetisierenden Kraft der Anker-Amperewindungen eine Verzerrung des Feldes auf. Bei Motoren wird an der Einlaufseite des Ankers bezogen auf die Drehrichtung das Feld verstärkt, an der Auslaufseite geschwächt. Bei geringen Belastungen, also schwächstem Feld, wo noch keine nennenswerte Eisensättigung vorhanden ist, ist die Feldschwächung der einen Seite praktisch gleich der Feldverstärkung der anderen Seite, so daß der Kraftlinienfluß in seiner Gesamtheit nicht geändert wird.

Anders bei größerer Belastung. Die Feldschwächung tritt natürlich ungehindert in Erscheinung; eine gleich große Zunahme des Feldes an der anderen Seite ist aber nicht möglich, weil die größere Sättigung des Eisens unverhältnismäßig viel mehr AW verbraucht. Die gesamte Linienzahl wird also geringer sein als der reinen Magnetisierung der Feldwicklung entspräche. Es wird daher zur Ableitung der Umdrehungskurve 3 des Schaubildes nicht die allein den Erregerwindungen der Magnetschenkel entsprechende Leerlaufscharakteristik 1 zugrunde gelegt, sondern die effektive Charakteristik 2. Die Ermittlung einer genügenden Anzahl von Punkten für die Charakteristik 2 erfolgt in der Praxis auf nicht einfachem rechnerischem Wege.